Kurzschluss im Arm hilft bei Dialyse

Experten aus Deutschland und England trafen sich vor kurzem zur 5. Duisburger Dialyse-Shunttagung im Rheinhauser Johanniter-Krankenhaus. Namhafte Referenten aus dem gesamten Bundesgebiet und Großbritannien hielten Fachvorträge auf höchstem wissenschaftlichen Niveau und verliehen dem Kongress internationales Flair. Seit Gründung des Kongresses in Rheinhausen vor fünf Jahren nutzen immer mehr Teilnehmer aus verschiedenen Fachkliniken Deutschlands diese Plattform, um sich interdisziplinär über den Gefäßzugang zur Hämodialyse (Nierenwäsche) auszutauschen.

In diesem Jahr fanden gut 100 Gefäßchirurgen, Nephrologen, Radiologen, Pflegekräfte und betroffene Patienten den Weg nach Rheinhausen. Die Shuntchirurgie gewinnt zunehmend Bedeutung im gefäßchirurgischen Alltag, die diagnostische und interventionelle Radiologie wird immer häufiger mit Problemen am arterio-venösen Gefäßzugang konfrontiert und in den Dialysezentren ist ein erschreckender Anstieg von Patienten mit akutem Nierenversagen zu verzeichnen.

Auf dem Kongress wurden verschiedene Themen rund um den arterio-venösen Gefäßzugang aufgegriffen, die aus den unterschiedlichen Fachdisziplinen beleuchtet wurden. Rege Diskussion schlossen sich an, unterschiedliche Blickwinkel wurden reflektiert. In zwei Operationssälen konnten Workshopteilnehmer Dr. Alexander Meyer und seinem Team über die Schulter schauen. Thomas Lohmann, Oberarzt der Klinik für interventionelle Radiologie, zeigte in der Angio-Suite Interventionen am Dialyseshunt und auch der Dialysestandort des nephrologischen Zentrum Moers am Johanniter-Krankenhaus Rheinhausen war für die Teilnehmer geöffnet und bot Raum für intensive praxisnahe Diskussionen am Dialyseplatz.

Was ist ein Shunt?

Den Fachkongress in Rheinhausen organisierten Dr. Alexander Meyer, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie, Thomas Lohmann, Oberarzt der Klinik für Interventionelle Radiologie des Johanniter-Krankenhauses sowie Dr. Eberhard Flicker, Facharzt für Nephrologie am Dialysezentrum Moers/Rheinhausen.

Was ist eigentlich ein Shunt und wozu dient er? - Um das Blut eines Patienten mit chronischem Nierenversagen zu „waschen“, muss ihm das Blut entnommen, es muss gefiltert und ihm wieder zugeführt werden. Da eine Dialyse in aller Regel dreimal wöchentlich erforderlich ist, muss die einzelne Behandlung in der verfügbaren Zeit sehr effektiv sein. Dem Patienten müssen zwei Kanülen gesetzt werden. Hierzu eignet sich nur eine Ader mit ausreichendem Durchmesser und sehr großem Blutfluss. Da ein solches Blutgefäß in Regionen, die gut zu punktieren sind, nicht zur Verfügung steht, muss dieses künstlich operativ geschaffen werden. Übersetzt heißt Shunt Kurzschluss, und genau dieser wird operativ zwischen einer Schlagader und einer Vene - in den meisten Fällen am Arm - gefäßchirurgisch hergestellt. Über diesen Kurzschluss fließt nun das Blut mit deutlich vermehrtem Fluss und erheblich höherem Druck durch die Vene. Dies hat zur Folge, dass die Vene sich zunehmend erweitert und neben dem jetzt erhöhten Durchfluss auch eine ausreichende Weite zur wiederholten Punktion bietet.