Initiative wehrt sich weiter gegen geplantes Gaskraftwerk
01.03.2010 | 14:18 Uhr 2010-03-01T14:18:00+0100
Duisburg.Die Firma Mingas will ihre Anträge für ein umstrittenes Grubengas-Kraftwerk in Duisburg-Baerl im März fertig haben. Die Stadt Duisburg ist der Ansicht, dass das Kraftwerk „einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz“ leiste. Das sieht die Bürgerinitiative vor Ort anders.
Eine Zeit lang ist es ruhig geworden um die geplante Bohrung nach Methangas mitten im Baerler Wohngebiet. Doch wie die Bürgerinitiative erfahren hat, will die Firma Mingas ihre Anträge für das umstrittene Grubengas-Kraftwerk im März fertig haben.
„Wir müssen uns warm anziehen“
„Wir müssen uns also warm anziehen“, sagt Thomas Balitzki-Schulze, Sprecher der Initiative. Aktuell wird das Thema bereits Dienstag wieder. Dann hat der Umweltausschuss Anträge auf dem Tisch liegen, die Bürger zum Teil bereits vor fast einem Jahr gestellt haben. Bis auf eine Ausnahme fordern Anwohner, dass sich die Stadt hinter sie stellt und deutlich gegen das Vorhaben positioniert.
Umstritten ist dabei vor allem ein Punkt: Die Stadt ist der Meinung, die Anlage leiste „einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz“. Das sieht die Initiative deutlich anders.
„Wir sind aus allen Wolken gefallen, als wir das gelesen haben“, sagt Balitzki-Schulze. „Diese Begründung ist schlichtweg falsch und eine Frechheit.“ Denn anders als an anderen ehemaligen Zechenstandorten würde in Baerl überhaupt kein Methangas entweichen, ist die Intitiative überzeugt und hat sich das von zwei anerkannten Experten bestätigen lassen. Demnach sei die Gesteinsschicht in Baerl so dick, dass überhaupt kein Grubengas an die Oberfläche komme. Erst durch die Bohrung öffne man die „Büchse der Pandora“. Fazit der Initiative: Wo kein Methan entweicht, leiste die aktive Absaugung auch keinen Beitrag zum Klimaschutz.
Einwände sollen geprüft werden
In Gesprächen habe Stadtdirektor Peter Greulich zugesagt, solche Einwände zu prüfen. „Die Informationen haben wir der Stadt zur Verfügung gestellt“, sagt Balitzki-Schulze. „Geprüft worden sind sie aber nicht. Die ganze Arbeit hätten wir uns dann ja auch sparen können.“
Was die Initiative ebenfalls ärgert: Das Kraftwerk soll durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz gefördert werden. „Für die Förderung zahlt jeder Kunde mit seiner Stromrechnung einen zusätzlichen Betrag. Der kleine Mann wird mal wieder zur Kasse gebeten und profitieren werden nur die Großkonzerne“, sagt der Sprecher. „Die Bürger und die Stadt haben nichts davon“.
16:09
Deutschland zurück in die industrielle Steinzeit?
In welch einem Land leben wir, in dem nachwievor kein Versuch unternommen wird den CO2 schleudernden SUVs Einhalt zu gebieten und stattdessen noch Anlagen wie die der Mingas, im Endeffekt nichts weiteres als überdimensionierte Verbrennungsmotoren mit Wirkungsgraden die man am Anfang des 20. Jahrhunderts zeitgemäß wahren gefördert werden? Ist dies wirklich Stand der Technik? Muss man auch die aktuellen Projekte in Deutschland mit dem Ziel der Entwicklung CO2 neutraler Kraftwerke als reines Alibi in Frage stellen? Vor allem wenn man auch noch aus Wirtschaftlichkeitsgründen auf die Wärmekopplung verzichtet und somit den Wirkungsgrad noch einmal in den Keller drückt. Der Begriff eines Blockheizkraftwerkes mag Juristisch zwar auch für eine solche Anlage noch korrekt sein, jedoch sollte bei dieser Tatsache jeder Jurist vor Scharm über seinen Berufstand im Boden versinken, da es sich ja doch eher um ein Blockverheizkraftwerk handelt, bei dem rund 60 % der gewonnenen Energie nahtlos in die Atmosphäre geblasen wird.
Sollte in der heutigen Zeit, und beim heutigen Stand der Technik nicht eher über eine Brennstoffzellentechnik und die Einbeziehung der mit Sicherheit auch nicht unerheblichen Methan und Biogas Emissionen der in Binsheim ansässigen Landwirtschaft nachgedacht werden?
Gut, ich kann den Standpunkt der Firma Mingas nachvollziehen, da die Anlage die in Baerl errichtet werden soll wohl eher eine Fehlinvestition am aktuellen Standort ist und nicht die erwarteten Gewinne eingebracht hat. Ebenfalls wäre ja bei einer Einbeziehung weiterer Methangasquellen auch eine Gewinnbeteiligung der Landwirte mit zu berücksichtigen, was der Gewinnoptimierung und den Tantiemen der Vorstände von Mingas und deren Partnern nicht zuträglich wäre, und vermutlich auch so manchem Politiker ein schmaleres Portemonnaie bescheren würde.
Die einzig glaubwürdige Argumentation der Firma Mingas für die aktuelle Umsetzung des Projektes sind doch wohl die, scheinbar ja noch nicht einmal ausbleibenden sondern nur reduzierten finanziellen Gewinne.
