Eine Frage der Verantwortung

Norbert Bömer, Vorsitzender der Bürgerinitiative „Saubere Luft“, hat jetzt auf die laufende Diskussion um einen von vielen Bürgern und Parteien gewünschten Autohof auf Logport I in Rheinhausen reagiert.

Die Einwände dagegen von Logport-Betreiber Duisport und Chemielogistiker Talke, der ein Gefahrstofflager an der Europallee bauen will, hält Bömer für nicht stichhaltig: „Reichlich plump und vordergründig, wie der Pressesprecher der Firma Talke sich jetzt Sorgen macht, dass durch einen Autohof das Verkehrsaufkommen in Rheinhausen wachsen würde. Offensichtlich weiß er nicht, dass heute schon täglich mehr als 7000 Lkw von und zum Logport ihre Wege suchen.“

Auch die Hafen AG mache sich in ihrer Stellungnahme Sorgen, dass ein Autohof die Verkehrsbelastung erhöhe. Bömer: „Irgendwie habe ich das Gefühl, dass beide nur darauf aus sind, sich vor der Verantwortung zu drücken, den Lkw-Fahrern menschenwürdige Bedingungen bei ihren Erhol- und Wartezeiten zu gewährleisten.“

Über eins müsse man sich aber von vorneherein im Klaren sein, so Bömer: „Wer glaubt, mit einem wie immer gearteten Geschäftsmodell Autohof noch an den Lkw-Fahrern verdienen zu können, der irrt gewaltig. Bei Stundenlöhnen zwischen drei und sieben Euro ist da wohl kaum was zu holen. Bedarf ist neben einer Tankstelle vor allem an menschenwürdigen Sozialräumen, Duschen, WCs, Kochgelegenheiten, Aufenthaltsräumen, die dann auch rund um die Uhr gepflegt und sauber gehalten werden.“ Dies könne man im ersten Schritt über Container gewährleisten, wie sie auf jeder Großbaustelle Standard sind. Das muss dann gar nicht teuer sein.

Und wer soll das finanzieren? Bömer: „Eigentlich ist das die Aufgabe der Hafen AG als Logistik Infrastruktur- Unternehmen. Und wer von den Großlogistikern auf seinem eigenen Firmengelände diese Sozialräume nicht anbietet, kann dann ja durch eine Umlage zur Kasse gebeten werden.“