Im Rheinhauser Berufskolleg steht Glück auf dem Stundenplan
15.02.2012 | 16:19 Uhr 2012-02-15T16:19:00+0100
Duisburg. Am Willy-Brandt-Berufskolleg in Duisburg-Rheinhausen lernen Schüler neuerdings Lebenskompetenz und Lebensplanung. Denn auch Resignation nach etlichen Rückschlägen, etwa bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz, ist ein Problem der Schüler.
Am Willy-Brandt-Berufskolleg steht nun ein ungewöhnliches Unterrichtsfach auf dem Stundenplan: Glück. Was sich zunächst nach Hippie-Kultur und Esoterik anhört, ist laut Schulleiter Helmut Richter aber durchaus wissenschaftlich unterfüttert. „Es geht vielmehr um Lebenskompetenz und Lebensplanung“, doch diese Begriffe würden Schüler eher abschrecken.
Am Berufskolleg wolle man zwar vornehmlich berufliche Kompetenzen vermitteln, doch das Rheinhauser Kollegium stelle immer wieder fest, dass die Schüler deutliche Defizite im Bereich der Lebensplanung haben, nicht zuletzt was die Berufswahl anbelange. „Die berufliche Tätigkeit ist aber ein wichtiger Faktor für Glück im Leben.“ Auf dem Weg dahin bräuchten die Schüler aber Hilfe. „Viele machen bei uns die ersten Schritte in Richtung Beruf“, sagt Lehrerin Anke Roeßing. „Allerdings sind sie aber noch orientierungs- und perspektivlos.“
Genau dort setzt das neue Schulfach an, das bislang als Pilotprojekt freiwillig angeboten wird. Denn auch Resignation nach etlichen Rückschlägen, etwa bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz, ist ein Problem der Schüler. Richter: „Jugendliche nehmen ihr Leben oft nicht selbst in die Hand, sondern lassen sich treiben.“ Auch dagegen hilft der Glück-Unterricht. Er vermittelt mitunter, wie man für sich Ziele findet und diese dann auch erreicht und welche Zwischenschritte dafür nötig sind. „90 Prozent der Ziele, die man sich selbst ernsthaft setzt, erreicht man auch.“
Es geht nicht nur um die Karriere
Doch Geld allein macht nicht glücklich, heißt es schon im Volksmund. Daher geht es in Richters Lehrplan auch nicht bloß um die Karriere. Auch die Themen Lebenspartner, Familie und Freunde gehören zum Glück-Unterricht. Überdies Hobbys, Gesundheit und Fitness. „Die Schüler sollen auch Körperlichkeit erfahren und gutes Essen und Trinken.“ So ist eine Lektion, sich nicht nur von Fast Food zu ernähren, sondern Kochen zu lernen. Dass aber auch Kultur, etwa ein Theaterbesuch, fürs eigene Wohlbefinden gut ist, auch das wird beigebracht. Wenn dann letztlich eine Note auf dem Zeugnis steht, sollen die Teenager zumindest eine Antwort auf die Frage haben: „Wo will ich hin im Leben?“
Nach der Probephase soll das neue Unterrichtsfach ab Sommer fest angeboten werden. Wie es dann heißt, ist jedoch noch nicht klar. „Ganz glücklich bin ich mit der Bezeichnung ,Glück’ nämlich nicht“, sagt Helmut Richter.
10:49
Die Summe der Fehler - gleich Erfahrung , in meinen Augen alles nur Phantasie , die sollen was vernünftiges lernen um danach im Leben privat und auch beruflich ihren Mann bzw Frau stehen , dieser theorethische Lebensunterricht , ist doch nur Augenwischerei , warum wohl ist made in Germany so wertvol geworden , ja durch fleiss , Arbeit und eben auch Rückschläge , die formen und nicht dieser theorethische Schwachsinn .