Kraftwerksbauer und Kritiker blicken nach Berlin
30.09.2009 | 18:31 Uhr 2009-09-30T18:31:00+0200
Rheinhausen/Krefeld. Die neue schwarz-gelbe Bundesregierung könnte die Rahmenbedingungen für das geplante Steinkohlekraftwerk in Uerdingen entscheidend beeinflussen. Durch die beiden auf Eis gelegten Kraftwerksprojekte in Datteln und Mainz sieht sich auch die Rheinhauser Initiative im Aufwind.
Wenn sich am Freitag wieder die Kraftwerksgegner aus Rheinhausen treffen, wird man wohl in hoffnungsfrohe Gesichter blicken. Die aktuellen Entwicklungen machen der Bürgerinitiative „Saubere Luft” in ihrem Kampf gegen das geplante Kohlekraftwerk in Uerdingen neuen Mut, wie deren Sprecher Norbert Bömer gestern erklärte. Dazu gehören der juristische Baustopp des Kraftwerks in Datteln und der aus finanziellen Gründen auf Eis gelegte Kraftwerksbau in Mainz, aber auch die möglicherweise längeren Laufzeiten der Atomkraftwerke, auf die sich die neue schwarz-gelbe Bundesregierung festlegen könnte. „Natürlich wünschen wir uns keinesfalls, dass Atomkraftwerke länger laufen. Aber das würde sich natürlich massiv auf die Investitionsentscheidungen für neue Kohlekraftwerke auswirken”, sagte Bömer. Sollte der geplante Ausstieg aus der Kernenergie nicht erfolgen, würde es erhebliche Überkapazitäten auf dme Strommarkt geben.
Dass es der Initiative nicht nur um Uerdingen geht, beweist die Absicht, dass eine Delegation aus Rheinhausen im Dezember beim Weltklimagipfel in Kopenhagen dabei sein will. "Wir schauen auch über den Tellerrand hinaus. Die ganze Welt wird auf diesen Termin schauen", sagte der Vorsitzende Bömer, der wie der komplette Vorstand der Initiative im September einstimmig wiedergewählt wurde. Wieviele Mitstreiter der Initiative sich auf den Weg zu der Konferenz in Kopenhagen machen wollen, ließe sich noch nicht abschätzen. Die aktuellen Entwicklungen und der Weltklimagipfel werden am Freitag um 19 Uhr beim Treffen der Bürgerinitiative in den Räumen der Firma Bohres (Moerser Straße 34) die Themen des Tages sein. „ Wir haben die Sommerpause gut genutzt, um Kraft für die weiteren Auseinandersetzungen zu tanken. Wir können mit Recht sagen, dass wir nach der Demonstration im Juni in Uerdingen nun gestärkt in die weiteren Auseinandersetzungen gehen werden", sagte Bömer.
Trianel terminiert Baubeschluss für Herbst 2010
Die Koalitionsverhandlungen in Berlin zwischen CDU und FDP stehen vor allem auch bei Trianel im Fokus. Denn die Ergebnisse beeinflussen die Wirtschaftlichkeitsberechnung des Uerdinger Kraftwerks. Und erst wenn diese sowie die Genehmigung vorliegt, soll der Baubeschluss der Gesellschafter fallen, sagte Sprecher Elmar Thyen gestern der Redaktion. Bei Trianel sei man weiter von der Wirtschaftlichkeit überzeugt, vor allem wegen der Dampfauskopplung für den Chempark. Die Offenlegung des am Jahresanfang eingereichten Genehmigungsantrags erwartet Trianel im ersten Quartal 2010, im Herbst 2010 wollen die Gesellschafter dann ihren Baubeschluss fassen. Trianel, ein Kooperations-Unternehmen von zahlreichen kommunalen Stadtwerken, will in Uerdingen mehr als eine Millarde Euro in das Kraftwerkprojekt investieren.
Zuständig für die Genehmigung ist die Bezirksregierung in Düsseldorf. Sobald die Unterlagen von der Bezirksregierung veröffentlicht werden, hat die Rheinhauser Bürgerinitiative eine "Einwendungs-Kampagne" angekündigt und will im Notfall gegen den Bau klagen.
13:10
Bei Trianel sei man weiter von der Wirtschaftlichkeit überzeugt, vor allem wegen der Dampfauskopplung für den Chempark ist wohl nicht ganz richtig. was das alte kraftwerk produziert reicht für üerdingen aus.
08:25
Ist es nicht sinnvoll eine Region komplett zu versauen und damit andere Gegenden zu verschonen. Aus diesem Aspekt heraus sind die Neubauten in Walsum und Krefeld hier goldrichtig aufgehoben.
22:36
Das Drecksding muss verhindert werden