Kämpferisch gegen das Kraftwerk in Uerdingen
05.12.2010 | 15:21 Uhr 2010-12-05T15:21:00+0100
Duisburg/Krefeld.Das Klimabündnis Niederrhein mit seinen 35 Gruppen demonstrierte am Weltklimatag am Stadtrand von Krefeld und Duisburg gegen das geplante Kohlekraftwerk im Uerdinger Chempark.
Ob es regnet oder schneit, der Kraftwerksgegner ist bereit. Zwar gab es weder Regen noch Schnee, aber Temperaturen um minus zwei Grad und eisigen Wind um 47 km/h, als rund 200 Bürger gegen das Kraftwerk protestierten.
Bei der Kundgebung am Stadtrand von Krefeld und Duisburg, in Sichtweite des möglichen Bauplatzes, demonstrierte das Klimabündnis Niederrhein mit seinen 35 Gruppen am Weltklimatag ungebrochenen Kampfeswillen gegen das umstrittene Projekt.
Samstagmittag, fünf vor zwölf, nahe der Sackgassen-Kreuzung an der Landstraße 473n: Rund 200 dick vermummte Menschen versammeln sich auf der freien Fläche zwischen Mühlenberger Friedhof, Chempark und Rumelner Ackern. Viele Duisburger und Krefelder trotzen hier der klirrenden Kälte, aber auch zahlreiche Bürger aus dem gesamten Ruhrgebiet. Die meisten sind mit dem Pkw gekommen. Und zwei Demonstranten sind sogar mit dem Fahrrad zur Kundgebung geradelt.
Kein SPD-Vertreter vor Ort
Viele bunte Fahnen wehen im schneidenden Südwind. Der BUND, verschiedene Bürgerinitiativen, Die Grünen, die Linke, die MPLD, die IG Metall und die IGBCE – der größte Teil des linken Spektrums hat seine Vertreter geschickt. Nur die SPD, die sich von Anfang für das Kraftwerk ausgesprochen hat, ist nicht dabei. Die Genossen wollen den Industriestandort Chempark und damit die Arbeitsplätze vor Ort sichern.
Die wiedererwachte Widerstandskraft der neuen bundesweiten Protestkultur gegen Großprojekte ist spürbar, auch hier und heute. Gorleben und Stuttgart 21 lassen grüßen. Es ist wieder wie in den späten 70ern/frühen 80ern: Transparente werden hochgehalten, werden Sprechchöre skandiert.
Die Attac-Theatergruppe Niederrhein zeigt in einer dramatischen Spielszene, wie sehr der Planet Erde und seine Natur unter Hunderten Kohlekraftwerken, unter einer symbolischen Flutwelle von CO2 und Feinstaub leiden. Bis Natur und Menschen beginnen, sich dagegen zu wehren. Die Schauspieler fordern „Climate Justice now!“ Nun läuft „Let`s work together“ vom Band, ein Oldie der US-Rocker Canned Heat, ein Signal zum gemeinsamen Kampf. Alle tanzen. Die Polizei bleibt heute im Wagen.
Verantwortung der Industrienationen
Dann die Reden. Ein Sprecher erinnerte an die Verantwortung der Industrienationen, den Ausstoß von Schwefeldioxid drastisch zu senken und den globalen Temperaturanstieg von zwei bis sechs Grad bis 2100 zu stoppen. Nach der Pleite von Kopenhagen vor einem Jahr fordert er von der gerade laufenden Weltklimakonferenz in Cancun ein gerechtes Klimaabkommen.
Norbert Böhmer, Vorsitzender der Rheinhauser Bürgerinitiative „Saubere Luft“, greift zum Mikrofon: „Mit der heutige Aktion wollen wir den Betreibern des Kohlekraftwerks hier in Uerdingen deutlich sagen: Wir werden Euch das sehr ungemütlich machen, wenn ihr vorher nicht abdreht! Aber wenn Ihr wirklich an den Plänen festhalten wollt, dann werden wir hier mit mehr Leuten aufmarschieren. Wir werden den Druck erhöhen und die Auseinandersetzung vor Gericht und den Diskussionen führen!“
Da Krefelds Oberbürgermeister Gregor Kathstede an diesem Tag ursprünglich den Grundstein für das Kohlekraftwerk im Uerdinger Chempark enthüllen wollte, legen nun Böhmer, Harald Jochums von Niederrheinischen Umweltverband und Ulrich Grubert, Vorsitzender des Klimabündnisses Niederrhein, symbolisch ihren eigenen Grundstein – für ein virtuelles Gas- und Dampfturbinenkraftwerk.
Gas- und Dampfturbinenkraftwerk als Alternative
„Damit wollen wir unsere umweltfreundlichere Alternative für den Chempark präsentieren“, so Jochums. Den grau-weißen Granitblock, Aufschrift „Gaskraftwerk“, 70 Kilo schwer, will das Klimabündnis Niederrhein Trianel schenken, so Grubert. Er lässt durchblicken, dass inzwischen nicht nur der Krefelder Stadtrat, sondern auch Trianel mit einem Gaskraftwerk „sympathisiert“. Machbarkeitsstudien sind geplant.
Ein Vertrauensmann der Krefelder IGBCE berichtet, auf die Kollegen im Chempark werde ein großer Druck bis hin zum Mobbing ausgeübt. Norbert Böhmer : „Wir treiben den Dialog mit den Beschäftigten voran, aber das ist ein hartes Brot!“ Nach 80 Minuten geht die Kundgebung mit einem ohrenbetäubenden „Schwabenstreich“ zu Ende: Mt Rasseln, Trillerpfeifen, Kuhglocken. Trommelnd protestieren die Gegner noch mal lautstark gegen den Bau des Kraftwerks. Dann löst sich die Versammlung auf. Heute ist die Klimaerwärmung noch nicht zu spüren…
06:13
35 Bündnisse und 200 Teilnehmer ??
WOW !! Vermutliche der Vorsitzende, der Stellverteter, der Schatzmeister, sein Stellvertreter und der Protokollführer eines jeden Bündnisses !!
Da sieht man mal wieder wie groß der Widerstand wirklich ist und von den medien nur aufgeputscht wird !!
09:21
Lieber Versteher (!!!),
es geht hier nicht um O2, wie sie zweimal geschrieben haben. O2 steht für Sauerstoff, den wir zum Atmen brauchen und der zu gut 20% in der Atmosphäre vorhanden ist. Es dreht sich um CO2, das ist Kohlenstoffdioxid oder kurz Kohlendioxid, das entsteht bei Verbrennungsprozessen. So viel zum Thema keine Ahnung haben.
13:40
Die Klimabündnisse sind in der Regel Bündnisse von Grünen und Linken Spinnern, die von der Materie keine Ahnung haben. Sie verfolgen ganz andere Ziele und wollen eine DDR 2.0.
Das Klima wandelt sich immer und der Wandel ist nicht von Menschen gemacht. O2 hat definitiv keinen Einfluss auf unser Klima.
Ende des 19. Jahrhunderts lag wegen des höheren O2-Gehaltes der Atmosphäre die Baumgrenze wesentlich höher als heute. Jetzt stehen, wenn überhaupt, nur verkrüppelte Bäume in diesen Höhen. War mal ein prima Lawinenschutz.