„Krippkes kieken, Krippkes luren“

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Wenn die Kirchen im Duisburger Westen am ersten Sonntag nach dem Jahreswechsel ihre Pforten zum Krippenweg öffnen, dann scheint die Sonne. So war es schon im vergangenen Jahr. Ganz so, als ob möglichst viele Leute von Petrus dazu eingeladen werden, die Darstellung der Geburt Jesu bei einem Ausflug zu bestaunen. Die katholischen Pfarreien im linksrheinischen Dekanat luden von 14 bis 17 Uhr zum Krippenweg 2015 ein. Vier Krippen gab es in Homberg, vier im Großraum Rheinhausen und zwei in Rumeln-Kaldenhausen zu besuchen.

„Krippkes kieken, Krippkes luren“ – so nennt sich der Brauch zur Weihnachtszeit, Krippen in der näheren oder weiteren Umgebung zu bestaunen. Wer alle Krippen im Westen in drei Stunden besuchen wollte, musste sich ganz schön beeilen. Dafür wurde man mit ganz unterschiedlichen Darstellungen der Menschwerdung Gottes belohnt. Eines haben sie aber alle gemeinsam: Sie wurden mit Liebe zum Detail aufgebaut.

Liebevoll verziert und beleuchtet

Das zu sehen, nutzten einige Menschen. In machen Kirchen waren immer gleich mehrere Leute, in anderen konnte man sich eine Krippe auch mal ganz alleine ansehen. Ruhig und besinnlich war es beispielsweise an der wohl kleinsten Krippe des Rundgangs. Sie steht in der Kapelle des Krankenhauses St. Johannes Homberg. Die heiligen drei Könige sind buchstäblich noch auf dem Weg, denn sie stehen nahe des Alters und das Jesuskind mit Maria und Josef liegt gute fünf Meter entfernt in seiner Krippe in der Ecke eines Raumes. Natürlich liebevoll verziert und beleuchtet mit einer grünen Landschaft.

Beleuchtung spielt bei vielen Krippen eine große Rolle. Dank moderner Technik sind Scheinwerfer unauffällig in Steine integriert und Kerzen flackern elektronisch und laufen nicht Gefahr, einen Brandschaden zu verursachen. In manchen Krippen fließt sogar ein echter Wasserfall durch die Landschaft, wie in St. Peter in den Haesen und in St. Johannes Homberg.

Quer durch den Altarraum zieht sich die Krippe in St. Marien in Rumeln. Dort gab es geschnitzte und bekleidete Figuren zu sehen, aber auch eine Abbildung der Heiligen Familie in Keramik. Letztere war die erste Krippengruppe der Gemeinde, die um 1970 von dem Keramiker Helmut Bourger gefertigt wurde. Sie steht in der Werktagskapelle der Kirche. Gleich zwei Krippen stehen auch in der Hochheider Liebfrauen-Gemeinde: Eine mit Gliederfiguren aus dem Jahr 1957 und eine aus Eichenholz aus dem Jahr 1938.

Wenn man am Sonntag weiter nach Rheinhausen fuhr, gab es in der Kirche St. Peter Hochemmerich die größten Krippenfiguren im Westen zu bewundern. 80 Zentimeter sind sie hoch. Zu Weihnachten 2011 wurden die Figuren aus St. Peter und der ehemaligen Pfarrkirche St. Barbara zu einer Krippengruppe zusammengeführt.