Initiative gegen Gaskraftwerk in Duisburg lässt nicht locker
25.03.2010 | 12:46 Uhr 2010-03-25T12:46:27+0100
Duisburg.Die Bürgerinitiative in Duisburg-Baerl, die gegen ein geplantes Grubengaskraftwerk ist, stellt nicht nur die rechtliche Grundlage in Frage, sondern den Sinn der Bohrung überhaupt. Das geplante Kraftwerk im Wohngebiet ist auch Thema bei der Sitzung der Homberger Bezirksvertretung.
Während der angekündigte Antrag von der Firma Mingas für das umstrittene Grubengaskraftwerk im Baerler Wohngebiet weiter auf sich warten lässt, lassen die Gegner nicht locker. Die Bürgerinitiative arbeitet weiter emsig an ihren Gegenargumenten. Die sind zum einen zahlreich und zum anderen auch am Donnerstag, 25. März, Thema auf der Sitzung der Homberger Bezirksvertretung (16 Uhr, Rathaus Bismarckplatz).
Die Fragen, die die Initiative stellt, sind auch für die Stadt unangenehm. Denn in den Stellungnahmen aus Duisburg im laufenden Genehmigungsprozess vermisst die Intitiative Rückendeckung. „Wir erwarten, dass die Stadt sich hinter ihre Bürger stellt“, sagt Sprecher Thomas Balitzki-Schulze. Die Stadt habe von der Initiative zur Verfügung gestellte Gutachten ignoriert, zudem würden die Stellungnahme auf veralteten Antragsunterlagen beruhen.
Bebauungsplan im Internet abrufbar
Beispiele findet die Kritiker-Spitze aus Alexandra Erwig und Balitzki-Schulze reichlich. So argumentiert die Stadt, dass die Bohrung mit den Zielen des Bebauungsplans „vereinbar“ sei. Vor fünfeinhalb Jahren allerdings hat die Politik den Bebauungsplan 1062 aufgestellt, über den lange diskutiert wurde und der schließlich kurz vor der Verabschiedung 2006 von der Fachverwaltung zurückgezogen wurde. Der Plan zeigt, wie sich die Stadt den Bereich an der Schulstraße noch vor wenigen Jahren vorgestellt hatte - mit jeder Menge neuer Einfamilienhäuser. Der Plan ist übrigens heute noch in genau dieser Form für jeden Bürger im Internet auf der Übersicht aller Bebauungspläne in Duisburg abrufbar.
Doch die Initiative stellt nicht nur die rechtliche Grundlage in Frage, sondern den Sinn der Bohrung überhaupt. Die Kritiker beziehen sich auf öffentliche Karten sowie Gutachten von Experten, nach denen in Baerl wegen der Stärke des Deckgebirges gar kein Methan an der Erdoberfläche ankommen würde. „Stattdessen wird mit der Bohrung überhaupt erst ein Zugang geschaffen, der sich nie wieder komplett schließen lässt“, sagt Balitzki-Schulze.
Was die Initiative zu einem weiteren Schluss kommen lässt, der auch die Wirtschaftlichkeit des Grubengas-Kraftwerks in Frage stellt. Denn das soll über das Erneuerbare-Energien-Gesetz, kurz EEG, gefördert werden. „Die Frage ist, ob darüber auch etwas gefördert werden sollte, bei dem aktiv nach einem Bodenschatz gebohrt wird“, sagt der Sprecher der Initiative. Und stützt sich auf den EEG-Erfahrungsbericht des Bundesumweltministeriums. Demnach gebe es keine weiteren Standorte mehr, an denen Grubengas „in relevanten Größenordnungen eigenständig in die Atmosphäre austritt“. Weitere Projekte könnten nur realisiert werden, wenn Grubengas aktiv gefördert würde. „Dies wiederum wäre eine Förderung und Nutzung fossiler Energien, die nicht dem Zielkatalog des EEG entspricht“, heißt es in dem Bericht weiter. Und sollte die Anlage in Baerl nicht über das EEG gefördert werden, wäre sie ohnehin unwirtschaftlich, ist sich die Initiative sicher.
