Informatik-Schüler lernen spielerisch Programmieren

Informatikunterricht der Klasse 6e der Heinrich-Heine Gesamtschule in  Rheinhausen. Die Schüler, die in ihrer Schule das Programmieren lernten, nahmen am bundesweiten Computerprojekt „Code your life" in Brandenburg teil.
Informatikunterricht der Klasse 6e der Heinrich-Heine Gesamtschule in Rheinhausen. Die Schüler, die in ihrer Schule das Programmieren lernten, nahmen am bundesweiten Computerprojekt „Code your life" in Brandenburg teil.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Schüler der 6. Jahrgangsstufe der Rheinhauser Heinrich-Heine-Gesamtschule durften kostenlos an bundesweitem Computer-Camp in Brandenburg teilnehmen.

Duisburg-Rheinhausen..  Schule verändert sich wie Technik Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft. Im Computer-Zeitalter gilt der Informatik-Unterricht an weiterführenden Schulen heutzutage als normal und verbreitet. Seit rund vier Jahren gibt es an der Rheinhauser Heinrich-Heine-Gesamtschule in der 5. und 6. Jahrgangsstufe Schwerpunktklassen mit Arbeitsgemeinschaften etwa für Sport oder Literatur. Die Klasse 6e widmet sich zwei Stunden in der Woche ganz dem PC, der Hard- und Software, dem Internet, seinen Möglichkeiten und Gefahren.

Schildkröte zeichnet nach Befehlen

Klar, die rund 30 Mädchen und Jungen sind von Anfang an voll bei der Sache, sie sind mit Computern groß geworden, benutzen sie oft in ihrer Freizeit. Besondere Begeisterung, berichten Klassenlehrerin Jessica Klamke und Informatiklehrer Bernhard Wagner, hat das bundesweite Projekt „Code your life“ ausgelöst, gesponsert von Microsoft. Der Software-Multi aus Seattle stellte den Schülern einen Klassensatz einer modernen Software zur Verfügung, mit der die Jungen und Mädchen spielerisch programmieren lernen und damit zeichnen können.

Und das sieht dann so aus: Wenn um 10.45 Uhr eine Schildkröte im Rechteck läuft, ist das kein Dressurakt im Biologieunterricht, es sind die ersten Programmierschritte der Klasse 6e im Informatikraum der Gesamtschule am Flutweg. In kleinen Gruppen hocken die Zehn- bis Zwölfjährigen vor ihren Bildschirmen. Um ein Bild ihrer Wahl zeichnen zu können, geben sie einer kleinen Schildkröte englische Programmierbefehle wie „Turn left“, „Turn right“ oder „Step on“, die Länge der Strecke, die das Tier laufen soll, oder auch den Grad des Winkels, den die Schildkröte, zärtlich „turtle“ genannt, einschlagen soll. Die Schildkröte zeichnet dann nach den Programmierbefehlen Zeichen, Symbole und Muster, Blumen, Sterne, geometrische Figuren wie Quader, Strichmännchen, Häuser oder auch mal das HHG-Logo der Gesamtschule. Bunt, ansprechend, präzise gezeichnet sieht das alles aus. Info-Lehrer Bernd Wagner: „Allen Kindern gelangen sofort tolle und vorzeigbare Ergebnisse. Die Freude darüber war allerorten zu spüren.“

Die erfolgreichen Arbeitsergebnisse meldete die Gesamtschule Microsoft. Prompt lud der IT-Konzern die gesamte Klasse zu einem Summer-Coding-Camp nach Beetzseeheide in Brandenburg bei Berlin ein, kostenlos, alles inklusive, mit 50 weiteren Informatik-Schülern aus dem gesamten Bundesgebiet. Anfang Juni lösten die Rheinhauser Schüler drei Tage in der Turnhalle einer dortigen Schule sechs weitere spannende, schwierigere Aufgaben. Die große Turnhalle hatte das Unternehmen kurzerhand mit vielen Surface-Rechnern und Wifi ausgestattet und in ein digitales, überdimensionales Klassenzimmer verwandelt. Jessica Klamke: „Das war ein erfolgreicher Ausflug. Alle Kinder haben engagiert mit- und zusammen gearbeitet. Und Bernd Wagner: „Und dabei blieb es sogar überraschend ruhig in der Halle!“ Beide lächeln, die Kinder auch...