Europas Schiffer spenden 7500 Euro für Flüchtlingshilfe

Frank Wittig (2. v.r.), Organisator des Schifferballs, überreicht Jürgen Voß (Diakonie Duisburg-West) einen Scheck in Höhe von 7500 Euro für den Initiativkreis Glückauf-Halle.
Frank Wittig (2. v.r.), Organisator des Schifferballs, überreicht Jürgen Voß (Diakonie Duisburg-West) einen Scheck in Höhe von 7500 Euro für den Initiativkreis Glückauf-Halle.
Foto: FUNKE Foto Services
Wegen der Belegung der Glückauf-Halle mit Flüchtlingen fiel der Schifferball aus. Die Macher erwirtschafteten dennoch einen Überschuss – für die Flüchtlingshilfe

Duisburg-Homberg..  Es war Mitte September, als Frank Wittig, Organisator des Ball der Schifffahrt, die aufwändige und eigens für den Ball erstelle Festschrift in den Händen hielt. Das Werk sollte wie immer auf allen Binnenschiffen und auch an Schleusen ausgelegt werden. Einige Tage später war klar, das zur Schrift gehörende Fest fällt durch die Belegung der Glückauf-Halle mit Flüchtlingen aus. „Der Schock war zunächst groß, doch dann entschieden wir uns, zu handeln“, sagt Wittig.

Klar, man hätte in die Rheinhausen-Halle umziehen können, Wittig, der einem Verein als Geschäftsführer vorsteht, dessen Hauptaufgabe die Organisation des Ball ist, lehnte das Angebot aber ab. Ein Jahr lang hätten sie geplant, und jetzt innerhalb von nur drei Wochen umzuziehen, wäre der Veranstaltung nicht gerecht geworden. Wittig telefonierte vielmehr sämtliche Unternehmen ab, die Anzeigen in der Festschrift geschaltet hatten. „Mit dem Ergebnis, dass 90 Prozent der Anzeigenkunden ihre Anzeige bezahlten, ohne dafür die vereinbarte Gegenleistung in Form des Balls zu bekommen.

So verkehrte sich die Befürchtung, der Verein würde auf rund 20.000 Euro Kosten für Festschrift und bereits verpflichtete Künstler sitzenbleiben, ins glatte Gegenteil. „Es blieben nach Abzug aller Kosten sogar noch 7500 Euro übrig, es war somit der erfolgreichste Schifferball aller Zeiten“, freut sich Frank Wittig. Gespendet hätten somit Schiffer aus ganz Europa.

Geld für Initiativkreis Glückauf-Halle

Dieses Geld sollte im Bezirk bleiben, nach Gesprächen mit Politik und Verwaltung war eine Institution gefunden, bei der die Schiffergemeinde das Geld bestens aufgehoben sieht. Mit dem Einzug der ersten Flüchtlinge in die Landeseinrichtung Glückauf-Halle hatte sich ein Initiativkreis gegründet, dem unter anderem die Caritas und die Diakonie angehören. Der trifft sich regelmäßig und kümmert sich um die Asylsuchenden im Bezirk.

„Das Geld können wir wirklich gut gebrauchen“, sagen Diakon Stefan Ricken und Jürgen Voß, Leiter der Diakonie Duisburg-West. Man wolle die 7500 Euro in die Bildung der Flüchtlinge investieren, so ist es geplant, für die Einrichtung an der Voßbuschstraße in Baerl Schulmaterial zu kaufen.

Der nächste Schifferball ist für den 5. November terminiert. Frank Wittig: „Gerne würden wir wieder in die Glückauf-Halle kommen, wenn das aber nicht möglich ist, gehen wir auch woanders hin.“ Die Mercatorhalle scheide dabei definitiv aus, unabhängig davon, welchen Sanierungsstand sie im November auch immer haben sollte. „Eigentlich gehört die Veranstaltung dorthin, in der alten Mercatorhalle waren wir auch viele Jahre lang. Die Kosten für die neue Halle sind für uns als Verein allerdings nicht zu stemmen.“

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