Gas-Kraftwerk in Uerdingen wackelt

Was wir bereits wissen
Trianel-Chef Hector und Chempark-Leiter Dresely verlangen Subventionen wegen Netz-Vorrangs erneuerbarer Energien.

Rheinhausen/Krefeld.. Dass im Chempark Krefeld-Uerdingen ein Gas- und Dampfkraftwerk gebaut wird, ist weniger sicher, als man meinen könnte.

Zwar haben die Bayer-Tochter Currenta, Betreiber des Chempark, sowie der Aachener Stadtwerke-Verbund Trianel bereits einen Antrag auf einen Vorbescheid zur Betriebsgenehmigung eingereicht. Aber parallel laufen weiterhin die Berechnungen zur Wirtschaftlichkeit.

Und sowohl Chempark-Chef Stefan Dresely als auch Trianel-Geschäftsführer Martin Hector lassen keinen Zweifel daran: Diese Berechnung kann sehr wohl negativ ausfallen. Und dann kippt das Projekt. Um das zu verhindern, fordern Trianel und Currenta Subventionen.

Wirtschaftlichkeit wird noch berechnet

Hintergrund ist der Vorrang erneuerbarer Energien im Stromnetz: Strom aus Windkraft- und Solar-Anlagen fällt nicht nach Plan oder gar nach Bedarf an, sondern logischerweise dann, wenn die Sonne scheint oder der Wind weht. Ist das der Fall, müssen Produzenten fossiler Energie ihre Kraftwerke drosseln oder abschalten, um sie wieder anzufahren, wenn Strom gebraucht wird, aber die „erneuerbaren“ nicht liefern. Das ist mit Gaskraftwerken immerhin möglich - im Gegensatz zu Atom- oder Kohlekraftwerken. Aber es drückt die Wirtschaftlichkeit. Petro Sporer von Trianel: „Eigentlich könnte unser Kraftwerk rund um die Uhr laufen. Wenn es nur 5000 Stunden im Jahr läuft, muss es in der Zeit trotzdem so viel Geld einbringen wie sonst in 8000 Stunden.“

Ein Vorteil des Uerdinger Kraftwerkes: Da die Firmen im Chempark vor Ort permanent Dampfkraft benötigen, hat das Kraftwerk eine gewisse Grundlast, wegen der die Schwelle, ab der komplett abschaltet werden muss, höher liegt. Hector: „Wenn es sich in Uerdingen nicht rechnet, dann rechnet es sich nirgendwo.“

Wenn nicht in Uerdingen, dann nirgendwo

Für eine Übergangsfrist wäre der Chempark auch ohne Trianel versorgt: Um während der Abschalt-Phasen weiter Dampfkraft bereit stellen zu können, wird Currenta ohnehin auch in Zukunft eigene gasgetriebene Dampfkessel betreiben. Dresely: „Das sind Standard-Komponenten in Standardgröße, so etwas kann man ,von der Stange’ kaufen.“ Und Strom könne man notfalls von außerhalb zukaufen: „Der kommt dann halt aus der Leitung.“ Das sei aber auf Dauer keine wirtschaftlich tragfähige Lösung, also müsse man eine eigene Lösung entwickeln. Und der Energieträger dafür steht eigentlich fest: „Kernenergie war in unseren Planungen nie ein Thema. Kohle ist heutzutage kaum noch machbar. Also bleibt eigentlich nur Gas.“