Kleiner Verein – große Gala

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Mit genau 99 Tagen Länge gehört die Session 2014/2015 eher zu den kürzeren. Einen Weg, sie mit karnevalistischen Höhepunkten zu füllen, finden die Karnevalsfreunde Hohenbudberg trotzdem jedes Jahr in ihrer Galanacht in der Aula der Marktschule in Friemersheim. Präsident Wolfgang Frengen blickt bestens aufgelegt in den kleinen Saal, in dem etwa 120 Menschen sitzen. „Die Stimmung ist super, der Eisbrecher zu Beginn war gut drauf, es läuft“, befindet er.

Auf dem Programm stehen Darbietungen verschiedenster Künstler, unter anderem von den Büttenrednern Manni Loebke oder Oberschwester Helga und dem Musikkorps BSW Hohenbudberg. Frengen freut sich besonders auf die Band „Pfropfen“, die später am Abend ihren Auftritt haben wird: „Die kommen hier aus dem Ort und sind mittlerweile Kult“, sagt er. Zum Abschluss der Sitzung erwarteten die Karnevalsfreunde noch die Prinzenpaare aus Uerdingen und Moers.

Auf der Bühne der Aula steht gerade Melina Hendel, die dem Publikum eine Reihe von Coversongs vorträgt. Sitzungspräsident Andre Hinte ist mächtig stolz auf seine zwölfjährige Großnichte, die mit ihrer Stimme bereits die Juroren der Castingshow „The Voice of Germany“ überzeugen konnte. Mit einem Orden und einem dreifachen Helau verabschiedet das Publikum Melina, nicht aber, bevor die junge Sängerin noch eine Zugabe zum Besten gegeben hat.

In den Umbaupausen laufen Karnevalsschlager wie „Rut sin de Ruse“ oder „Viva Colonia“ - kein Problem, die Hohenbudberger Narren zeigen sich auch bei Songs aus dem Herzen des Karnevals textsicher.

Mächtig Stimmung macht auch die Jugendtanzgarde Hohenbudberg, die als nächstes auftritt. Etwa anderthalb Dutzend junge Damen wirbeln zu fetziger Musik über die Bühne. Gerda Lenders, ebenfalls aus dem Ort stammend, ist begeistert: „Für so einen kleinen Verein machen die sich sehr gut“, sagt die Seniorin, die sich in ein Outfit der Drei Musketiere geworfen hat. Sie komme jedes Jahr zur Sitzung der Karnevalsfreunde Hohenbudberg.

„Wir hängen im Zeitplan“

Viele Gäste sind kostümiert und bleiben auch zu fortschreitender Stunde bestens gelaunt. Es wird fröhlich mitgeklatscht und gesungen, als das Bahnsozialwerk Hohenbudberg seine Mini-Playbackshow vorträgt – die Klassiker von Heino und Trude Herr kennt hier jeder. Wolfgang Frengen schaut zwischen den Programmpunkten immer mal wieder auf die Uhr. „Wir hängen mächtig hinter dem Zeitplan“, stellt er fest. Dies sei aber völlig normal. „Viele Künstler sind mit dem Verein verbunden, denen macht es nichts aus, warten zu müssen.“ Dass die Feier dadurch auch länger dauert als geplant, stört das Publikum in der Aula der Marktschule aber nicht, es feiert fröhlich weiter...