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Gezerre um Rathaus-Zukunft

14.06.2009 | 18:09 Uhr
Gezerre um Rathaus-Zukunft

Die kleinen Parteien in Homberg verknüpfen mit der Abriss-Frage gleich die Zukunft des ganzen Bezirks. Verschwindet das Rathaus, befürchten die Linken „die Abwicklung des Bezirks”. Die FDP hat ähnliche Sorgen und schlägt Misch-Lösung vor: Nur ein Teil der "Neuen Mitte" wird an Investoren vergeben.

Die Zeichen stehen zwar auf Abriss, doch die Zukunft des Homberger Rathauses sorgt weiterhin für reichlich Diskussionsstoff. Die Gretchenfrage lautet: Soll das Rathaus saniert werden oder sollen Räume in einem privatwirtschaftlich betriebenen Neubau angemietet werden? Seit Jahren wird darüber debattiert, doch nach der jüngsten Wirtschaftlichkeits-Berechnung des Immobilienmanagements (IMD) zeichnet sich ab, dass sich die großen Fraktionen bei ihrer Meinungsbildung dem Kosten geschuldeten Abriss annähern. Denn die Sanierung würde rund eine Million Euro verschlingen, die Stadtkasse ist aber bekanntlich leer.

Doch die kleinen Parteien wie FDP und Linke äußern immer mehr Skepsis. Um weniger Mietkosten zu zahlen, könnte die Stadt weitere Verwaltungsteile aus Homberg abziehen. Sie verknüpfen die Zukunft des Rathauses mit dem Erhalt des gesamten Bezirks – haben aber unterschiedliche Lösungsansätze.

FDP: Abreißen, aber keine Miete zahlen

Die Liberalen hatten sich früh gegen eine Renovierung und Weiternutzung ausgesprochen. „Das Bezirksrathaus entspricht nicht mal annähernd neusten ökologischen und ökonomischen Mindeststandards”, sagt Bezirksvertreter Thomas Rangs. Allerdings sieht er das Anmieten eines Neubaus wirtschaftlich äußerst skeptisch. „Langfristig ist Kaufen günstiger als Mieten.” Und es gebe einen Konsens aller Parteien, den Bezirk mit seinem Rathaus langfristig zu erhalten.

So spricht sich die FDP zwar für einen Abriss des alten Gebäudes aus, will das Areal aber nicht komplett in die Hand privater Investoren geben. Das Grundstück soll nur teilweise an einen Investor verkauft werden und mit dem Erlös ein Rathaus-Neubau finanziert werden. „Ein Teil der Neuen Mitte wäre dann in städtischer und der andere, größere Teil in privater Hand”, so Rangs. Von „herausragender Bedeutung” sei daher die gemischte Nutzung mit Einzelhandel. Man könne nicht in den Randzonen Einzelhandel verhindern, aber im Inneren keine neuen Möglichkeiten schaffen. „Die Neue Mitte ist mit Leben zu füllen, nicht nur mit Geschäften und Büros, sondern auch mit Wohnungen”, sagt Rangs.

Linke: Anmietung auf 25 Jahre birgt „unverantwortliche Risiken”

Die Linke schildert die Folgen eines Rathausverkaufs weitaus dramatischer. Sie zweifelt nicht nur die IMD-Zahlen an, nach denen die Hälfte des Rathauses derzeit leer stehen soll, sie befürchten gar „die Abwicklung des Bezirks”. Eine Anmietung auf 25 Jahre berge „unverantwortliche Risiken”. Laut Bevölkerungsprognose hat der Bezirk im Jahr 2027 nur noch 34 700 Einwohner. „Ein Rathaus auf 25 Jahre zu mieten, für einen Bezirk der im Jahre 2034 weniger Einwohner hat als die MSV-Arena Plätze, das ist völlig verrückt”, sagt Bezirksvertreter Roland Busche. Entweder werde das Rathaus für einen kurzen Zeitraum gemietet und dann geschlossen, weil die Mieten nicht mehr zu bezahlen seien, befürchtet Busche. Oder es werde ein Vertrag geschlossen, der die Stadt 25 Jahre an einen Investor bindet. „Das ist unverantwortlich.” Mit Blick auf den Nothaushalt habe dann der Regierungspräsident das letzte Wort. „Wenn andere Parteien wirklich den Bezirk an Rheinhausen, und Ruhrort an Meiderich abgeben wollen, dann sollten sie es nicht über solche Tricks versuchen”, wettert Busche.

Die Entscheidung über Erhalt oder Abriss wird vermutlich ohnehin nicht so schnell fallen. Das IMD wird sich mit einer ausführlichen Vorlage Zeit lassen und die nächste Sitzung der Bezirksvertretung ist erst für September terminiert – nach der Kommunalwahl.

