Eine Institution – das Skatturnier in Hohenbudberg

Am Tisch: Robert Mosel, Dirk Schümann und Heiner Stephan.
Am Tisch: Robert Mosel, Dirk Schümann und Heiner Stephan.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Trägergemeinschaft Johannes-Büttner-Haus und Friemersheimer SPD organisieren ein regelmäßiges Turnier. Und die Spieler kommen, sei es auch noch so heiß.

Duisburg-Hohenbudberg..  Nicht so leicht in die Karten schauen ließen sich die Gäste des Skatturniers der Trägergemeinschaft des Johannes-Büttner-Hauses in Hohenbudberg und der SPD Friemersheim. Die passionierten Spieler wollten ihre Punkte selbstverständlich ohne Schummelei gewinnen. Seit vier Jahren findet das muntere Kartenspielen alle vier bis sechs Wochen - nicht nur für Senioren - in der Einrichtung an der Martinistraße statt.

An der Anmeldung sitzen Klaus Cornelsen und Franz-Josef Rüther, sie organisieren das Turnier und nehmen die jeweils sieben Euro Startgeld der Teilnehmer entgegen. „Hauptsächlich ging es bei der Veranstaltung um den Erhalt des Johannes-Büttner-Hauses“, sagt Cornelsen. „Aber die Leute kommen regelmäßig, es gilt ja immer einen Titel zu verteidigen“, ergänzt Rüther. Im Laufe der Zeit habe sich das Spielniveau gesteigert. „Manche erreichen heute eine doppelt so hohe Punktzahl wie früher.“

Im Radio läuft passend zum Wetter der Song „Himbeereis zum Frühstück“. Wegen der Hitze an diesem Vormittag seien nur 15 Teilnehmer erschienen, sonst seien es um die 25. „Manche kommen sogar von etwas weiter her, aus Homberg beispielsweise“, fährt Rüther fort und weist auf den Anspruch des Kartenspiels hin. „Uno? Nee, damit wären die Leute hier unterfordert. Für Skat muss man gut Kopfrechnen können, sonst verliert man selbst mit einem guten Blatt.“ Zu gewinnen gibt es heute Prämien in Höhe von 30 und 20 Euro, darüber hinaus warten attraktive Sachpreise auf die Teilnehmer. „Keiner geht ohne Gewinn nach Hause.“

„Die Sportart stirbt aus“

An einem der Tische in dem kleinen Saal sitzt Dirk Schümann aus Friemersheim, der sich mit seinen 47 Jahren als das „Küken“ in der Skat spielenden Seniorenrunde bezeichnet. Er spiele ab und an mal mit, heute sei eher eine Ausnahme. „Das Mitdenken und Mitzählen hält klar im Kopf“, sagt er. Einer seiner Gegner heute heißt Heiner Stephan und hat sich von Bergheim auf den Weg in die Eisenbahnsiedlung gemacht. Wie viele der anderen Teilnehmer nimmt auch er regelmäßig an anderen Skatrunden teil, so treffe sich seine Gruppe jeden Freitag in einer Gaststätte in Rheinhausen und in wechselnden Begegnungsstätten. Dass fast nur noch ältere Menschen die Regeln des Spiels beherrschen, bedauert er: „Das ist eine aussterbende Sportart, die jungen Leute haben ja alle ihre Computer, da kommt kein Nachwuchs mehr nach. Aber wenn solche Veranstaltungen regelmäßig stattfinden, gehe ich auch hin.“