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Integration

Gewinner auf allen Seiten

02.10.2009 | 17:25 Uhr
Gewinner auf allen Seiten

Rheinhausen. Abkommen mit heimischen Unternehmen am Niederrhein sichern 400 Arbeitsplätze für behinderte Menschen in den Caritas-Werkstätten. Kollegen wachsen schnell zusammen.

Es ist eine Kooperation mit Vorbildcharakter: Seit über 25 Jahren arbeiten behinderte Menschen, die in der Caritas Wohn- und Werkstätten Niederrhein gGmBH beschäftigt sind, für das Homberger Unternehmen Teba. Und beide Seiten sind mit dem Ergebnis rundum zufrieden. Integration konkret.

Die langjährige, fruchtbare Zusammenarbeit erlebt in diesem Oktober einen neuen Höhepunkt: Nachdem bisher acht behinderte Menschen als Außengruppe der Caritas bei Teba erfolgreich beschäftigt sind, kommt jetzt eine zweite Gruppe mit zwölf Behinderten hinzu. Die nunmehr 20 Mitarbeiter der Caritas erledigen Arbeiten, für die die Stammbelegschaft zu hoch qualifiziert ist - wie die Entsorgung von Wertstoffen, Zuführung von Materialien an die Arbeitsplätze, Lagerbewirtschaftung, Entladen, Gabelstaplerfahren, Bewegungs- und Verpackungsarbeiten.

Vorurteile verschwinden

Bernhard Wippermann, Geschäftsführer der Wohn- und Werkstätten: „So wird eine ganze Produktionsgruppe zu Teba verlagert. Das ist in dieser Qualität und Größenordnung eine Premiere für uns. Damit bestätigen wir die enge Kooperation zwischen unseren beiden Häusern. Natürlich bleiben unsere Mitarbeiter in unserer Hauptverantwortung. Dazu gehört das gesamte berufsbildende Programm sowie das Freizeitprogramm."

Manfred Ricken, Abteilungsleiter Einkauf und Materialwirtschaft bei Teba: „Diese Zusammenarbeit ist ja auch eine gute Erfahrung für unsere Kollegen. Die Mitarbeiter der Caritas haben sich gut integriert und wurden gut integriert. Das merkt man bei der Arbeit, in den Pausen, beim Mittagessen." Man arbeitet und spricht miteinander, lernt sich kennen und baut nebenbei Vorurteile ab. Wippermann: „Das ist eine Qualität, die müssen Sie erst einmal erreichen! Wichtig ist dabei auch, dass die Chemie zwischen den Geschäftsführungen stimmt. Dann kann man schon eine Menge Bedenken im Vorfeld ausräumen.""

Insgesamt gibt es 400 Arbeitsplätze für leicht-, schwer- und schwerstbehinderte Menschen bei den 1986 an der Hochstraße gegründeten Caritas-Werkstätten. Wippermann: „Wir sind ein normaler Produktionsbetrieb mit den klassischen Feldern Metallfertigung, Schreinerei, Näherei, Verpackung. In unserer Elektromontage ist als sehr anspruchsvoller neuer Bereich das Induktionslöten hinzukommen, aufwändige Lötarbeiten von Platinen und kleinen Verteilerschränken für die elektronische Industrie."

„Jährlich kommen 40 Menschen aus Förderschulen wie der Dahling- oder der Friedrich-Fröbel-Schule in Rumeln-Kaldenhausen neu dazu”, sagt Wippermann. „Der Standort Rheinhausen ist super.”

Seit Jahren arbeitet die Caritas auch mit anderen Partnern aus Industrie und mittelständischer Wirtschaft am Niederrhein zusammen. Dazu zählen das Homberger Chemieunternehmen Sachtleben und die Firma Kerzen-Müller in Straelen. „Wir fahren jeden Tag mit einer kompletten Gruppe nach Straelen. Die behinderten Menschen sehen dort jeden Tag: Der Angestellte von der Firma Kerzen-Müller macht ja genau das gleiche wie ich. Diese Nähe und diese Herausforderung erleben unsere Mitarbeiter als Ansporn und Motivation. Da legen sie sich richtig ins Zeug! Das tut ihrem Selbstbewusstsein gut.”

2000 Besucher gezählt

Am Tag der offenen Tür wurde freilich nicht gearbeitet, sondern acht Stunden lang kräftig gefeiert: Die Behinderten, ihre Familien und Freunde, die 71 Ausbilder und Betreuer der Caritas-Werkstätten, aber auch viele interessierte Gäste informierten sich über das vielseitige Ausbildungsprogramm, ließen sich von Behindertenchören musikalisch unterhalten oder trafen sich zum ungezwungenen Klönen bei Kaffee und selbstgebackenem Kuchen. 2000 Besucher wurden bei dem gelungenen Fest der Begegnung gezählt.

Martin Krampitz

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Kommentare
03.10.2009
11:38
Gewinner auf allen Seiten
von Lothar Schwarz | #1

Hier wird wieder einmal das Bild vermittelt, es wäre alles in bester Ordnung. Behinderte haben Arbeit....auch der Name Caritas spielt bei der Aussage eine gewisse Rolle. Wie in anderen Bereichen auch, wird ein Beispiel herausgegriffen um ein gewisser Eindruck zu erzeugen: Kein Problem. Wir können da Anderes berichten: Bei anhaltend hoher Arbeitslosigkeit werden auch viele Behinderte ( ca. 8 Mill. in Deutschland ) arbeitslos oder bleiben es. Dies dann proportional sogar stärker wie bei anderen Gruppierungen...so sieht die ganze Wirklichkeit dann aus.

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