Illegaler Poststempel in Homberg aufgetaucht

Die drei Stempel befinden sich auf der Rückseite einer Postkarte.
Die drei Stempel befinden sich auf der Rückseite einer Postkarte.
Was wir bereits wissen
Es ist mehr als 40 Jahre her, da nutzte Reinhard Stratenwerth seine Kontakte zum Postamt, um mit einem illegalen Stempel ein einmaliges Dokument zu erhalten.

Duisburg-Homberg..  Das Archiv des Heimatforschers Reinhard Stratenwerth soll akribisch geordnet sein. Nichts geht verloren, in Windeseile weiß er, wo welches Exponat zu finden ist. Wer etwas über ein Thema, nicht nur aus Stratenwerths Heimat Homberg wissen möchte, der fragt am besten ihn, den Archivar und Sprecher der Freundeskreises Historisches Homberg. Der präsentiert dann absolute Schätze.

Zu diesen Schätzen gehören sicher die Poststempel, die auf dem Foto rechts zu sehen sind. Stratenwerth berichtet: „Als Homberger war ich leidenschaftlich gegen die Eingemeindung durch die Stadt Duisburg zum 1. Januar 1975. Durch Beziehungen zum damaligen Homberger Postamt an der Heinrichstraße bin ich in den Besitz eines einmaligen Dokuments gekommen, das es offiziell gar nicht geben darf.“

Neben dem letzten Stempel von 4102 Homberg (Niederrhein) vom 31.12.74 befindet sich auf der Rückseite einer Postkarte ein Stempel mit dem Datum 1.1.75 von 41 Duisburg 17. „Diesen Stempel gibt es offiziell nicht, da am Neujahrstag wegen des Feiertags nicht gestempelt werden durfte. Ich erhielt ihn quasi illegal. Er dürfte deshalb einmalig sein.“ Als dritter Stempel auf dieser Postkarte ist übrigens der erste offizielle Stempel nach der Eingemeindung zu sehen. Er trägt das Datum 3.1.75, da das Postamt am 2. Januar aus organisatorischen Gründen wegen der Eingemeindung geschlossen war.

An die Zeit vor der Eingemeindung erinnert sich Reinhard Stratenwerth noch immer sehr genau, „1974 sprach bei einer Protestveranstaltung der Wattenscheider Textilunternehmer Klaus Steilmann, dessen Heimatstadt von der Stadt Bochum geschluckt werden sollte. Den tosenden Beifall für seine Rede gegen die Eingemeindung habe ich noch heute in den Ohren.“