Häuser nur auf Grundstücken ab 400 Quadratmetern
16.02.2010 | 18:59 Uhr 2010-02-16T18:59:00+0100
Homberg/Baerl. Erstes Exempel der Homberger Bezirkspolitik: In Baerl sollen Einfamilienhäuser nur auf Grundstücken ab 400qm gebaut werden, Doppelhäuser ab 600qm. Was jetzt zunächst nur für ein Neubaugebiet gilt, soll bald im gesamten Dorf Schule machen.
Seit fünf Jahren sind Neubauten in Baerl Zankapfel zwischen Politik, Bauverwaltung und Bauherren: Ein „Bürgerworkshop” hatte - auf Anregung der Stadtverwaltung - klare Grundsätze erarbeitet. Wichtigstes Ziel: „Bewahrung des dörflichen Charakters”. Die Mittel dafür: Mindestgrößen für Baugrundstücke, Höchstgrößen für Bauten. Rechtlich bindend ist das Konzept nicht: Wenn kein Bebauungsplan Grenzen setzt, gilt Paragraf 34 des Baugesetzbuches, der - salopp gesprochen - nichts anderes aussagt, als dass alles erlaubt ist, was nicht ausdrücklich verboten ist.
Vorläufiges Ende eines langen Streits
Zuletzt hatte sich der Unmut von Anwohnern im Herbst an einem Mehrfamilienhaus an der Karlstraße entzündet: Zu hoch, zu wuchtig und zu groß sei das Gebäude, um in den „dörflichen Charakter” zu passen.
Die Homberger Bezirksvertretung machte sich die Abneigung der Anwohner zu eigen und lehnte den Bauantrag in Bausch und Bogen ab. Ergebnis: Keins. Mit zwei Voll- und einem „Staffelgeschoss” reize das Haus die Vorschriften zwar bis zur Grenze aus, aber letztendlich habe der Bauherr einen Rechtsanspruch auf die Genehmigung, befanden Experten im Bauamt. Der Stadtrat kassierte den Beschluss.
Um so etwas in Zukunft zu verhindern, haben SPD und Grüne in der Bezirksvertretung jetzt einen exemplarischen Bebauungsplan für den Straßenzug zwischen Waldstraße, der Kreisbahn-Strecke und Hubertusstraße - also inklusive des Baugrundstücks an der Karlstraße – beantragt.
Er sieht Grundstücksgrößen von mindestens 400 Quadratmetern für Einfamilienhäuser und 600 für Doppelhäuser vor. Außerdem soll die „Bildung von Teileigentum zur Umgehung dieser Plangrößen” unterbunden werden - in der Vergangenheit hatten Bauherren in anderen Gebieten die Mindestgrößen der Grundstücke durch verschachtelte Bauweise unterlaufen. Geschossigkeit und Firsthöhen sollen festgeschrieben und eine „Staffelgeschossausbildung” ausgeschlossen werden. Sprich: Zwei Geschosse bleiben zwei Geschosse und werden nicht „zweieinhalb”, weil das dritte wegen Dachschrägen nicht voll zählt.
Der Aufstellungsbeschluss, den das Stadtteilparlament auch mit den Stimmen von CDU, FDP und Linken einstimmig fasste, muss vom Rat der Stadt bestätigt werden, dann gilt er als verbindlicher Auftrag an die Bauverwaltung, den Bebauungsplan auszuarbeiten. Weitere Bebauungspläne für strittige Neubaugebiete, kündigte SPD-Fraktionschef Hermann Grindberg an, sollen ebenso folgen wie eine klare Ortsrandsatzung, die der Bebauung der umliegenden Felder einen Riegel vorschiebt.
Für das ungeliebte Haus an der Karlstraße hat das keine Bedeutung: Die Genehmigung war zum Zeitpunkt der Erteilung rechtens und bleibt gültig.
09:15
Dass die Baerler (Homberger) Ortspolitik reaktionär ist, hat sie des öfteren bewiesen. Wenn interessante Bauformen verhindert werden sollen, werden wir bald ein Museumsdorf haben. Gute oder moderne Architektur wird behindert, Interessenten werden abgeschreckt. Die Baerler wollen unter sich bleiben. So wird Langeweile verfestigt. Macht nur so weiter bis sich keiner mehr für euch interessiert.
Der Schreiber sollte seine saloppe Interpretation des Planungs- und Baurecht besser abstellen. So entsteht Desinformation für die Leser.
05:18
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22:37
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21:48
...eine „Staffelgeschossausbildung” (soll) ausgeschlossen werden. Sprich: Zwei Geschosse bleiben zwei Geschosse und werden nicht „zweieinhalb”, weil das dritte wegen Dachschrägen nicht voll zählt...
Ist das die berühmte Baerler Bunkermentalität?
Oder soll Baerl das neue Ritter(sport)dorf werden?
Quadratisch - praktisch - baerl
21:44
Über die Kommentare bei der WAZ mache ich mir immer mehr Sorgen.
21:05
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20:28
Lt. Bodenrichtwertkarte der Stadt Duisburg 260€/ o qm, heisst 104000 € (208000DM), bedeutet einen Verkehrswert von mind. 300€/qm
20:19
400 QM x 250€ = 100000€(200000DM) Grundstück pro Einfamilienhaus. Liebe Stadtplaner, spart euch den Bebauungsplan, da zieht keiner hin. So kann man auch Entwicklungen verhindern, Interessenslagen von jungen Familien haben in Duisburg keine Chancen. Bemerkenswert, daß Sozis, Grüne und Linke Eigentumsbildung für Geringerverdienende in Baerl ausschliessen und Vermögende in dem Dorf unter sich bleiben. PFUI !!!!!!!!!!!!!!!!!!!