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Klappe zu, Buch sortiert

15.04.2009 | 17:14 Uhr

Ein neues System in der Rheinhauser Bücherei vereinfacht das Ausleihen und Registrieren aller Medien

Ein Schlitz, darüber ein Monitor und ab mit Buch, DVD oder CD. Aber einzeln, immer erst, wenn die Klappe wieder geschlossen ist. Die neue automatische Rückgabestation erspart dem Leser Rollwagen und Vorsortieren bei der Rückgabe von Medien. In der Rheinhauser Bücherei begann jetzt die Phase zwei des Selbstbuchungsmodells, das seit knapp zwei Jahren Nutzern und Mitarbeitern den Umgang mit der Registrierung von Büchern, CDs, Cassetten und DVDs erheblich erleichtert.

Die neue Ausleihwelt an der Händelstraße macht den Leser selbstständig: Zur Ausleihe erfolgt das Einscannen des Nutzerausweises mit Verbuchung des Mediums - kinderleicht. Störungen wegen Ausfalls der Anlage gab es höchstens ein- bis zweimal pro Jahr für ein bis zwei Stunden.

Die Rückgabe allerdings war mit Aufwand verbunden. Wolfgang Eilers, Leiter der Bibliothek: „Wir mussten die Medien immer kontrollieren, weil manche falsch auf den Rollwagen abgelegt wurden.” Wie etwa bei Medien aus anderen Zweigstellen oder der Zentrale. Das System der Duisburger Stadtbibliothek erlaubt nämlich die Rückgabe in allen Büchereien, egal zu welchem Bestand die Medien gehören und wo sie ausgeliehen wurden.

Die neue Rückgabestation wurde direkt im Eingang neben der Galerie eingerichtet. Hier verband früher eine Doppel-Glastür die Galerie mit dem deshalb selten genutzten Eingang, weil dieser Kunst- und Veranstaltungsraum auch vom Foyer der Bücherei aus betreten werden konnte.

Wo landen denn die Bücher, CDs, Filme und Cassetten, nachdem sie im dunklen Schlitz verschwunden sind? Natürlich auf der Rückseite in einer verschlossenen Kabine. Wolfgang Eilers öffnete sie für die Redaktion. Dort stehen unter dem Schlitz zwei Rollcontainer, die die eingeworfenen Medien aufnehmen, je nach Herkunft und Zielort.

Eine Kamera tastet das Medium auf der Rückseite nach dem Code ab und steuert es dementsprechend in die links stehende Kiste (für Eigenbestand) oder in die rechte (für andere Zweigstellen). Die Neuerung erspart auf jeden Fall einen Sortiervorgang. Außerdem gehen vorgemerkte Bücher, die im alten System nicht mehr oder erst nach langem Suchen zu finden waren, nicht verloren.

„Durch die elektronische Kamera werden alle Bücher erfasst und sind sofort im Zentralcomputer abrufbar,” erläutert Eilers. Auf dem Monitor vorne im Eingang erscheinen die Objekte allerdings nicht mehr. Eilers: „Dafür kann der Leser direkt nach der Rückgabe im PC-System der Bücherei feststellen, ob sein Medium erfasst wurde.” Tests vor der Freigabe des neuen Rückgabemodells bestätigten den fehlerfreien Ablauf.

Die Einrichtung der neuen Rückgabestation hat auch Folgen für die Erfassung der Ausleihen. „Die bisherigen Geräte sind auf die Ausgabe-Möbel zugeschnitten. Die jedoch sind für die Benutzer zu tief.” Tatsächlich musste man sich beim Scannen und bei der Auflage der Medien auf das Erfassungsfeld immer stark nach vorne bücken.

Das verspannt. Abhilfe schaffen sollen die bisher auf Rückgabe programmierten Computer, die umgestellt werden, und die dazugehörigen Möbel: „Die weisen nämlich die richtige Höhe für unsere Kunden auf. Auch Kinder können hier Medien ohne Mühe verbuchen.”

Carl KORTE

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