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Bunker des Westens (9)

Krupp-Bunker schützten Bürger aus Homberg nicht

18.11.2011 | 17:41 Uhr
In diesem Bunker in den Rheinwiesen hinter dem PCC-Stadion schützten sich auch die Rheinschifffahrer. Fotos: Tanja Pickartz / WAZ FotoPool

Rheinhausen.   In Duisburg-Rheinhausen baute Krupp Schutzräume fürs Volk. Die Homberger mussten sich mit unsicheren Behelfsräumen begnügen.

Wer von den Rheinhauser Bunkern spricht, spricht von Krupp, das Unternehmen baute so manchen Schutzraum. Wer über Rheinhauser Bunker spricht, weiß, dass sämtliche Bewohner quasi einen Platz im Bunker sicher hatten. Nun liegt Homberg direkt nebenan, wie sah es dort aus mit Schutz-Anlagen. Ein Gespräch mit Viktor Waamelink.

Der 89-Jährige war früher Technischer Leiter einer Ruhrorter Schiffswerft, schreibt heute Bücher als Heimathistoriker, ist holländischer Staatsbürger, in Homberg geboren und nie hier weggezogen. Er muss es also wissen. „Wir hatten hier nur Behelfsbunker, die einen Volltreffer nicht überstanden hätten.“ Er zählt 15 öffentliche Schutzräume, unter anderem am Bismarckplatz, am Moltkeplatz, an der Bergmannstraße in Hochheide und am Denkmalsplatz in Essenberg auf. Unterschlupf für um die 1000 Leute. Bei 27.000 Einwohnern ging also ein Großteil leer aus. Hier gab es keinen Krupp-Konzern, der nahezu alles unternahm, um seine Belegschaft vor Bomben zu schützen. „Dazu muss man sagen, dass viele Homberger in den letzten Kriegsmonaten geflohen waren, zum Schluss haben hier vielleicht noch 10.000 Menschen gelebt.“ Übrigens: Auch das Chemieunternehmen Sachtleben war verwaist, hatte seine Produktion ins Sauerland verlagert.

Historiker, Holländer und Homberger: Viktor Waamelink (89) liest in einem seiner Bücher über den Krieg am Niederrhein.

Den Hombergern blieb nichts anderes übrig, als selbst für ihren Schutz zu sorgen. „So entstanden kleine Bunker auf privaten Grundstücken und einige Hauseigentümer verstärkten ihre Keller.“ Die Flucht ins heimische Untergeschoss hätte durchaus tragisch enden können. Man überlebt, über den Köpfen bricht das Haus zusammen und man sitzt in der Todesfalle.

Bunker an Rhein und Ruhr

Nach einer Idee des Moerser Ingenieurs Eberlein entstanden Rundbunker, unter anderem an den Schillerwiesen in der Nähe des Minigolfplatzes. „Die vier Meter tiefe Ausschachtung war rund, daher entstand der Name ,Moerser Töpfe’.“ Der Eingang der Töpfe war oberirdisch, die mit Holz und Steinen verstärkten Bunker waren oft durch einen Gang mit anderen verbunden. „An den Schilleranlagen sollen einmal 200 Leute gleichzeitig im Bunker gewesen sein.“ Familie Waamelink hat den Krieg übrigens im Bunker am Hubertushof überlebt. „Beim Bau haben alle mitgeholfen, sogar die Kinder.“

Ein sogenannter Moerser Topf in den Schilleranlagen. Einige der runden Bunker waren miteinander durch einen Gang verbunden.

Waamelink selbst musste sich bei Fliegeralarm stets auf den Weg in seine Firma machen. Die Winschermann-Werft, heute existiert sie unter dem Namen nicht mehr, befand sich in Ruhrort, bei Luftangriffen verkroch sich die Belegschaft im betriebseigenen Bunker. „Wenn die Angriffe vorbei waren, musste ich immer raus und gucken, ob es irgendwo brannte oder ob ein Schiff havariert war.“

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Victor Waamelink hat jede Menge Not und Elend im Zweiten Weltkrieg erlebt. „Am schlimmsten war der 14. Oktober 1944. An diesem Tag wurden drei große Angriffe geflogen, mit teilweise bis zu 1240 Flugzeugen. Ruhrort war ein einziger Brand, es war ein absoluter Höllentag, den ich nie vergessen werde.“

Dem passionierten Feldhandballer und Karnevalisten – 55 Jahre war er Präsident der Kolpingsfamilie – ist es bis heute sehr bewusst, wie viel Glück er und seine Familie hatten. „Ich habe keinen einzigen Angehörigen verloren.“ Was nahezu an ein Wunder grenzt bei der miserablen Versorgung der Bevölkerung mit sicheren Plätzen...

Kriegszerstörtes Duisburg

 

Daniel Cnotka


Kommentare
19.11.2011
17:27
Krupp
von internetraupe | #2

Morgen können Sie ja zur Villa Hügel fahren und die Feierlichkeiten zu 200 Jahrsfeier besuchen.Sie werden wohl nicht mal in die Nähe des Geländes kommen und wenn dann schläge kassieren vom Staatsschutz oder der Polizei.

Morgen kommt "unser" Bundespräsident Wulf.Erzählen Sie ihm doch mal, was Krupp tolles nicht getan hat in Alt-Homberg.Er weiß nicht mal wo wir sind!


Bunker gebaut nur wegen seiner Absatzsicherung. Fachkräfte waren schliesslich alle im Russlandfeldzug verreckt!!!

Die Propaganda über Krupp hält bis heute noch an.Mythen und Sagen der Krupps!


Natürlich alles nur Propaganda aus alten Zeiten Adolfs!!!


Krupp sagt mir was,allerdings nichts Gutes!!

18.11.2011
18:08
Wen wollte Krupp schützen?
von westwatch | #1

Krupp hat nicht aus menschenliebe Bunker gebaut, sondern wiel die Fachkräfte geschützt werden sollten. Zwangsarbeiter für einfache Arbeite durften meist gar keine Schutzräume aufsuchen.
Krupp hat dem Naziregim die Waffen geliefert und kräftig für die NSDAP gespendet.

1 Antwort
re
von internetraupe | #1-1

Morgen zur Jahrfeier und dem Bundespräsident Wulf mal erzählen.Der weiß nicht mal wo Alt Homberg ist.

Krupp waren doch die Guten *Ironie aus*

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