Jobcenterinitiative kritisiert Hygiene bei „Bürger für Bürger“

In dieser Brottüte fand eine 25-Jährige aus Beeck eine lebende Spitzmaus, die inzwischen wieder in Freiheit ist.
In dieser Brottüte fand eine 25-Jährige aus Beeck eine lebende Spitzmaus, die inzwischen wieder in Freiheit ist.
Foto: Privat
Was wir bereits wissen
Initiative „Auf RECHT bestehen: Kein Sonderrecht im Jobcenter“ zeigt sich entsetzt über die Zustände in der „Duisburger Suppenküche des Herrn Karling“. Und fordert Konsequenzen.

Duisburg-Rheinhausen..  Die Duisburger Initiative „Auf RECHT bestehen: Kein Sonderrecht im Jobcenter“ reagiert deutlich auf eine Geschichte, die in der vergangenen Woche in dieser Zeitung gestanden hatte. Eine Frau aus Beeck fand eine lebende Maus in einer Brottüte des Vereins „Bürger für Bürger“. „Wir sind entsetzt über die Zustände in der Duisburger Suppenküche des Herrn Karling“, sagt Detlef Hertz von der Jobcenterinitiave.

Hertz weiter: „Die Maus in der Brottüte ist nur ein Beispiel für die mangelnde Hygiene in den Lebensmittelausgabestellen seines Vereins. So wird dort auch regelmäßig geraucht. Und wer Kritik übt – der fliegt.“ Hertz spricht laut eigener Aussage von seinen eigenen Erfahrungen, die er mit der Rheinhauser Einrichtung gemacht habe.

Öffentliche Bloßstellungen und Hausverbote gegenüber Betroffenen seien die Machtinstrumente eines Vereinsvorsitzenden, der im Bereich der Armenspeisung inzwischen eine privilegierte Stellung eingenommen habe, so Hertz weiter. Von diesem konkreten Fall kommt der Aktivist zu einer allgemeinen Betrachtung: „Das Erstarken solcher zwielichtigen Tafeln ist die Folge einer verheerenden Sozial- und Wirtschaftspolitik. Das Duisburger Jobcenter verurteilt mindestens 68 000 Betroffene zu einem Leben weit unterhalb der Armutsgrenze.“

„Hartz IV-System überwinden“

Solche Zustände müssten ein Ende haben: „Wir fordern die Überwindung des Hartz IV-Systems und eine Anhebung der Regelleistungen und der Armutsrenten auf das vom Paritätischen Wohlfahrtsverband geforderten Niveau in Höhe von etwa 500 Euro“, schreibt Hertz’ Initiativen-Kollegin Daniela Zumpf. Bis dahin müssten als Sofortmaßnahme privat betriebene Tafel-Einrichtungen wie die von „Bürger für Bürger“ in die Hände der Stadt oder seriöser Wohlfahrtsverbände überführt und regelmäßig vom Gesundheitsamt kontrolliert werden.“