Ingo Blazejewski

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Kommentare
16.06.2009
20:43
Gezerre um Rathaus-Zukunft
von Homeisen | #14

Ja, von gewissen Korinthen haben wir wirklich die Nase gestrichen voll.

16.06.2009
20:36
Gezerre um Rathaus-Zukunft
von yes we had gecant | #13

Homberg geht demokratisch und demographisch kaputt. Wir müssen endlich lernen, uns gegen vergruftenden Hohlaugen in Politik und Verwaltung zu wehren. Andere Stadtteile zeigen Dem Westen Duisburg, wo es lang geht.

Fest der Freiheit: <bDie Demokratie sind wir alle
WAZ, Duisburg, 24.05.2009, Fabienne Piepiora

http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/duisburg/2009/5/24/news-120703011/detail.html

Und wer das nicht kapiert, dem sag ich ganz ehrlich: „Ich mach den Migger!“ Diesen Schwachsinn hier im Bezirk, der unsere schöne Stadt Homberg im Grünen kaputt macht, lass ich mir nicht mehr gefallen. Weder Ahh-Nee noch Ähh-Nee.

Und im Übrigen ist der ganze Quatsch um die Neue Mitte eine Hohle Nummer der Hohlaugen. Das zeigt das

Stadtfenster-Projekt: “SPD beklagt Hängepartie“
WAZ, Duisburg, 25.05.2009
SPD-OB-Kandidat Jürgen C. Brandt vermisst Bewegung beim Thema ‚Stadtfenster.


http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/duisburg/2009/5/25/news-120852222/detail.html

Die Alten Leute in der verhärmten Politik müssen endlich auf die Bürger hören, denn so kann es nicht weiter gehen. Die machen alles kaputt. Die sollen endlich tun, was sie z.B. gut machen könnten, sich nämlich um die eigene Verdauung zu kümmern, statt solche und nämlich ihre eigene politisch im Bezirk zu verbreiten.

16.06.2009
18:50
Gezerre um Rathaus-Zukunft
von Gabbi | #12

Wie? Bist Du auch gegen Hasenställe wie der oberste Demographie-Stratege der CDU Homberg Dr. Manfred Hartl: keine Hasenställe! Ähh, junge Familien anlocken!

Hat leider nicht funktioniert, wie der Bezirksamtsleiter Scherhag im Protokoll der Bezirksvertretung Okt. 2008 feststellte.

Jetzt wird der Vorsitzende Hartl (CDU Homberg) wie einst der Ratsherr Wilhelm Hamacher (SPD Hochheide), der 1969 für den Bau der Weißen Riesen stimmte, feststellen: Ähh, das konnte ich nicht vorhersehen!

Es ist schlimm - sorry - ich weiß, dass es einige Lokalredakteure sehr ernst meinen, wie viel Dummes Zeug von Politikern in der Tageszeitung verbreitet wird.

Sicherlich ist dann aber auch gut, wenn über die Begeisterung des Herrn Dr. Manfred Hartl (75 Jahre, CDU Homberg) berichtet wird: Puff im Homberg prima! - Könnt ihr Euch erinnern? Manchmal lohnt es sich wirklich, die Lokalpresse zu lesen - und nicht nur die Gratiszeitungen.

Aber, es sieht ja so aus, als könnten die Journalisten tatsächlich etwas mutiger werden.

Gerade die SPD Hochheide und CDU Homberg haben Probleme, ihre Partei- und Mandatspöstchen mit Leuten zu besetzen. Dann kriegen die Bürger einfach mal Ähh-Nee und nicht die Frieda vor die Nase gesetzt. Über das Parteisterben hat ja das Stadtteil-Blogging berichtet http://jakobswege.wordpress.com/2009/06/14/das-ende-der-partei/

Irgendwie muss doch Hochheide und Homberg zu retten sein?!

16.06.2009
18:18
Gezerre um Rathaus-Zukunft
von Morgensternlie | #11

> die meisten häuser dort haben eh nur noch schrottwert

Das hat sich in Homberg und Hochheide - selbst auf der Poststraße - noch nicht herumgesprochen, sonst würden diverse händeschütelnde PolitikerInnen einst kräftig auf die Hucke kriegen.

Ähh-nee, dann kusch ich lieber, so machen es doch auch die obersten Bezirks-Dem(ent)okraten.

16.06.2009
16:06
Gezerre um Rathaus-Zukunft
von mach | #10

wer die moerser straße so sieht, fragt sich, warum die nicht ganz abgerissen und neu gebaut wird. die meisten häuser dort haben eh nur noch schrottwert

16.06.2009
15:53
Blockierter Kommentar.
von Thomas.Lau | #9

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

16.06.2009
15:52
Gezerre um Rathaus-Zukunft
von Schnippe | #8

Busche und Ranft liegen mit ihrem Thema gar nicht schlecht wie ein Blick in die Hamborner Polder zeigt:


Thema der Woche im Duisburger Norden: „Wahlkampf lässt grüßen“
WAZ Duisburg Nord, 12.06.2009, Fabienne Piepiora

Andererseits sollten die Planer ebenso bedenken, dass Duisburg künftig an Einwohnern verliert. Dann kommen noch ganz andere, schmerzhaftere Debatten auf die Politiker zu. Nämlich die, wie viel Infrastruktur man sich noch leisten kann und will.

