Kugellager im Kiesbett
02.08.2009 | 16:00 Uhr 2009-08-02T16:00:00+0200Beim Boule-Turnier des Homberger TV starteten 76 Teams rund um den Friesenplatz. Nachwuchs beeindruckte Altmeister
Helles Klicken, dann ein dumpfes Plomm. Nur das Aufeinandertreffen der Eisenkugeln und der folgende kurze Aufschlag auf dem Kiesboden unterbrachen die Stille bei einem äußerst spannenden Wettkampf. Die Boule-Abteilung des Homberger TV hatte zu ihrem vierten Petanque-Turnier für Doppelteams auf den Friesenplatz eingeladen. Ein zwölfeinhalbstündigher Höhepunkt der Sommersaison, bei dem auch hochtalentierte junge Spieler dieser Sportart vorne mitmischten.
Teamgeist macht Spaß
Wie die 20-jährige Caroline Birkmayer aus Essen. Sie war 2008 Deutsche Frauenmeisterin, ist Mitglied des Nationalkaders im Deutschen Petanque Verband. Sie startete in Homberg mit ihrer Freundin Kathy, die zum ersten Mal ein Turnier bestritt. Caroline: „Das Faszinierende an diesem Sport ist der Teamgeist. Man kann durch die Stärken des Partners eigene Schwächen ausgleichen - und umgekehrt.”
Das sportliche Ziel beim Petanque lautet, mit den eigenen Kugeln so nah wie möglich an die kleine rote oder blaue Holzkugel (Schweinchen) heranzugekommen und dabei die Kugeln des Gegners möglichst weit weg zu befördern. Deshalb gibt es auch zwei verschiedene strategische Rollen: die des Legers und die des Schießers. Der Leger bereitet vor, der Schießer vollendet. Auf dem Friesenplatz gab es für Kathy und Caroline leider nichts zu vollenden. Sie schieden nach vier Vorrundenspielen aus.
Aber Kathys Freund Marko Schumacher (23) glänzte zusammen mit seinem 15-jährigen Juniorpartner Moritz Rosik als Turniersieger der A-Katgorie. Sie überwanden im letzten Vorrundenduell auch das Team des Homberger Altmeisters Norbert Strehling, der neidlos anerkannte: „Ihr wart die Besseren!” Allerdings.
Schon an der Körperhaltung, die sparsame aber effiziente Schwungbewegung offenbarte, war das zu beobachten. Kein unsicheres Wackeln, eine Bewegung wie aus einem Guss. Was Moritz, erst seit zwei Jahren der Leidenschaft Petanque verfallen, in der Beherrschung von Kugel und Situation zeigte, verriet große Klasse - auch aus der Hocke. Die Leistung wird international belohnt: „Ich bin nominiert für die Weltmeisterschaft im Oktober in Tunesien.”
Geselligkeit ist wichtig
Alte Boule-Kämpfer wie der 70-jährige Werner Downer, der seit 15 Jahren die Kugeln knallen läßt, läßt der schnöde Mammon kalt. „Für mich ist die Geselligkeit beim Spiel genauso wichtig wie eine gute Leistung.” Und dann erklärt der pensionierte Maurer ausführlich die Technik des Kugelwurfs: „Die Kugel wird mit mit der Rückhand geworfen, weil man damit eine bessere Kontrolle über Richtung und Geschwindigkeit hat.” Warum? „Der menschliche Körper und die Nerven der Hand sind eben so gebaut.”
Tricks sind erlaubt: Wer sich als bejahrter Boulespieler nicht mehr so gut bücken kann, der nimmt die Kugeln mit Hilfe eines Magnetsystems vom Boden auf.
Die Resonanz des diesjährigen Wettbewerbs war, so Norbert Strehling, hocherfreulich: „Wir haben die Teilnehmerzahl um 15 Prozent steigern können.” Die Kapazität auf dem Friesenplatz und im benachbarten Park sei noch lange nicht ausgelastet.
„Dieses Mal haben wir 26 insgesamt Spielplätze benutzt. Aber es gibt Raum für maximal 150 Bahnen.”
11:18
Suche-Fotos die vom Fotogr. der waz gemacht wurden auf dem Boule-turnier in Duisburg -Homberg.Wo kann ich die sehen? Bitte um Antwort.