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Kirchenaktion gegen Kinderarmut

14.06.2010 | 18:28 Uhr
Kirchenaktion gegen Kinderarmut
Am Sonntag, den 13. Juni 2010 stehen vl. Manfred Heyden und Michael Ziebuhr vor der Evangelischen Kirche an der Rheinstraße. Foto Alexandra Umbach / Waz FotoPool

Ende August ist es soweit: „Homberg macht Schule“ und bekommt seine ökumenische Schulmaterial-Kammer. Die fünf katholischen und evangelischen Kirchengemeinden in Homberg haben sich zusammengetan, um Familien mit geringem Einkommen wirksam zu helfen.

Eine Woche vor dem Start ins neue Schuljahr erhalten Kinder kostenlos Hefte, Stifte, Zirkel, Farbkästen, Mäppchen und Kleber in der Bezirksbibliothek an der Ehrenstraße. Das kündigte Mitinitiatorin und Kirchmeisterin Brigitte Bobbert beim Diakoniesonntag in der evangelischen Rheinkirche an.

„Ziel des Projektes ist, Schülern besonders bei der Einschulung und beim Wechsel in die fünfte Klasse mit Schulmaterial zu unterstützen“, sagt Manfred Heyden, Leiter der Grundschule Kirchstraße. „Das Projekt richtet sich an Familien, denen es finanziell schwer fällt, ihre Kinder angemessen auszustatten.“

„Die Lehrer an den Homberger Grundschulen werden im Vorfeld feststellen, welche Jungen und Mädchen unterstützt werden müssen“, erläutert Heyden den geplanten Ablauf. Bei der ersten Ausgabe des Schulmaterials im August müssen die gering verdienenden Eltern einmalig Nachweise über den Bezug von Arbeitslosen-, Wohngeld und Kindergeldzuschlag vorlegen, dazu Gutscheine, die Lehrer ausgestellt haben.

In der Woche ab dem 25. August öffnet die neue Ausgabestelle täglich von 16 bis 17.30 Uhr, danach das ganze Schuljahr über mittwochs von 16 bis 17.30 Uhr. Das neue Projekt orientiert sich weitgehend am Beispiel der drei bestehenden Kammern auf Duisburger Boden - in Hamborn, Hochfeld und im Süden der Stadt. „Dort gibt es enormen Zulauf“, berichtete Schulleiter Heyden.

Dass es einen hohen Bedarf an Hilfe gibt, ist unter Fachleuten längst unstrittig. Während die öffentliche Hand den meisten Familien mit Hartz-IV-Bezug kostendeckende Zuschüsse gibt, müssen die meisten Geringverdiener, zu denen auch viele allein erziehende Mütter und Väter gehören, auch das Schulmaterial aus eigener Tasche zahlen.

Diese Eltern müssen oft jeden Euro umdrehen. Daher haben sie oft auch Schwierigkeiten, ihren Kindern die Teilnahme an Klassenfahrten zu bezahlen, berichteten Manfred Heyden und Brigitte Bobbert. Die viel beschworene Chancengleichheit aller Kinder stößt da oft ganz schnell an ihre engen Grenzen. Heyden: „Es gibt tatsächlich diese Armut in der Schülerschaft. Auf dem Schulhof sind Kinder, die in Armut leben, nicht sofort zu erkennen. Doch wenn man genauer hinschaut, bemerkt man die Armut schon: Wenn Kinder mehrere Tage hintereinander das gleiche T-Shirt tragen oder Schuhe und Sandalen nicht mehr passen“, berichtete Heyden vor rund hundert Zuhörern in der Rheinkirche.

Die Initiative „Homberg macht Schule“ ist auf Geld- und Sachspenden angewiesen. Alle beteiligten Kirchengemeinden und Grundschulen bitten daher um Spenden.

Beim Gottesdienst am Diakoniesonntag predigte auch Michael Ziebuhr, neuer Diakoniepfarrer des Kirchenkreises Moers. Der beliebte 53-jährige Sozialethiker aus Kamp-Lintfort bleibt der dortigen evangelischen Christuskirchengemeinde mit einer halben Stelle auch künftig erhalten.

Martin Krampitz

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Kommentare
19.06.2010
23:28
Kirchenaktion gegen Kinderarmut
von Der Ball ist aus Leder | #3

Wir müssen endlich die wirklichen Dinge des Lebens wieder finden.

19.06.2010
22:53
Kirchenaktion gegen Kinderarmut
von Sigi17 | #2

Kinderarmut.

Es gibt zwei Herausforderungen:

1.Die Kinder sind arm – Kinderarmut.
2.Duisburg ist arm an Kindern – Kinderarmut.

Ich bin sehr zornig, dass diese unsere Deutsche Gesellschaft die Ziele des Lebens und der Schöpfung einem Mammon geopfert hat. Dafür wird Duisburg büßen: Sozialbericht Duisburg 2010.

Das Goldene Kalb ist heute der Ochse in Politik und Stadtverwaltung.

.

15.06.2010
22:02
Kirchenaktion gegen Kinderarmut
von Tussnelda | #1

In Rheinhausen ist es auch endlich soweit. Die Ausgabestelle befindet sich auf der Händelstraße und umfasst die Bezirke Rheinhausen und Rumeln-Kaldenhausen.

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