Also Bleibt nur eins: Weiter so, Umweltschutz nur solange der Gewinn stimmt, da entwickeln sich ja selbst China oder die USA zu einem Vorbild gegenüber uns deutschen.
15:56
Anscheinend schwindet mit der Distanz zum Objekt die Objektivität (auch innerhalb Baerls).
Bisher hab ich noch keinen getroffen (auch nicht von der Bürgerinitiative) der etwas gegen Grubengasgewinnung hat. Aber bitte schön nicht in einem Wohn- und Vogelschutzgebiet.
12:51
Ich bin völlig entsetzt, auf welchem persönlichen Niveau sich diese Diskussion bislang bewegt. Warum muss es in solchen Beschimpfungen ausarten? Kann sich nicht mal jemand in die Lage des anderen vesetzen? Das ist doch die Grundvoraussetzung dafür, dass ein Interessenskonflikt gelöst und nicht nur verhärtet wird. Ich finde es völlig gerechtfertigt, dass die Baerler ihre Interessen vortragen und von Regierung und Stadt eine Abwägung erbitten. Wo wären wir in Deutschland denn bitte, wenn Ökonomie und Industrievorhaben immer vor Wohnumfeld, privaten Rechten und schützenswürdigen Aspekten gingen? Was wäre, wenn nie einer an der Sicherheit von Atomkraftwerken gezweifelt hätte? Es sollen ja bloß alle Fakten auf den Tisch und die Privatperson soll nicht per se schlechter gestellt sein als ein Großunternehmen. Mingaspower hört sich ja noch nicht nach einem so großen Gegner an. Ein neuer Name für einen Zusammenschluss aus RWE und Evonik - das hört sich nach Lobby an, nicht die Geländewagenfraktion.
23:05
Fundierte Einwände hatte die BI bereits im Sommer 2009 im Rahmen des BImSch-Verfahrens vorgebracht. Im öffentlichen Erörterungstermin im September gaben auch die Träger öffentlicher Belange (TÖB) zahlreiche ablehnende Stellungnahmen ab. Noch ist völlig offen, wie die Vorhabenträgerin die gravierenden Mängel und Verbotstatbestände in den Anträgen abarbeitet. Eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts Düsseldorf bezüglich der Teilgenehmigung Gewinnung steht auch noch aus.
16:24
Schon interessant, welche Abneigung gegen den Ortsteil Baerl und dessen Einwohner hier so mitschwingt. Mit sachlicher Kritik hat das wenig zu tun. Aber wie dem auch sei: Es hat prinzipiell sicher niemand etwas gegen die geplante Nutzung des Grubengases. Entscheidend ist das wie. Die Anlage hätte auch direkt am Schacht Walsum betrieben werden können. Lediglich wäre eine etwas höhere Investiton von der Mingas zu tätigen gewesen. Gewinnmaximierung geht aber anscheinend vor.
12:55
Ein Outlettcenter in Gerdt wäre schön. Aber die ständigen Querschüsse aus dem Häuslebauerbereich machen das wohl unmöglich. Denn wenn die schon bei einer kleinen Anlage so abdrehen, was machen die dann bei einer echten Investition?
10:09
Die Bezeichnung Landschaftszersiedler für Baerler Häuslebauer hat leider für mich einen zu wahren Kern.
Das diese Lobbygruppe auch noch dreist die Umweltkarte zieht, ist schon mehr als anrüchig.
Bei dem geplanten Gasbetrieb handelt es sich um eine absolut sinnvolle Anlage. Sinnvoll für die Umwelt, für den Betreiber und für den Steuerzahler.
Das diese Investition ohne wahrhaftige Begründung so lange verhindert werden konnte ist der eigentliche Skandal.
Es geht um die flächenmäßige Größe einer typischen Baerler Doppelgarage und jeder Geländewagen, der in diesen Doppelgaragen geparkt ist macht mehr Krach als die Minengasanlage zur Stromgewinnung!
Duisburg, lass dich nicht von so einer Lobbythek am Nasenring führen!
01:46
Hallo Koloniejunge, danke fuer das Angebot ... und das Lauern ist nun zu Ende.
Ich wuesste nicht, wer MIR (und meiner Initiative???) etwas ins Stammbuch geschrieben haben sollte?! Vielleicht lesen Sie meinen Text noch einmal durch.
Grubengas- und Deponiegas-BHKW sind immer sinnvoll, wenn damit Methanemissionen vermieden werden.
Einzig: Foerderung mit EEG-Geldern und den Bau eines Grubengas-BHKW OHNE die Absicht, eh entstehende Methangas-Emissionen zu vermeiden, finde ich merkwuerdig. Und da waere ein offenes Verfahren (nicht nur da) angebracht.
Gruss - MB
10:31
In Baerl denken die schon abgehoben. Ein Trafohäuschen ist schon zuviel.
Mingas mach bitte weiter! Die Anlage ist wirklich ein sinnvoller Industriebeitrag zum nachhaltigem Leben.
10:21
Herr Frau M Bockhorst
Der Koloniejunge lauert immer noch auf Ihre Antwort
Aber,die Mehrzahl dieser leser haben Ihnen ihrer Initiative,passende Saetze ins Stammbuch geschrieben
Ins Stammbuch geschrieben ,zur Beherzigung .