Jugendzentrum Rumeln braucht mehr Personal

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Was wir bereits wissen
Seit einem Jahr wird eine Planstelle in dem Treff für Teens an der Dorfstraße nicht wiederbesetzt. Bürgerin schrieb Offenen Brief an OB Sören Link und sammelte für ihre Petition 200 Unterschriften

Das städtische Jugendzentrum Rumeln an der Dorfstraße, gleich hinterm Kulturtreff Rumeln, hat einen personellen Engpass und damit ein Problem. Seit etwa einem Jahr leitet Frank Schäfer den Treff für die Teenager alleine, denn seit Anfang 2014 ging seine Kollegin und engste Mitarbeiter in Mutterschutz und in Elternteilzeit und kehrte seither nicht wieder auf die Stelle zurück. Genauso lang wurde der vakante Posten nicht wieder neu besetzt. Als Frank Schäfer im Herbst vorübergehend krank wurde, musste eine Honorarkraft den Jugendtreff leiten. Dies war nur möglich, da der Förderverein Zentrum Rumeln einsprang und die Honorarkosten übernahm.

Für die Rumelnerin Annette Fischer konnte die enge Personallage kein Dauerzustand sein. Sie schrieb im Oktober einen Offenen Brief an Oberbürgermeister Sören Link (SPD). Darin hob sie die Vorteile des Jugendzentrums hervor und argumentierte wie folgt: „Bedenken Sie bitte, dass Kinder aus sozial schwachen Familien im Jugendzentrum integriert werden und das Mittagessen für diese besonders wichtig ist. Unsere Kinder werden alle pädagogisch betreut und geprägt. Sie lungern nicht auf der Straße herum und bekommen anständiges Sozialverhalten vermittelt-. Sonst müssten berufstätige Mütter Tagesmütter engagieren , die wiederum das Jugendamt zum Teil finanzieren würde/müsste.“ An OB Link appelliert Annette Fischer: „Nehmen Sie unsere Bitte ernst, sich schnellstmöglich um die Neubesetzung der Stelle zu kümmern. Auch muss gewährleistet sein, dass bei Abwesenheit von Herrn Schäfer ein Ersatz zur Verfügung steht.“ Der Brief endet mit den Worten: „Wir wissen alle, dass es der Stadt nicht gut geht.Dafür haben wir alle Verständnis Aber wir dürfen dies nicht auf dem Rücken der Kinder austragen.“

Unterschriften werden übergeben

Annette Fischer suchte und fand Mitstreiter für ihr Anliegen. Rund 200 Rumelner und Kaldenhausener unterschrieben den Offenen Brief inzwischen. Eigentlich sollte am 10. Februar die Petition an Holger Pethke, den Leiter des städtischen Jugendamtes, übergeben werden. Dieser Termin musste erst einmal verschoben werden, soll laut Stadtverwaltung aber bis Ende Februar nachgeholt werden. Nicht mitteilen konnte die Verwaltung gestern bis Redaktionsschluss, ob und wann die offene Planstelle im Jugendzentrum Rumeln wieder besetzt wird.

Auch an der Schul- und Stadtteilbibliothek Rumeln-Kaldenhausen gab es 2014 Personalmangel. Daher musste sie von Juli bis Anfang Januar geschlossen werden. Im Dezember wurde die Wiederbesetzung der Leitungsstelle in der Bücherei genehmigt. Daher hat die Bücherei seit dem 7. Januar wieder geöffnet, dienstags und mittwochs von 10 bis 14 Uhr und samstags von 10 bis 13 Uhr. Sobald die Leitungsstelle wieder besetzt sei, will die Bücherei zu ihren früheren Öffnungszeiten zurückkehren, so die Stadt.