Kaum kleine Lebensmittelgeschäfte

Das EKZ  ist ein typischer Großmarkt am Rande der Ortsmitte.
Das EKZ ist ein typischer Großmarkt am Rande der Ortsmitte.
Foto: funke Foto Services
Was wir bereits wissen
In reinen Wohngebieten sind kleinere Lebensmittelgeschäfte nicht zu finden. Der Weg zu Großanbietern am Rand der Ortsmitte ist für ältere Menschen mitunter nicht möglich. Konzerne haben Problematik erkannt

Duisburg-Rheinhausen..  Mehl oder Milch beim Einkauf vergessen. Ärgerlich, wenn eines von beiden unbedingt benötigt wird. Mancher setzt sich unverrichteter Dinge ins Auto und fährt los zum nächsten großen Lebensmittelanbieter. Mancher aber muss aufs Fahrrad steigen oder gar den Bus nehmen. Gar unmöglich ist ein spontaner Einkauf für jene, die den Weg zum Discounter zu Fuß zurücklegen müssen, es sei denn, sie wohnen nicht zu weit davon entfernt.

Aber Großmärkte mit vielen Parkplätzen vor der Tür sind hauptsächlich am Rande einer Ortsmitte angesiedelt. Das EKZ Rheinhausen an der Asterlager Straße ist ein solches Beispiel. Und das hat seinen Grund. Wollen sich Konzerne mit einer Verkaufsfläche von über 2600 Quadratmetern in Duisburg ansiedeln, erhalten sie dafür die Genehmigung nicht in einem Wohngebiet. Dort darf ein Geschäft maximal die Größe von 800 Quadratmetern haben.

Das Einzelhandels- und Zentrenkonzept der Stadt Duisburg, im Rahmen des Projektes „Duisburg 2027“ vom Amt für Stadtentwicklung und Projektmanagement erstellt, befasst sich ausgiebig damit, wie sich in den Stadtteilen die aktuelle Versorgungssituation durch Fachgeschäfte jeglicher Art auch im Duisburger Westen darstellt und wo künftig Handlungsbedarf bestehen könnte.

Ein Anwohner der Winkelhauser Straße in Asterlagen wünscht sich ein kleines Geschäft. Er argumentiert damit, dass in dem Bereich mittlerweile die Bevölkerung immer älter werde und oft nicht in der Lage sei, zum EKZ oder nach Bergheim zu fahren. Vor Jahren, so der Bürger, habe es an der Ecke Hochheider-/Winkelhauser Straße einmal einen Kiosk gegeben, wo unter anderem Brötchen gekauft werden konnten. Nach vier Jahren sei das kleine Geschäft jedoch wegen zu geringen Umsatz wieder geschlossen worden.

Georg Puhe, Sachgebietsleiter Stadtentwicklungsdezernat betonte, dass die Stadt um das Problem wisse. In den Ortsteilen Mündelheim und Serm im Duisburger Süden gingen Nahversorger zum Beispiel raus. Das sei ein marktwirtschaftliches Problem. Die Stadt hat somit keinerlei Möglichkeiten der Einwirkung. Die Entscheidung einer Ansiedlung fällt ein Lebensmittelkonzern grundsätzlich selbst, die Stadt geht diesbezüglich nicht auf sie zu. Georg Puhe: „Die Stadt kann lediglich verhindern, dass Großmärkte entstehen.“ Gleichwohl hätten aber diese großen Anbieter die Problematik der fehlenden kleineren Geschäfte inzwischen erkannt. Georg Puhe weiß, dass sie sich damit auseinander setzen, kleinere Nahversorgungen anzubieten. Darüber hinaus würden auch die Einkaufsmöglichkeiten von Lebensmitteln im Internet überlegt.