„Lange Nacht der Sterne“ in der Sternwarte Rheinhausen

Im Krupp-Gymnasium entführte Rolf Helmbach, Leiter der Sternwarte, Schüler in die Welt der Astronomie.
Im Krupp-Gymnasium entführte Rolf Helmbach, Leiter der Sternwarte, Schüler in die Welt der Astronomie.
Foto: Fabian Strauch
Was wir bereits wissen
Engagierter Biologie-Lehrer des Krupp-Gymnasiums vemittelt Schülern Wissen über Sonne, Mond und Sterne. Er reaktivierte Kooperation mit hauseigenem Planetarium.

Duisburg-Rheinhausen..  Dass ihre Schüler gelegentlich mit den Gedanken etwas abschweifen, mit dem Kopf ganz woanders sind, weiß so mancher Lehrer allzu gut. Jetzt konnten die Mädchen und Jungen ihre Gedanken gen Himmel schweifen lassen, quasi nach den Sternen greifen bei der ersten „Langen Nacht der Sterne“ am Rheinhauser Krupp-Gymnasium.

Eher durch Zufall kam Lehrer Steven Tyrrell die Idee, sich mal einen Abend lang näher mit der Astronomie auseinanderzusetzen. Als der SV-Lehrer während der letzten Sommerferien die Biologieräume aufräumen wollte, traf er auf den ebenfalls anwesenden Rolf Hembach, Leiter der im Dachgeschoss des Schulgebäudes untergebrachten Sternwarte. „Wir sind ins Gespräch gekommen und haben festgestellt, dass diese Möglichkeit im Schulalltag gar nicht genutzt wird“, erzählt der Deutsch- und Biologielehrer. „Also habe ich ganz schnell Leute gefunden, die etwas zu so einem Projekt, bei dem man das Sonnensystem näher kennenlernen kann, beitragen können.“

Im Vorfeld der „Langen Nacht der Sterne“ sei viel Arbeit über die Kurs- und Klassenlehrer gelaufen, jede Klasse habe etwas vorbereitet. „Die Unterstufe beispielsweise hält Referate über die Planeten unseres Sonnensystems, der Chemie-Leistungskurs führt auf dem Schulhof Experimente zum Thema Feuer vor“, erläutert der Pädagoge.

Im Treppenhaus des Schulgebäudes herrscht ein reges Treiben. Im Erdgeschoss können die Besucher sich in an den Sternen orientierter Höhlenmalerei versuchen, ein Stockwerk höher laufen Kurzfilme zum Thema Sterne und Finsternis. Vor der Leiter zu dem großen Teleskop, dem Herzstück der Sternwarte, steht Elke Santamaria, die auf ihren Enkel Tim Bickschäfer wartet. Der Elfjährige versucht gerade einen Blick auf das Firmament zu erhaschen. Die Aktion finde sie „super“, die Kinder würden so hervorragend an das Thema Astronomie herangeführt. Tim findet die Sternwarte „sehr cool“. Der Fünftklässler habe unbedingt andere Planeten sehen wollen, hatte aufgrund der dichten Wolkendecke aber kein Glück.

Dass Petrus heute Abend kein Wohlwollen besitzt, stört Rolf Hembach nicht im Geringsten. Bestens aufgelegt erklärt er den Besuchern der Sternwarte die Funktionsweise des Teleskops und den Sinn des roten Lichts auf der direkt unter freiem Himmel gelegenen Plattform. „Sternwarten sind grundsätzlich Rotlichtviertel“, sagt er. „All unsere Armaturen und Lampen sind rot, weil das Auge darauf nur sehr langsam reagiert und man so mehr erkennen kann.“

Helmbach mit Resonanz zufrieden

Er sei mit der Resonanz mehr als zufrieden. „Die Sterne, der Himmel – das ist ein Stück Natur, das Kindern nähergebracht werden muss. Navis, Satelliten und Telefone laufen nur, wenn man sich mit den Sternen auskennt.“

Rolf Hembach interessiert sich seit seiner Schulzeit für Astronomie, hat mit 17 Jahren den Verein, der die Sternwarte betreibt, mitbegründet und ist sein erster Vorsitzender. Der gelernte Kaufmann kommt regelmäßig ins Krupp-Gymnasium um einen Blick in die weite Ferne zu werfen. Als ein großes Problem sehe er die sich vergrößernde Lichtverschmutzung. „Zu viel künstliches Licht verhindert einen klaren Blick in die Gestirne, hier muss was getan werden.“