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Was zu tun ist, wenn Wildtiere im privaten Garten verenden

06.01.2016 | 07:00 Uhr
Was zu tun ist, wenn Wildtiere im privaten Garten verenden
Die Zahl der in Duisburg lebenden Füchse ist unbekannt. Das Bild zeigt einen im schweizerischen St.Gallen aufgenommenen Rotfuchs.Foto: imago/blickwinkel

Duisburg-Homberg.   Ein toter Fuchs in einem Duisburger Garten hat bei den Behörden für allerlei Verwirrung gesorgt. Was tun mit dem Wildtier?

Karl-Heinz Böhm lebt etwa 400 Meter entfernt vom Uettelsheimer See und auch der Rhein ist nicht weit entfernt. Dass sich in seinem Garten trotz eines hohen Zauns Kaninchen oder auch gelegentlich ein Fuchs tummelt, ist laut Aussage des Hombergers alles andere als ungewöhnlich. „Auch wenn ich mich manchmal frage, wie die Tiere überhaupt zu mir auf das Grundstück gelangen.“ Am vergangenen Sonntag ist in Herrn Böhms Garten ein Fuchs verendet. Was bei dem Homberger und auch bei den Behörden für die ein oder andere Irritation sorgte.

Entsorgung im Hausmüll?

„Zunächst rief ich die Polizei, um zu klären, wie weiter vorzugehen ist.“ Die sei auch gekommen, habe ihm geraten, das Tier nicht anzufassen und am nächsten Tag das Ordnungsamt anzurufen, was er auch getan habe. Bei der Stadt gab es dann zwei Aussagen, Karl-Heinz Böhm erfuhr beim Ordnungsamt, er möge das Tier in einen stabilen Plastiksack packen und im Hausmüll entsorgen. So müsse man bei sämtlichen Kleintieren vorgehen, hieß es.

Stadtförster Stefan Jeschke ließ über das Presseamt mitteilen, Böhm möge den zuständigen Jagdausübungsberechtigten verständigen. Die gesamte Stadt sei in Jagdgebiete aufgeteilt, der zuständige Jäger würde den Kadaver abholen und in die Müllverbrennungsanlage bringen. Hintergrund: So lange der Fuchs lebt ist er wie sämtliches andere Wild auch, herrenlos. Sobald er aber gestorben ist, gehört er demjenigen, der das jeweilige Jagdgrundstück gepachtet hat.

Jäger nicht erreichbar

Nun hat Böhm die zuständigen Jagdausübungsberechtigten – für sein Viertel sind das gleich vier private Jäger – telefonisch nicht erreicht und die Sache mit dem Müllsack und der grauen Tonne kommt ihm schon merkwürdig vor. „Was ist, wenn das Tier womöglich krank ist“, fragt er. Vom Berühren des Kadavers ohne Handschuhe und weiterer Schutzkleidung wie einem Mundschutz rät auch die Stadt ausdrücklich ab. Zwar sei die Tollwut in Deutschland ausgestorben, das Tier könnte aber am Fuchsbandwurm erkrankt sein. Dieser ist auch für den Menschen gefährlich, kann sogar tödlich sein.

Grundsätzlich müssten Tiere wie der Fuchs im Restmüllbehälter entsorgt werden, da Restmüll verbrannt wird. Wer dies aber nicht möchte, könne sich den Jagdausübungsberechtigten dazu holen, entsprechende Listen könne man bei der Polizei einsehen.

Der Fuchs in Karl-Heinz Böhms Garten lag auch am gestrigen Dienstag noch dort. Und da der Homberger keinen der zuständigen Jäger erreichen konnte, will er das Tier nun wie vom Amt vorgegeben, in der Mülltonne entsorgen. Die würde glücklicherweise gleich am nächsten Tag abgeholt werden.

Wildtiere in Duisburg

Die Zahl der kleineren Wildtiere wie Füchse, Dachse, Marder oder Iltisse ist in Duisburg nicht erfasst. Die Zahl der Rehe wird mit circa 40 bis 50 angegeben.

Rehe halten sich laut Aussage der Stadt Duisburg vorwiegend rund um Wälder wie den Stadtwald auf, Füchse eher im Innenstadtbereich.

Daniel Cnotka

Kommentare
06.01.2016
15:20
Was zu tun ist, wenn Wildtiere im privaten Garten verenden
von gsabreakspecial | #4

Die Polizei wäre mir auch zuerst eingefallen....... Der deutsche Michel halt.

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2016-01-06 07:00
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