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Hickhack um Betriebsratswahl

09.06.2010 | 17:13 Uhr
Hickhack um Betriebsratswahl
Stahl Union auf Logport Rheinhausen. Foto: Volker Herold

Rheinhausen. „Betriebsratswahlen sind für die IG Metall ein Stück guter demokratischer Routine“, stellt deren 1. Bevollmächtigter für Duisburg, Jürgen Dzudzek, fest. Zwischen 1. März und 31. Mai betreute die Gewerkschaft 170 Betriebsräte bei deren Neuwahl.

Wie Dzudzek ausführte, seien die Duisburger Metaller jetzt aber überrascht, dass es bei der angestrebten Betriebsratswahl bei der UnionStahl GmbH an der Europaallee (ehemaliges Hüttengelände) Schwierigkeiten gebe, eine solche Wahl durchzuführen.

Nach den Worten von Jürgen Dzudzek sei bereits die Wahlversammlung, bei der mit der Wahl eines Wahlvorstandes die Betriebsratswahlen eingeleitet werden, nicht gelungen.

Der 1. Bevollmächtigte: „Ein Geschäftsführer wollte als erstes zu den Beschäftigten sprechen, was für Wahlversammlungen üblicherweise nicht vorgesehen ist. Als er in seinen Äußerungen dazu überging, eine Betriebsratswahl als nicht erforderlich zu erklären, wurde er von der Versammlungsleiterin unterbrochen, da eine solche Erklärung dem Willen des Gesetzgebers widerspricht. Die anschließende Diskussion führte dazu, dass die Wahlversammlung abgebrochen werden musste. Die IG Metall beantragte daraufhin als im Betrieb vertretene Gewerkschaft die Einsetzung eines Wahlvorstandes beim Arbeitsgericht Duisburg. Das gleiche tat ungewöhnlicherweise auch der Arbeitgeber.“

Dzudzek schildert weiter: „Am Tag vor der geplanten Verhandlung über die Einsetzung des Wahlvorstandes beim Arbeitsgericht Duisburg wurde dem von der IG Metall als erster Kandidat für den Wahlvorstand vorgesehene Mitarbeiter fristlos gekündigt. Begründet wurde die Kündigung mit gestörtem Vertrauen. Am vergangenen Montag hat das Amtsgericht Duisburg einen Wahlvorstand mit drei anderen Personen eingesetzt.“

Joachim Bauch und Oliver Hillekamp, zwei der drei Geschäftsführer von Union-Stahl, beziehen wie folgt Stellung: „Die UnionStahl GmbH unterstützt die Wahl eines Betriebsrates, was bereits in der Versammlung zum Wahlvorstand öffentlich zum Ausdruck gebracht wurde.“ Die beiden Geschäftsführer bestätigen die zwischen Mitarbeitern und IG Metall einvernehmliche Bildung eines Wahlvorstandes. Im Gespräch mit der Redaktion führte Joachim Bauch aus: „Die Betriebsratswahl wird ganz normal durchgeführt. Es geht alles seinen Gang nach Recht und Gesetz. Wir wären ja verrückt, etwas anderes zu machen.“ Joachim Bauch bestätigte die fristlose Kündigung eines Mitarbeiters und betonte: „Die Kündigung hat nichts mit der Betriebsratswahl zu tun.“

IG Metall und ThyssenKrupp-Betriebsräte wollen heute vor den Toren des Unternehmens demonstrieren.

Petra Schmidt

Kommentare
06.07.2010
13:44
Hickhack um Betriebsratswahl
von S.Tinzmann | #12

Wobei zu erwähnen wäre, dass nichts gegen einen Betriebsrat spricht. Ich persönlich würde keinen benötigen, es geht aber um die Gemeinschaft die...
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3320119
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2010-06-09 17:13
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