Juliane schafft Sprung ins Finale der Bio-Olympiade

Juliane Benning (17) aus Homberg schaffte den Sprung ins Finale der bundesweiten Biologie-Olympiade
Juliane Benning (17) aus Homberg schaffte den Sprung ins Finale der bundesweiten Biologie-Olympiade
Foto: Lars Heidrich
Was wir bereits wissen
Nach zwei Vorrunden am Franz-Haniel-Gymnasium setht die 17jährige Hombergin ,eine der besten 45 Biologie-Schüler in Deutschland, in der Endrunde des Bundeswettbewerbs. Danach will Juliane ihr Abitur stemmen.

Duisburg-Homberg..  Gestern Vormittag am Franz-Haniel-Gymnasium (FHG) in Homberg: Hunderte Schüler strömen aus dem Portal der Schule, die Zeugnisse in der Hand, die einen schauen fröhlich, andere eher nachdenklich drein.

Oberstufenschülerin Juliane Benning gehört zu denen, die sich heute besonders freuen können: Die 17jährige bringt wie immer gute Noten nach Hause. Und in der letzten Klasse auf dem FHG, in der 12. Jahrgangsstufe (Q2), hat das Mädchen auch noch etwas ganz Besonderes geschafft: Bei der bundesweiten Biologie-Olympiade hat Juliane nach zwei erfolgreichen Vorrunden an ihrer Schule den Sprung in die Endrunde geschafft.

Sie gehört zu den acht besten Biologie-Schülern in Nordrhein-Westfalen und zu den 45 besten in ganz Deutschland. Vom 8. bis zum 13. Februar darf die Tochter zweier Mediziner nach Kiel zum großen Finale fahren.

Schon früh hat die Hombergerin ihre Begeisterung für Biologie, für Menschen, Tiere und Pflanzen entdeckt, seit dem 5. Schuljahr kontinuierlich Biologie-Unterricht gehabt - was in Zeiten des Lehrermangels in naturwissenschaftlichen Fächern nicht selbstverständlich ist. Ihrem Bio-Lehrer Rene Immig, seit rund 20 Jahren am FHG, ist die Schülerin schon früh aufgefallen: „Juliane ist eine vorbildliche Schülerin, die weiß, was sie kann. Sie ist ein Mensch, der darauf achtet, wann er gefragt ist, eine Leistungsträgerin.“ Bei der Biologie-Olympiade in die dritte Runde vorzustoßen, ist eine echte Hausnummer.“ Und menschlich? „Sie wird von allen Schülern im Leistungskurs als sympathisch aufgenommen.“

Fleiß, Ausdauer, Konzentration

Mit Fleiß, Ausdauer und Konzentration hat Juliane Benning alle Aufgaben des Wettbewerbs bearbeitet. In der ersten Runde in den Sommerferien musste sie etwa das Rätsel um die Pigmentierung und Melaninproduktion des Menschen sowie die geografische Verteilung der Hautfarben lösen. Eine andere Aufgabe drehte sich um Lang- und Kurztagpflanzen, heißt: Wie viel Sonnenlicht brauchen bestimmte Pflanzenarten am Tag zur Blüte?

In der zweiten Runde nach den Herbstferien musste sie im Multiple-Choce-Verfahren die richtigen Antworten auf 40 knifflige Fragen ankreuzen. „Das ging weit über das normale Schulwissen hinaus..“ Dazu musste Juliane sechs komplexe Sonderaufgaben lösen. Ein Beispiel: Wissen Sie über „Allelfrequenzen in bestimmten Populationen“ oder „Hormone und ihre Funktionen“ Bescheid? Juliane wusste es: Bei den Allelfrequenzen geht es um die Zustandsformen eines Gens, die auch über Augen- oder Hautfarbe mitentscheiden.

Jetzt bereitet sich der Teenager gewissenhaft auf die Endrunde in Kiel vor, denn die theoretischen und praktischen Übungen dort werden sicher vergleichsweise eher schwerer als einfacher. Sie sieht es sportlich: „Dabei sein ist alles.“ Die Sieger dürfen im Juni zur Welt-Biologie -Olympiade ins dänische Aarhus fahren. Aber soweit denkt Juliane jetzt noch nicht. Denn vorher muss sie noch „ganz nebenbei“ eine andere wichtige Aufgabe stemmen: das Abitur. Im März /April stehen Prüfungen in den Fächern ihrer Leistungskurse Biologie und Englisch und ihrer Grundkurse Deutsch und Pädagogik an. Danach möchte sie Medizin studieren wie ihre Eltern, die beide Radiologen sind.

Klavier, Tennisschläger, Bücher

Gibt es ein Leben vor und nach den Schulstunden? „Natürlich“, sagt Juliane und lächelt. „Am liebsten spiele ich Klavier und Tennis. Ich jogge unheimlich gern und bin eine ausgesprochene Leseratte.“