Feuerdrache im Chemieunterricht

Mit lautem Fauchen und Zischen schießt die riesige Feuersäule in den Himmel. Einige der jugendlichen Zuschauer weichen erschrocken von der Absperrung, die die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Rumeln-Kaldenhausen errichtet haben, zurück. Aber, keine Sorge, den Zuschauern ist nichts passiert, und die Schaulustigen sind in diesem besonderen Fall sogar herzlich willkommen.

Etwa 130 Schüler der siebten Klassen des Albert-Einstein-Gymnasiums (AEG) besuchten unlängst im Rahmen der Kooperation mit der Freiwilligen Feuerwehr Rumeln-Kaldenhausen die Brandschützer in ihrem Gerätehaus an der Kirchfeldstraße. Die freiwilligen Brandschützer hatten sich natürlich nicht lumpen lassen und für die Besucher zwei interessante, abwechslungsreiche Unterrichtsstunden vorbereitet.

Tapetenwechsel

Für Chemielehrer Jochen Poidinger vom AEG liegen die Vorteile der Kooperation mit der Freiwilligen Feuerwehr auf der Hand: „Wir bieten unseren Schülerinnen und Schülern einen Tapetenwechsel und ergänzen die hervorragenden Möglichkeiten unserer naturwissenschaftlichen Räume im AEG mit einer Exkursion. Das hilft, die Lerninhalte des Chemieunterrichts anschaulich zu vermitteln. Und wo könnte die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr sinnvoller sein, als beim Thema „Brennen und Löschen“.

Mit Hilfe eines mit brennendem Fett gefüllten Topfes vermittelten die Blauröcke Carsten Frenzen und Dirk Scharf den „Siebenern“ anschaulich, dass eine Verbrennung drei Dinge benötigt: Sauerstoff aus der Luft, einen brennbaren Stoff – hier das Fett und Zündenergie in Form einer Herdplatte – ersetzt durch einen Gasbrenner. Dass die erste (Lösch-)Idee nicht immer die beste ist, erfuhren die Pennäler kurz danach: Der Löschversuch mit Wasser führte zu einem riesigen Feuerball aus brennendem Fett, der den Rumelner Morgenhimmel erst schlagartig erhellte und dann in beißenden Rauch hüllte. Schnell wurde klar, warum es zu einer sogenannten Fettexplosion kommen musste.

Das Wasser verwandelt sich schlagartig in Wasserdampf und schleudert das brennende Fett aus dem Topf. Wenn so etwas in einer Küche passiert – die Folgen für die am Herd stehende Person wären fatal. Wie man richtig löscht, verrieten die Freiwilligen Brandschützer natürlich auch noch: Deckel auf den Topf, um so die Sauerstoffzufuhr zu unterbrechen, und sicherheitshalber die Feuerwehr anrufen.

Nach diesem „knalligen“ Einstieg erfuhren die Jugendlichen noch, wie die Feuerwehr funktioniert und dass es bei Einsätzen besonders wichtig ist, dass die Feuerwehrleute ihre Aufgabe genau kennen, damit die Hilfe schnell ankommt.

Viele Fragen

Natürlich bekamen die Siebtklässler auch auf die vielen mitgebrachten Fragen fachkundige Antworten. Warum sind Rauchmelder in der Wohnung wichtig? Weil nachts im Schlaf der Geruchssinn ausgeschaltet ist und man im Falle eines Brandes den Rauch nicht riecht. Können auch Frauen Mitglied bei der Feuerwehr werden? Natürlich! Können auch Jugendliche zur Feuerwehr kommen? Ja, es gibt in Rumeln-Kaldenhausen eine Jugendfeuerwehr. Dort können Jugendliche von zwölf bis 17 Jahren Mitglied werden und spielerisch das Feuerwehrgeschäft lernen. Der Spaß kommt auch nicht zu kurz: Ausflüge, Sport und Zeltlager stehen auch auf dem Programm.

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