Hermann Scheer war zu Gast
Nun war vor wenigen Wochen mit Hermann Scheer einer der Gründerväter des EEG bei einer SPD-Veranstaltung in Rheinhausen zu Gast. Die Baerler Initiative ließ sich an diesem Abend nicht die Chance entgehen, beim Bundestagsabgeordneten in dieser Frage nachzuhaken. Das von Hermann Scheer im Nachgang noch einmal gegenüber der Initiative bestätigte Zitat: „Die Förderung der in Baerl geplanten Form von Grubengasgewinnung und -verwertung ist nicht der Sinn des Erneuerbaren Energien Gesetzes, dass muss man klarstellen.“
09:51
Dort wäre auch nur eine Immobilie direkt von der Wertminderung betroffen.
genau daher weht der wind!
11:43
In der Wahlkampfzeit wird der öffentlich auch bestätigen, dass Blätter blau sind, wenn das Publikum es hören will.
Der Trend, lieber Herr B.S. geht eindeutig bei allen Experten in Richtung dezentraler Energiekleinanlagen ala Mingas und das ist gut so!
11:05
Dr. Hermann Scheer, MdB (SPD): Die Förderung der in Baerl geplanten Form von Grubengasgewinnung und -verwertung ist nicht der Sinn des Erneuerbaren Energien Gesetzes, dass muss man klarstellen. Dem Vater des EEG war völlig neu, dass auch Grubengas über das EEG gefördert wird, welches erst durch eine Bohrung erschlossen werden muss. Das Statement hat Dr. Scheer mir gegenüber am Rande der Duisburger Impulse am 8.3.2010 in Rheinhausen gegeben.
09:52
Schon das gewählte Bild ist Meinungsmache pur!
Die Dreckschleuder im Hintergrund ist die Spanplattenfabrik nicht die Gasanlage!
Wieso so ein negatives Bild dieser Anlage?
Ist der WAZ-Konzern gegen Innovation und vernünftige Technik?
Wir brauchen Energie und saubere Energiegewinnung sollte uns allen am Herzen liegen.
Die energetische Nutzung von Grubengas ist absolut vernünftig.
09:01
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19:30
In Baerl sind auf jeden Fall 4 grosse Container geplant, also schon eine grosse Anlage mit beachtlichen Auswirkungen auf Menschen und Umwelt. Zumal die Abwärme in die Atmosphäre geleitet wird und nicht, wie sonst üblich und sinnvoll, genutzt wird.
Laut Angaben der Firma Mingas lässt sich die Leistung der Anlage auf Schacht Gerd nicht erhöhen, da nicht genug Gas gefördert werden kann. Die Anlage läuft ja nicht mal durchgängig. Auch das wäre in Baerl anders.
14:36
Endlich spricht nach meinem Gefühl mal einer dieser Herrschaften aus, um was es ihnen wirklich geht
Dort wäre auch nur eine Immobilie direkt von der Wertminderung betroffen.
Liebes Wisent, du bist anscheinend wenigstens ehrlich! Das ist mir persönlich lieber als immer die Umweltkarte zu ziehen.
14:19
Auf der Kohlenstr. Nähe des alten Schachtes steht doch schon son Gedöhns. Wieviele davon braucht man denn? Und kann man die Leistung des Teils an der Kohlenstraße nicht erhöhen?
Dort wäre auch nur eine Immobilie direkt von der Wertminderung betroffen. Im übrigen war Gerdt immer Industriegebiet, die Menschen sind ja wissentlich dorthin und in die Haesen gezogen.
13:21
Ich würd ja gern mal wissen, wer die Falschinformation, es handele sich in Baerl um eine Kleinanlage, in die Welt gesetzt hat. Dies stimmt leider nicht. Leider halten sich solche Fehlinformationen hartnäckig.
18:49
Makeba, ich stimme ihnen uneingeschränkt zu.
Wenn ich schon den Kühlturm in Walsum sehe, wird mir anders.
Nur damit können sie den Baerlern nicht kommen, die hier seit Jahren sinnvolle Technik verhindern.
Herr K. wollen sie allen Ernstes diese Kleinanlage aus ökologischen Gründen verhindern? Haben sie wirklich noch nie übers Binsheimer Feld gesehen und dabei den Kühlturm wachsen sehen?
Da könnten sie ökologisch Sturm laufen, aber doch nicht vor so einer kleinen Anlage zur Energiegewinnung!