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Bezirksvertretung

Kein Blatt vorm Mund

17.01.2013 | 06:00 Uhr
Kein Blatt vorm Mund
Bruno Hensellek blättert in der „Geschichte der Sozialen Demokratie“. In seinem heimischen Büro bereitet sich der 57-jährige Maschinist zukünftig auf die Sitzungen der Rheinhauser Bezirksvertretung vor.Foto: Tanja Pickartz

Duisburg-Rheinhausen.   Der Gewerkschafter Bruno Hensellek (SPD) wird neuer Bezirksvertreter. Eines seiner politischen Ziele lautet: Den Niedergang der „Stadt Rheinhausen“ aufhalten.

Bruno Hensellek (SPD) wird das neue Gesicht in der Rheinhauser Bezirksvertretung. Er rückt für Ersin Erdal nach, der wiederum im Stadtrat der Nachfolger von Elisabeth Liß wird. „Die Nachricht war für mich völlig überraschend“, sagt der 57-jährige Hensellek. „Ich war gerade mit meiner Frau im Urlaub in Holland, als der Anruf kam.“ Hatten ihn seine Genossen zunächst mit der Neuigkeit unerwartet überrollt, freut er sich inzwischen auf die neue Aufgabe.

„Die Bezirksvertretung ist zwar Neuland für mich und am Anfang wird es sicher nicht leicht, aber ich habe die Unterstützung meines Ortsvereins.“ Der liegt in Hochemmerich, wo Hensellek mit seiner Ehefrau Gisela in einer Mietwohnung lebt. Unerfahren in Gremienarbeit ist der gelernte Maler und Lackierer, der nach Stationen bei Krupp und Thyssen nun als Maschinist bei Arcelor Mittal arbeitet, jedoch nicht: „Ich bin Gewerkschafter durch und durch.“ Bei der IG Metall ist er seit Jahren Vertrauensmann und sitzt ab März im Duisburger Betriebsrat von Arcelor Mittal. Auch in der SPD arbeitet er in einigen Vorständen mit.

Einsatz für die kleinen Leute

Dabei ist er gerade mal zehn Jahre in der Partei. Zwar hatte er während des Krupp-Arbeitskampfes in den 1980er Jahren schon mit dem Eintritt geliebäugelt, dann aber damalige SPD-Funktionäre kennengelernt und blieb deshalb zunächst jahrelang parteilos. „Man muss nicht in einer Partei sein, um anderen Menschen zu helfen.“

In der Bezirksvertretung will er sich für die kleinen Leute einsetzen, vor allem möchte er jedoch den Niedergang von Rheinhausen aufhalten: „Die Duisburger Innenstadt ist wie eine Blume und drum herum ist nur Wüste. Es tut Not, dass mehr Geld nach Rheinhausen fließt – trotz der Haushaltslage.“ Die „Stadt Rheinhausen“ (den Begriff „Stadtteil“ benutzt er nicht) werde immer dreckiger, dagegen müsse man etwas tun. Als Mitglied des Vereins „Sauberes Duisburg“ geht er mit gutem Beispiel voran. Zudem müsse der Lkw-Verkehr auf der Friedrich-Ebert-Straße verringert und für das „Problemhaus“ in Bergheim eine Lösung gefunden werden. „Diesen Konflikt müssen wir dringend entschärfen. Wenn man die Eltern nicht erreicht, muss man bei den Kindern anfangen.“ Sie müssten zur Schule gehen und Deutsch lernen.

Wie die Arbeit in der Bezirksvertretung tatsächlich ist, könne er zwar nicht sagen – seine Feuertaufe steht noch aus –, doch eines verspricht er: „Ich werde kein Blatt vor den Mund nehmen.“ Auch nicht im Wahlkampf, mit dem er Peer Steinbrück zur Kanzlerschaft verhelfen möchte. „Er ist kompetent und ehrlich, in der Finanzpolitik kann ihm so schnell keiner das Wasser reichen – er ist der richtige Kandidat.“ Hunderte von Plakaten will Hensellek aufhängen und Rheinhausen mit Flyern zupflastern. Er selbst kann dabei auch auf seine Neffen und Nichten zählen, die wie viele seiner Verwandten in der Partei aktiv mitarbeiten. „Wenn wir uns zusammentun, könnten wir einen eigenen Ortsverein gründen“, lacht er.

Findet er neben Beruf, Gewerkschaft und Politik etwas Zeit, kocht und werkelt er. Zudem reist er gerne mit seiner Frau, am liebsten alle paar Jahre nach Australien, wo sein Bruder lebt. Jetzt freut sich Bruno Hensellek darauf, seinen Bezirk noch besser kennenzulernen – die erste Einladung zu einer Karnevalssitzung hat ihn bereits erreicht.

Heutige Sitzung noch ohne Bruno Hensellek

Bei der heutigen Sitzung der Bezirksvertretung (16 Uhr, Bezirksamt Rheinhausen), wird Bruno Hensellek nicht als Mitglied dabei sein. Ersin Erdal wird ein letztes Mal teilnehmen, er tritt erst morgen offiziell zurück.

Bevor der Gewerkschafter Hensellek nachrücken kann, müssen noch einige Formalien erfüllt werden, sowohl von der Stadt als auch vom Arbeitgeber. Bei der nächsten Sitzung könnte er aber bereits vereidigt werden.

Oliver Kühn

Kommentare
19.01.2013
16:09
Kein Blatt vorm Mund
von Rheinhauser | #4

Dann sehen wir uns ja am Dienstag beim runden Tisch in Bergheim! Da können wir dann sehen wie die SPD das Problem Elendsquartier Bergheim angehen...
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2013-01-17 06:00
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