Das aktuelle Wetter Duisburg 6°C
Zuwanderung

Viel zu tun bei der Integrationsarbeit für Roma in Duisburg

27.05.2013 | 22:00 Uhr
Viel zu tun bei der Integrationsarbeit für Roma in Duisburg
In dem Ladenlokal an der Beguinenstraße sollen schon bald diverse Hilfsorganisationen arbeiten.Foto: WAZFotoPool

Duisburg.  Irritationen um das Ladenlokal an der Beguinenstraße sind offenbar beigelegt, Institutionen nehmen ihre Arbeit auf. Sie richten ein Elterncafé und eine Beratungsstelle ein um Rumänen und Bulgaren integrieren zu können. Dennoch bestünde ein enormer Hilfebedarf für die Integration der Roma, sagt die Vorsitzende des Vereins "Stimme der Migranten".

Ein Lkw mit Möbeln soll heute am überwiegend von Roma bewohnten Haus an der Straße In den Peschen vorfahren. Geladen haben soll er jede Menge Dinge, die es braucht, um im benachbarten Ladenlokal an der Beguinenstraße mit der Integrationsarbeit der Rumänen und Bulgaren beginnen zu können. „Wir richten ein Elterncafé und eine Beratungsstelle für Bewohner und Nachbarn ein“, sagt Deniz Aksen, Geschäftsführer des Vereins ZOF („Zukunftorientierte Förderung“). Nicht nur sein Verein beginnt mit der Arbeit, auch andere Institutionen wollen starten.

Sämtliche Irritationen rund um ausgetauschte Schlösser (wir berichteten) seien ausgeräumt, sagt Aksen, kurz- bis mittelfristig sollen unter anderem die Volkshochschule und auch der Verein „Stimme der Migranten“ in dem Gebäude präsent sein. „Wir haben uns mit allen Beteiligten geeinigt“, sagt Aksen, das heißt, der Gebetsraum ist für Messen und Feiern zugänglich und genannte Institutionen können Integrationsarbeit leisten.

Info
Der Verein ZOF

Der Verein ZOF bezahlt dem Besitzer der Immobilie an der Beguinenstraße, Branko Baresic, 900 Euro monatliche Miete. „Eigentlich hatte ich keine Miete haben wollen, das Geld spende ich dem Verein Bürger für Bürger.“

Deren Geschäftsführer Rolf Karling will das Geld unter anderem in die Anschaffung eines neuen Wagens stecken. Mit dem ramponierten Gefährt transportiert der Verein unter anderem gespendete Lebensmittel.

Roma erst "zivilisieren"

Die Integration der Roma steht für Vasilka Bettziche an zweiter Stelle. „Zuerst müssen diese Menschen zivilisiert werden “, sagt die Vorsitzende des Vereins „Stimme der Migranten“, sie ist selbst assimilierte Roma. Viele aus dem Haus würden kein fließendes Wasser kennen, hätten noch nie in ihrem Leben einen Postboten gesehen oder eine Treppe geputzt. „Daran müssen wir arbeiten, eine entsprechendes Angebot soll es in dem Haus geben, dafür brauchen wir aber auch Hilfe“, sagt Bettziche.

Dass es bis zur Integration noch ein weiter Weg ist, zeigt der enorme Andrang von Roma bei der Essensausgabe von Bürger für Bürger. „Viele Familien haben viele Kinder und kein Einkommen, sie haben Hunger“, sagt Karling, der gespendete Lebensmittel tütenweise an Bedürftige abgibt.

Viele haben Hunger

Den Weg zu „Bürger für Bürger“ , um dort Nahrungsmittel zu bekommen, finden nicht alle Roma. Ketzerisch ausgedrückt scheinen sich einige ihre Lebensmittel – nicht immer legal – in den umliegenden Supermärkten und Tankstellen zu besorgen. „Die Zahl der Ladendiebstähle ist dramatisch gestiegen“, ist rund um einen benachbarten Discounter zu vernehmen. Die Zahl der Kunden soll sich um ein Viertel verringert haben, wer noch hingehe sehe regelmäßig Roma, die Bonbons und Lebensmittel einsteckten. Laut Rolf Karling sollen die Tankstellen in der Umgebung Roma-Kunden nur noch einzeln ins Geschäft lassen. „Klar, viele haben eben Hunger, die Folgen sind dramatisch, es muss etwas passieren.“

Daniel Cnotka

Funktionen
Aus dem Ressort
Krupp-Gymnasiasten setzen buntes Zeichen für Toleranz
Schule
Krupp-Gymnasium beteiligte sich an der landesweiten Mottowoche und wählte das Thema „Color Splash“, um auf die Verschiedenartigkeit der Menschen...
Stadt Duisburg will auf maroder A40-Brücke blitzen
A40-Blitzer
Die Stadt Duisburg blitzt demnächst Raser und zu schwere Fahrzeuge an der A40-Brücke. Die Anlage wird in den kommenden Tagen scharf geschaltet.
Abend zu Ehren von Hanns Dieter Hüsch in Rheinhausen
Kultur
Vereinigung für Kunst und Wissenschaft lädt ein zur Hommage an Hanns Dieter Hüsch. Joachim Henn rezitiert, das Akkordeonorchester spielt und die...
31 Osterfeuer brennen in Homberg und Rheinhausen
Brauchtum
Wer ein Osterfeuer entzünden möchte, muss das ein oder andere beachten. Hier sämtliche angemeldete Osterfeuer in den Bezirken Homberg und Rheinhausen.
Sperrung für Lkw auf A40-Brücke in Duisburg wird verlängert
A40-Rheinbrücke
Die A40-Rheinbrücke bleibt noch länger für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen gesperrt. Grund dafür ist ein verändertes Schweißverfahren.
Fotos und Videos
Duisburgs längste Brücken
Bildgalerie
Brücken
Razzia nach Satudarah-Verbot
Bildgalerie
Rocker-Razzia
article
7999546
Viel zu tun bei der Integrationsarbeit für Roma in Duisburg
Viel zu tun bei der Integrationsarbeit für Roma in Duisburg
$description$
http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/west/erst-zivilisieren-dann-integrieren-id7999546.html
2013-05-27 22:00
Roma, Integration, zivilisieren, Stimme der Migranten, Elterncafé, Beratungsstelle, Integrationsarbeit
West