Gemeinsam für mehr Vielfalt
08.06.2009 | 17:55 Uhr 2009-06-08T17:55:00+0200
Krupp-Gymnasium, Meitner- und Heine-Gesamtschule vereinbaren Kooperation. Der erste Schritt ist ein gemeinsamer Physik-LK.
„Eigentlich war es ja das Ziel der reformierten Oberstufe, dass die Schüler sich ihre Fächer nach ihren Interessen und Fähigkeiten zusammenstellen können.” Aber Jürgen Petrasch, Leiter der Rheinhauser Lise-Meitner-Gesamtschule, ist Realist genug, zuzugeben: „In der Praxis scheitert das leider an den begrenzten Möglichkeiten einzelner Schulen. So fallen dann die ,Exotenfächer' weg. Und dazu gehören gerade solche Fächer wie Physik und Chemie, in denen die Wirtschaft dringend Nachwuchs bräuchte.”
Neun gemeinsame Kurse
Seine Kollegen Peter Jöckel vom Krupp-Gymnasium und Günter Derksen von der Heinrich-Heine-Gesamtschule stehen vor dem selben Problem. Statt davor zu kapitulieren, beschlossen die drei Rektoren, ihre Kräfte zu bündeln und gemeinsam eben doch solche Kurse anzubieten. Ein gemeinsamer Physik-Leistungskurs an der Lessingstraße mit 20 Schülern macht im kommenden Schuljahr den Anfang. Mehr soll kommen, etwa ein Chemie-LK am Krupp-Gymnasium, der diesmal noch nicht zustande kam, sowie gemeinsame Grundkurse in Informatik. Im Fach Technik kooperieren die zwei Gesamtschulen schon länger. Insgesamt sollen es einmal neun gemeinsame Kurse sein. Der Schwerpunkt wird bei den sogenannten MINT-Fächern - Mathematik, Informatik, Naturwisschenschaften, Technik - liegen.
Zwar macht das „Turbo-Abi” am Gymnasium keine Koordinationsprobleme: Die Verkürzung der Schulzeit am Gymnasium von 13 auf zwölf Jahre wirkt sich nur in der Sekundarstufe 1 aus; die Oberstufe dauert an beiden Schulformen, wie gehabt, drei Jahre. Dennoch gibt es einiges abzustimmen: „Das fängt bei scheinbaren Kleinigkeiten wie Krankmeldungen oder dem Termin der Notenbekanntgabe an”, so Petrasch. „Studienfahrt-Termine und die ,beweglichen Ferientage' müssen abgestimmt werden.” Und dann ist da noch die eigentliche Unterrichtszeit, die den Schülern möglichst wenig Pendelverkehr abverlangen soll. „Das haben wir diesmal gut hinbekommen”, freut sich Petrasch: Die Doppelstunden fallen jeweils auf die erste Stunde, für den Rückweg zur „Stammschule” steht dann die große Pause zur Verfügung; die verbleibende Einzelstunde wird vierzehntägig als Doppelstunde am Nachmittag abgehalten.
Eigentlich wollten die drei Schulleiter auch die Willy-Brandt-Kollegschule mit ins Boot holen. „Da herrschte auch durchaus Interesse”, so Petrasch. „Allerdings machen uns die verschiedenen Ausbildungs- und Prüfungsordnungen einen Strich durch die Rechnung.” Dennoch soll eine Zusammenarbeit kommen: „Wir wissen noch nicht genau, wie das aussehen wird - möglich wäre etwa gemeinsame Nutzung von Räumen. Auf jedenfall kommt da noch was.”
15:27
echt cool
14:49
Das wurde ja auch Zeit! Bisher war es - nach einem kläglichen Versuch im Fach Geschichte - unter der alten Führung des Krupp-Gymnasiums nicht möglich mit den Gesamtschulen zu kooperieren. Schon gar nicht in einem der naturwissenschaftlichen Elitefächer. Viel Errfolg wünsche ich!