Kreative Mitarbeiter ersparten Sachtleben 539.849 Euro
20.01.2010 | 18:15 Uhr 2010-01-20T18:15:00+0100
Duisburg-Homberg. Sachtleben besucht Sachtleben: Fernsehschauspieler Horst Sachtleben verlieh im Sachtleben-Werk Homberg die Sterne an kreative Mitarbeiter mit pfiffigen Sparideen. Diese Einfälle hatten einen Sparpotential von mehr als einer halben Million Euro.
Es war nur eine Frage der Zeit, bis Staatsschauspieler Horst Sachtleben aus Berlin - bekannt aus Film, Theater und Fernsehen, das Sachtleben-Werk in Homberg mit einem Besuch beehren würde. Nun war es soweit: Die deutsche Stimme von „Columbo” verlieh mit Vorstand Dr. Wolf-Dieter Griebler die Sachtleben-Sterne 2010 für die besten, wirtschaftlichsten und einfallsreichsten betrieblichen Verbesserungsvorschläge.
Hermann Kuhnen zum zweiten Mal Preisträger
Ein roter Teppich bedeute ihm eigentlich nicht so soviel, bekannte Horst Sachtleben, der auch Woody Allen und den Pumuckel synchronisiert: „Da wird ja nur fotografiert. Man muss nur aufpassen, dass man nicht über den Teppich stolpert.” Das tat der 79-jährige denn auch nicht, als er - ganz sachte - mit Sachtleben-Chef Wolf-Dieter Griebler und den Preisträgern den roten Teppich auf dem legendären „Walk of Fame” von Sachtleben abschritt, um an dessen Ende die neuen bronzenen Sterne für das Jahr 2009 in das Pflaster einzufügen.
Einen gemeinsamen Stern gab es für die Mitarbeiter Hermann Kuhnen und Reinhold Köpp für den ersten Platz bei den wirtschaftlichen Vorschlägen. Mit ihrer kreativen Idee lassen sich kosteneffiziente Verbesserungen bei der Produktion einer Titandioxid-Spezialität umsetzen. Nach 2002 wurde Kuhnen bereits zum zweiten Mal im „Walk of Fame” verewigt.
Die Hälfte der Mitarbeiter machte mit
Als besonders kreativ bewertete die Auswahlkommission einen Vorschlag von Richard Wohs und Markus Hütten. Auch sie hatten eine zündende Idee: Den pfiffigen Kollegen gelang es, durch eine kleine Modifikation einer Dekanter-Lanze einen wichtigen Produktionsprozess entscheidend zu verbessern.
In seiner Laudatio hob Sachtleben-Chef Griebler hervor, dass das Unternehmen mit Hilfe der Ideen einfallsreicher Mitarbeiter allein 2009 insgesamt 539.849 Euro einsparen konnte.
„Damit trugen die Teilnehmer des Wettbewerbs wieder aktiv zur Sicherung des Unternehmens bei und verbesserten wieder Sachtlebens finanziellen Spielraum”, so Griebler. „Bekannte Prozessabläufe in Frage zu stellen, das eigene Arbeitsumfeld aufmerksam zu beobachten und motiviert nach neuen Einsparpotentialen zu suchen, ist das Geheimnis des betrieblichen Vorschlagswesens bei Sachtleben.” Am Wettbewerb 2009 nahmen die Hälfte der rund 1100 Mitarbeiter teil. Sachtleben zahlte an sie Prämien in Höhe von 83 320 Euro aus.
Weder verwandt noch verschwägert
Zuvor plauderte Sachtlebens Pressesprecher Axel Markens beim 30-minütigen Interview auf der Talk-Bühne im Foyer der Hauptverwaltung mit dem beliebten Darsteller. Der Synchronsprecher des berühmten US-Detektivs mit dem zerknitterten Trench-Coat, der so schusselig wirkt, aber die Bösewichte immer wieder aufs Glatteis führt, klärte auf: „Ich bin weder verwandt noch verschwägert mit Sachtleben”, bekannte der Berliner mit der leicht nasalen Stimme gut gelaunt. „Zu meinem eigenen Bedauern. Ich hätte nichts dagegen gehabt, im Gegenteil,” zwinkerte der gut gelaunte Akteur Sachtleben-Chef Griebler zu.
„Ich bin über das Studententheater zur Schauspielerei gekommen”, plauderte der gebürtige Berliner aus, „als ich an der Freien Universität in Berlin Theaterwissenschaften, Germanistik und Kunstgeschichte studierte.” Das war in den 50er Jahren.
„Der Alte”, „Derrick”, „Tatort”, ...
Danach wurde der kleine, aber muntere Charakterdarsteller an zahlreichen renommierten deutschsprachigen Bühnen im In- und Ausland engagiert, besonders erfolgreich war er am Schauspielhaus Zürich und am Bayerischen Staatsschauspiel in München. Ab Mitte der 60er Jahre startete Sachtleben seine Fernsehkarriere, füllte mit seinem facettenreichen Spiel die unterschiedlichsten Figuren in Krimi-Serien wie „Der Alte”, „Derrick” und „Tatort”, später auch in „Kir Royal” oder zuletzt als umtriebiger Bischof in „Um Himmels Willen”.
„Früher verlangten Theaterintendanten und -regisseure noch eine große Wandlungsfähigkeit von uns Schauspielern. Heute wird man eher schnell auf einen Typus oder ein Genre festgelegt, im Theater wie im Film”, stellte Sachtleben fest.
0mitdiskutieren