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Kistendschungel ade

07.11.2012 | 06:00 Uhr
Kistendschungel ade
Schüler der Klasse 4b lesen in der Schulbücherei der GGS Kirchstraße. Schulleiterin Iris Schönherr schaut ihnen dabei über die Schulter.Foto: Denis de Haas / WAZ FotoPool

Duisburg-Hochheide.   Vor über einem Jahr fusionierte die Marktschule in Hochheide mit der Kirchschule. Nun zieht Schulleiterin Iris Schönherr Bilanz und blickt positiv in die Zukunft.

Vor rund einem Jahr gab es noch viele Missstände und Beschwerden, doch jetzt kommen deutlich bessere Zeiten. Die Marktschule in Hochheide wurde vor und einem Jahr geschlossen und mit der Kirchschule zusammengelegt. Für 90 neue Mitschüler mussten an der Kirchstraße unter anderem drei weitere Klassenräume entstehen. Obwohl der Umbau in die Sommerferien gelegt wurde, klappte die Fusion der beiden Grundschulen damals nicht problemlos.

Kurz vor Schulbeginn fehlten noch etliche Möbel, überall waren Umzugskartons gestapelt und die Lehrer verbrachten ihren Urlaub als Umzugshelfer in der Schule. „Wir haben ein Jahr lang mit beiden Kollegien heftig gearbeitet, und ich bin sehr zufrieden“, resümiert jetzt Schulleiterin Iris Schönherr.

„Das Klima und die Zusammenarbeit sind sehr gut.“ Das sei vor allem auch dem ehrenamtlichen Engagement der Lehrer und Eltern zu verdanken. Inzwischen habe man einen gemeinsamen Weg gefunden, auf dem man sich „kleinschrittig dem Ziel nähert“: Nicht nur die bestmögliche Förderung der Schüler zu gewährleisten, sondern vor allem wieder Normalität einkehren zu lassen. Das gelinge bislang hervorragend, findet Schönherr.

Keine Schule wie jede andere

Dabei ist die Kirchschule anders als viele andere, denn vom alten Standort brachte Schönherr integrativen Unterricht für behinderte Schüler mit, die zusammen mit Kindern ohne Behinderung die Schulbank drücken. Ein weiteres Erbe der Marktschule ist der Status als Projektschule für Islamunterricht sowie für arabischen, kurdischen und türkischen „Herkunftssprachunterricht“. Außerdem bestehen außerschulische Angebote für weitere Sprachen wie Polnisch oder Russisch.

Dass sich seit dem Kistendschungel im vergangenen Jahr vieles verbessert hat, zeigte sich auch daran, dass nach einjähriger Pause wieder der Tag der offenen Tür und das Begrüßungsfest für die I-Dötzchen erfolgreich gefeiert wurden. „Jetzt laufen die Vorbereitungen für den ersten gemeinsamen Sankt Martin.“ Auch die Lehrerausbildung ist wieder aufgenommen, zum 17-köpfigen Kollegium gehört nun auch eine Referendarin und zudem eine Sozialarbeiterin. Mit den 270 Kindern, die größtenteils dreizügig „in kleiner Klassenstärke“ von 17 oder 18 unterrichtet werden, „wird die Zukunft gesichert sein.“

Dass man immer etwas verbessern kann, davon ist die Chefin der Kirchschule überzeugt. „Es ist ein stetiger Prozess, man muss immer nachhaken.“ So erhielt sie zum Beispiel neulich – immerhin mit einem Jahr Verspätung – noch einige Regale von der Stadt. Jetzt, wo alles wieder in geregelten Bahnen läuft, kommt trotzdem keine Langeweile auf, denn die nächsten Projekte für die Kinder sind bereits geplant – werden aber noch nicht verraten.

Gute Anmeldezahlen

Gut sehen auch die Anmeldezahlen für das kommende Schuljahr aus, mindestens 40 neue Erstklässler werden an die Kirchstraße kommen, das reicht für zwei Klassen. „Wir freuen uns über die Anmeldungen, aber Dreizügigkeit wäre ideal“, sagt Schönherr. Allerdings können Eltern ihre Kinder noch nachmelden. Einen Wunsch können sie Schönherr jedoch nicht erfüllen: „Wir sind ein reines Damenkollegium. Ich hätte gerne einen männlichen Kollegen.“

Oliver Kühn



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