16.06.2009
09:05
Gezerre um Rathaus-Zukunft
von Tenrix | #7

Versuchen wir doch bitte wirklichkeitsnah zu bleiben.

Die seit fünfzehn Jahren bekannte Bezirkspolitik kann nur gestalten, wenn sie Geld in die Hand nimmt – und das ist bekanntlich knapp in Duisburg. Mehr als Almosen erhält Der Westen Duisburg nicht, selbst wenn die Bezirksvertretungen von Rheinhausen und HRB einstimmige Beschlüsse fassen.

Ratsleute wie Alois Fischer (CDU Homberg) stimmen dann sogar den eigenen Bezirk im Stadtrat Duisburg trotz einstimmiger Bezirksbeschlüsse nieder.

Für den Westen Duisburg gab es kein Geld, gibt es kein Geld und wird es kein Geld geben! Der Bezirk verfällt weiterhin und genauso hält die Bezirksflucht an.

Weil die Stadt Duisburg unter massiven Sparzwängen steht und Der Westen Duisburg immer schon ausgewaidet wurde, werden wir uns früher als uns lieb ist mit der Entwicklung befassen müssen, dass der Bezirk HRB aufgelöst wird.

Stellen wir uns doch einfach vor, es gäbe Das Wunder vom Bismarckplatz und ein neues Zentrum würde bis Ende 2010 errichtet. Stellt Euch vor, wie sich dann die Augustastraße und der Bezirk entwickelte! Und?

Gäbe es dann Das Große Bürgerengagement Homberg? Würde Hochheide aufblühen? Nein! Denn hier macht keiner mehr mit!

Die Großen Volksparteien und ihre Beamten in der Verwaltung müssen den Vorwurf einstecken, dass sie mit penetrantem Bürger-Mobbing seit zwanzig Jahren viele gute Bürgerinitiativen platt gemacht haben, wo mit guten Ideen geldwerte Leistungen geschaffen wurden. Das geht sogar soweit, dass die Duisburg Verwaltung brutal Gesetze wie das IFG NRW beugt, bis dass die Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit Bettina Sokoll die Stadt Duisburg offiziell rügt. „Ähh nee“, so Stimmen aus betroffenen Kreisen, „stand doch gar nich in die NRZ!“

Solange die Politik und Verwaltung in Der Westen Duisburg allgemein gültige demokratische und gesetzliche Grundlagen nicht akzeptieren, stirbt Der Westen Duisburg weiter aus. Der Kampf und die Aufregung um das alte oder neue Bezirksrathaus ist nur ein Scharmützel mit vielen Opfern.

Doch die Hochheider und Homberger sind mittlerweile schlauer geworden. Sie halten ihren Mund oder fliehen wegen des Bürger-Mobbings.

Herr Lokalredakteur Martin Ziecke, schreiben Sie doch mal eine Geschichte des Bürgerengagements im Bezirk, solange es die Lokalredaktion in Der Westen Duisburg noch gibt; denn irgendwann wird die „WAZ-Axt“ (DJV) ihres Chefredakteurs Ulrich Reitz auch hier am linken Rheinufer einschlagen.

16.06.2009
07:46
Gezerre um Rathaus-Zukunft
von bürgerlicher Beobachter | #6

Sehr geehrter Herr Hans – Joachim Paschmann (SPD Hochheide),
sehr geehrter Herr Frank Smejkal (CDU Homberg),

mit Interesse habe ich den Artikel und die Kommentare gelesen.

Wenn Sie wieder einen Stand auf dem Hochheider Markt zum Wahlkampf aufstellen, möchte ich Sie bitten, eine Liste der Kandidaten für die Kommunalwahl 2009 bereit zu halten.

Dann werde ich Sie auch um eine Antwort bitten, wer davon noch im 2011 in der Bezirksvertretung sitzt oder vorher den (parteipolitisch geplanten) Abgang gemacht hat. Wenn Sie diese Liste und Antworten nicht parat haben solten, steht das hier in den Kommentaren bei der NRZ Der Westen Duisburg.

Alternativ können Sie Ihre Angaben auch hier in diesen Kommentaren machen.

Mit freundlichen Grüßen
ein bürgerlicher Beobachter

16.06.2009
03:15
Gezerre um Rathaus-Zukunft
von RG | #5

@ Jack Orange

Ist dieser Grindberg (SPD) nicht schon seit Jahren aus Gesundheitsgründen dienstunfähig geschrieben obwohl stundenlange Sitzungen im Rathaus ihm scheinbar nichts ausmachen???

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