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Stadtfest

Knüller von Kunst bis Kitsch

30.05.2010 | 16:58 Uhr
Knüller von Kunst bis Kitsch

Lena hatte mit ihrem Satelliten die Nase vorn. Löws Truppe war ein Renner, und auch Vitali Litschko schlug noch so viele Fans in seinen Bann, dass die Konzerte beim Stadtfest-Samstag zwar gut besucht waren, aber längst nicht so dicht umlagert wie in den Vorjahren.

Dafür hatten die Besucher am Nachmittag einen neuen Rekord aufgestellt. Wenngleich sich die Organisatoren mit zahlenmäßigen Schätzungen zurückhalten wollten, waren sich doch alle einig, dass die normale Besucherlücke - sonst zwischen 13 und 17 Uhr klaffend - in diesem Jahr gänzlich ausgeblieben ist. Wir sind hoch zufrieden,“ freute sich Karsten Vüllings vom Werbering.

Frühstück
zum Marathonlauf

Die Kaffee- und Kuchentafeln der Vereine wie bei den Maragrethensiedlern an der Krefelder Straße und den Aleviten in der Fußgängerzone waren durchgängig gut besucht. IGMS-Vorsitzender Bernd Pelny: „Wir verzichten dieses Jahr auf unser Straßenfest und beteiligen uns dafür hier.“ Unter dem Zeltdach der IGMS gab es zum Schwätzchen Wein und selbstgebackenes Brot, am Sonntagmorgen ein Frühstück, bei dem die Marathonläufer hautnah angefeuert wurden.

Die Straßenhändler boten die breite Palette zwischen Kunst, Kitsch und praktischen Haushaltgeräten an: Bilderdrucke enthielten Motiven von Tigern, süßlich blinzelnden Putten und Leuchtturmromantik. Schräg gegenüber präsentierte sich der offizielle Ausrüster der „Deutschen Koch-Nationalmannschaft“ mit gusseisernem Geschirr.

Bügeleisen
für 200 Euro

Um die Ecke warb eine gewerbliche Bügelfrau mit schauspielerischem Geschick für das Bügeln ohne Dampf bei gleichbleibend geringer Temperatur. Für das Gerät sollten Käufer nur 200 Euro auf den Tisch legen. Hier offenbarte sich das Stadtfest als heitere Unterhaltungsnummer, bei der auch große Kinder ihren Spaß fanden. Technische Innovationen pries ein Fahrradhändler mit motorisierten Rädern an. Die per Batterie angetriebenen Stahlrösser waren schon ab rund 1050 Euro zu erwerben. Für ausgefeilte Modelle durfte man rund 1900 Euro hinblättern.

„Absolute Knüllerpreise“ hatte das Markforum für den verkaufsoffenen Sonntag versprochen - und auch gehalten, wenngleich die große Verkaufsfläche des Lebensmittelhändlers geschlossen blieb, dafür aber in der Passage Tische mit Sonderangeboten lockten: Ein „WM“-Brot (750 Gramm) kostete einen Euro, Popcorntüten 49 Cent, Geleebananen 96 Cent. Die leere Ecke des früheren Feinkostrestaurants gegenüber wurde mit Angeboten von Obst und Gemüse genutzt. Bis auf den Drogerie-Filialisten hatten alle Geschäfte im Marktforum geöffnet.

Kinder hatten ideale Plätze zum Austoben: Luftkissenburg, Schiffschaukel, Schweineexpress auf Schienen und zwei Kettenkarussells boten vom Marktplatz bis zum Auslauf der Krefelder Straße Spaß in der Luft und am Boden.

Letztes Maiwochenende
hat sich bewährt

Den Termin für das Stadtfest will Karsten Vüllings mit dem letzten Mai-Wochenende gerne beibehalten. „Dieses Datum hat sich jetzt im Vergleich zum früheren Muttertag-Wochenende bewährt.“ Dass zum Monatsende die Brieftaschen leer seien, habe sich beim Stadtfest nicht bemerkbar gemacht.

Martin Ziecke, Carl Korte

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