Landlust im Hinterhof

Mein Freund Peter macht das wirklich sehr gut: die ersten Krokusse sprießen, blaue und weiße Hyazinthen recken ihre Hälse der schwachen Sonne entgegen, das spricht für seinen grünen Daumen. Es wird nicht mehr lange dauern, da steckt er die ersten Samen für sämtliche Kräuter in irgendwelche Blumenkästen auf seinem kleinen Balkon. Anfang März wird er dann seine zehn noch leerstehenden Kübel mit Blumen bepflanzen. Irgendwann im Sommer bei gutem Wetter sehe ich ihn dann schon in seinem klapprigen Klappstuhl sitzen, wie er sein kleines grünes Reich seiner Zweieinhalbzimmerwohnung genießt – mit Blick in den halbschattigen Hochemmericher Hinterhof. Vielleicht wird er sich dabei eine Ausgabe des Hochglanzmagazins „Landlust“, die sich unter seinem Wohnzimmertisch stapeln, zu Gemüte führen und von Landhäusern und den ganz großen Gärten träumen, die darin abgebildet sind. Nun gut, ich will ihn ja nicht wecken – aber, vielleicht sollte ich ihm mal sagen, dass es auch eine Facebook-Gruppe „Gärtnern auf engstem Raum“ gibt...