Kohlenmonoxid strömte ins Kinderzimmer
04.11.2009 | 10:30 Uhr 2009-11-04T10:30:00+0100
Rheinhausen. Weil der Kamin an einer Stelle undicht war, erlitt eine vierköpfige Familie aus Asterlagen eine CO-Vergiftung. Es hätte schlimmer kommen können. „Die Angst hat einen im Griff”, sagt die Mutter. Und wundert sich über die Sicherheitsvorschriften.
Mitten in der Nacht schreckte Iris Brücksken auf. Aus dem Nebenzimmer hörte sie seltsame Geräusche. Sie lief nach nebenan, zu ihrer 13-jährigen Tochter. Die lag gekrümmt auf dem Bett, das Gesicht war blau angelaufen. Iris Brücksken schrie nach ihrem Mann. Dann fiel sie um, schlug mit dem Kopf auf das Metallgestell. Das nächste, was sie sah, als sie wieder zu Bewusstsein kam, war ein Feuerwehrmann mit einer Gasmaske.
Die gesamte Familie wurde ins Krankenhaus gebracht. Mutter, Vater, Tochter und Sohn erlitten eine Kohlenmonoxidvergiftung. Hätte der Vater in der Nacht auf den 24. Oktober nicht sofort reagiert und im Haus am Grünen Weg in Asterlagen die Fenster aufgerissen, wäre die Nacht womöglich in einer tödlichen Tragödie geendet.
Alarmmelder im ganzen Haus
„Den heutigen Tag können Sie als Wiedergeburt feiern”, habe der Notarzt noch gesagt. Vor allem aber, sagt Iris Brücksken heute, hätte es gar nicht so weit kommen müssen.
Ursache war nicht ein technischer Defekt des Heizungskessels, wie die Polizei zunächst mitteilte, sondern der Kamin, der im zweiten Obergeschoss undicht war. Das farb-, geruch- und geschmacklose Giftgas strömte ins Kinderzimmer. „Dass es Probleme mit dem Kamin gibt, hat uns schon damals die Bestandsbetreuerin gesagt”, erinnert sich Brücksken. Vor sieben Jahren ist die Familie in das angemietete Bergarbeiter-Haus gezogen. Und hat darauf vertraut, dass durch Vermieterpflichten und den regelmäßigen Besuch des Schornsteinfegers, der den Kamin säubert und alle fünf Jahre die Feuerstätten überprüft, alles in Ordnung ist. Heute weiß sie es besser. „Eine Druckprüfung, die zeigt, ob der alte Kamin dicht ist, sieht der Gesetzgeber nicht vor”, sagt Iris Brücksken.
Sie ist im wahrsten Sinne des Wortes mit einem blauen Auge davon gekommen. Das Veilchen vom Sturz ist auch eine Woche nach dem Unglück noch gut sichtbar. Über Nacht musste die Familie im Krankenhaus bleiben, der Mann wegen gefährlicher Blutwerte auf der Intensivstation. Kohlenmonoxid (CO) behindert den Sauerstofftransport im Blut, was zum Tod durch Ersticken führen kann. Bei hoher Konzentration ist das eine Sache von Sekunden.
Ursache war zunächst nicht geklärt
Zwei Tage lang blieb die Ursache ungeklärt, ein Sachverständiger und die Kripo gingen auf Spurensuche. Bei der Druckprüfung füllte sich das Kinderzimmer sofort mit Rauch. An dem Unglückstag selbst soll auch die ungünstige Wetterlage dafür gesorgt haben, dass der Rauch nicht richtig abzieht. Die undichte Stelle sieht man nicht. Inzwischen ist der Kamin saniert, der Ofen im Keller aber noch aus. „Die Angst hat einen im Griff”, sagt die Mutter. Erst wollte die Familie sofort ausziehen. „Aber wo sollten wir so schnell hin?” Jetzt sind in jedem Zimmer CO-Alarmmelder installiert.
Iris Brücksken kann nicht verstehen, warum die Prüfung in alten Häusern nicht Vorschrift ist. Schließlich gebe es in der Umgebung unzählige unsanierte, alte Bergarbeiterhäuser. Und wie sie in Gesprächen mit Nachbarn erfahren habe, wissen die Wenigsten von der Gefahr und der Möglichkeit einer Überprüfung.
Verkettung von mehreren Faktoren
Einen Fall wie den in Asterlagen würde es nur höchst selten geben, sagte ein Sprecher der Schornsteinfeger-Innung. Druckprüfungen führe man nur bei neu eingebauten Kaminen oder bei einer Wiederinbetriebnahme durch. Selbst bei einer undichten Stelle müsste der Kamin im Normalfall noch funktionieren, so der Sprecher. Ein solches Unglück sei in der Regel eine Verkettung von mehreren Faktoren.
22:28
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10:57
Kohlenmonoxid? Ist das nicht dieses völlig harmlose Gas, dass man problemlos per Pipeline quer durch dicht besiedeltes Gebiet pumpen kann?
09:24
Mein persönlicher Eindruck: Der Schreiber dieses Artikels sollte bei der Yellowpress anheuern.
Sülze auf`s Brot, nicht auf`s Papier!
06:05
Ich habe letztens eine sehr seltene Vogelgattung mit dem lateinischen Namen Tenrix Kapiertnix auf nen Kamin nisten sehen.Mal schauen ob man ne Genehmigung bekommen kann und diese Gattung vom Kamin schiessen kann!
21:41
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