Forschungsobjekt Hochheide
15.08.2008 | 16:55 Uhr 2008-08-15T16:55:00+0200
Ab Oktober nehmen eine Universität und eine Fachhochschule die Schieflage im Viertel wissenschaftlich unter die Lupe.
Der Stadtteil Hochheide eignet sich offenbar hervorragend als Studienobjekt. Denn die Probleme rund um das Hochhausviertel, die vor allem durch die Krawalle in der Silvesternacht in den öffentlichen Fokus rückten, werden bald wissenschaftlich unter die Lupe genommen. Und das gleich von zwei Seiten. Neben der Universität Duisburg-Essen hat auch die Fachhochschule für öffentliche Verwaltung NRW den Brennpunkt im Blick. Zehn angehende Polizeibeamte für den gehobenen Dienst wollen sich mit den Ursachen der Ausschreitungen beschäftigen und die ergriffenen Maßnahmen bewerten. Die einfache Fragestellung, die mit sozialwissenschaftlichen Methoden beantwortet werden soll: „Was hat sich durch die Maßnahmen verändert?”
„Hochinteressant” nennt Projektleiterin Ursula Schrix im Gespräch mit der Redaktion die Vorgänge im Viertel – natürlich aus wissenschaftlicher Sicht. Die Polizeioberrätin und Dozentin der Duisburger Fachhochschule kennt die Probleme im Ortsteil. Sie war im Juni beim Abschluss der Mediatorenausbildung in Hochheide dabei, als Vertreter aus dem großen Kreis der beteiligen Institutionen ihr Diplom erhalten haben: Lehrer, Erzieher, Sozialpädagogen, Kirchenvertreter, Polizisten, denen das Jugendamt in 15 Monaten das Rüstzeug zu Konfliktmanagern mitgegeben hat. „Ein sehr guter Ansatz”, findet Schrix. Denn einfache Lösungen für die Bekämpfung der Gewaltbereitschaft und Perspektivlosigkeit werde es aus ihrer Sicht „sicher nicht geben”.
Für die zehn Studenten ist die Forschungsarbeit Teil des Studiums. Die Behörden vor Ort reichen Vorschläge ein, wie in diesem Fall das Polizeipräsidium Duisburg, die Studenten wählen aus. „Das ist seit Jahren gute Praxis. So haben alle etwas davon”, sagt Schrix. Für das Projekt werden die angehenden Kriminalbeamten geschult und freigestellt. Sie nähern sich mit sozialwissenschaftlichen Methoden der Fragestellung, mit Befragungen, Beobachtungen, Interviews. Sie werten Daten aus, belgeiten zum Beispiel die Arbeit des Jugendamtes oder des Kommissariats, das sich mit jugendlichen Intensivtätern beschäftigt. Im Oktober beginnt die Projektarbeit, Ende des Jahres ist Abgabetermin, im Januar sollen die Ergebnisse präsentiert werden.
Mehr Zeit wird dagegen die Untersuchung der Uni Duisburg-Essen in Anspruch nehmen, die das Jugendamt als Kooperationspartner gewählt hat. „Wir benötigen mindestens ein halbes Jahr bis Ergebnisse vorliegen”, sagt Jugendamtsleiter Thomas Krützberg. „Anfang September wollen wir das Grobkonzept dem Jugendhilfeausschuss vorstellen.” Stimmt das Gremium zu, könne man zeitnah starten. Mit einem Fragebogen will man offensiv auf Jugendliche zugehen und auch versuchen, in die Familien zu kommen. „Wir wollen die Bedürfnisse, Probleme und reellen Wünsche der Jugendlichen abfragen. Vieles, was wir vermuten, wird sich dabei bestätigen. Ich bin aber überzeugt, dass es auch viele neue Erkenntnisse geben wird”, sagt Krützberg.
17:05
Reißt die häßlichen Hochhäuser ab und das Thema erledigt sich von selbst .
11:26
Didi,in Homberg/Hochheide gibt es genügend Jugendheime und Freizeitangebote für Jugendliche. Wer sie nicht nutz ist selber schuld. Ich meine, man sollte nicht für jede ethnische Gruppe eine Extrawurst braten.
00:03
[Entfernt von Moderator]
18:57
Die Studenten der Uni können in Hochheide forschen so lange sie wollen. Am Ende kommt nichts dabei heraus. Hochheide ist Ziel der Duisburger Einwohner Behörde. Es werden immer mehr Ausländer nach Hochheide umgesiedelt sobald sie eine Wohnung suchen. Zudem sind die Hochhäuser dazu gut geeignet, es kennt sich ja keiner. Es gibt auch nichts wo sich die Jugendlichen aufhalten können. Statt ein Kino oder ein Jugendheim gibt es nur Spielhallen oder Internetkaffees. Was nützt eine Schulbildung wenn sie keine Arbeit finden. Die Stadt Duisburg hat kein Geld für die Jugend, aber Geld für den Ausbau der Innenstadt. Der westen ist jetzt schon ein Ghetto Gebiet.