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Ein Wall als Zwischenlager

12.02.2010 | 18:09 Uhr
Ein Wall als Zwischenlager

Rheinhausen. Was vor zwölf Jahren im Rheinhauser Rheinvorland abgetragen und vor der Brücke „zwischengelagert” wurde, kommt jetzt zwecks Rekultivierung wieder auf Auskiesungsflächen. Die nächste Auskiesung im "Homberger Ort" ist bereits geplant.

Wieviel 100 000 Kubikmeter Erde sind, das lässt sich zwischen den beiden Rheinhauser Brücken gut erkennen. Zwischen der Brücke der Solidarität und der Eisenbahnbrücke ist ein langer Erdwall aufgeschüttet. Er entstand vor rund zwölf Jahren. Vor wenigen Wochen waren hier noch Kinder mit ihrem Schlitten unterwegs. Jetzt wird der Wall wieder abgetragen.

Im Minutentakt karren die Laster der Firma Hülskens das Erdreich durch das Rheinvorland. Hinter der Eisenbahnbrücke hatte das Unternehmen aus Wesel auf einer Fläche von 14 Hektar zwischen 1998 und 2002 rund 2,8 Millionen Tonnen Kies und Sand abgegraben. Die Löcher wurden in den Vorjahren zum großen Teil mit angeschwemmten Material aus den Becken der Duisburger Häfen verfüllt. Noch gleicht das Areal zwischen Logport und dem Rhein einer kleinen Mondlandschaft. Jetzt wird das Erdreich, das die Firma vor rund zwölf Jahren abgetragen und vor der Brücke „zwischengelagert” hatte, wieder auf die andere Seite der Brücke gebracht. Die sogenannte „Rekultivierung” der Abgrabungsfläche nimmt einige Zeit in Anspruch. „Die Arbeiten werden bis ins Jahr 2011 andauern”, sagt Franz-Josef Stenmans von der Firma Hülskens.

Zeit bis Ende 2012

Bis Ende 2012 hat das Unternehmen Zeit, die Fläche wieder in ihren Ursprungszustand zu versetzen. Danach werde es dort sogar „geordneter” aussehen als je zuvor, sagt Stenmans. „Die Rekultivierung ist für uns wichtig, sie ist eine Art Reputation für unser Unternehmen.” Das Areal, das sich größtenteils in Firmenbesitz befindet, wird wieder zur Rheinwiese mit einzelnen Baumgruppen und dient dann unter anderem auch als Erholungsraum. Noch ist das Gelände allerdings eine zum Teil umzäunte Großbaustelle, die Firma hat eine Sicherungspflicht. Nicht jeder Spaziergänger hat dafür Verständnis.

„Natürlich erklären wir jedem gerne, was hier vor sich geht. Aber wir haben nicht immer die Gelegenheit dazu”, berichtet Stenmans. „Wir wurden bereits von einem Spaziergänger wild beschimpft, wie wir denn auf die Idee kommen könnten, den Deich abzutragen. Leider sind wir gar nicht zu Wort gekommen.”

Sobald die Arbeiten abgeschlossen sind, ist das Areal wieder für die Bürger freigegeben. Dann macht sich die Kies-Firma an die nächste Abgrabungsfläche im Duisburger Westen: Noch in diesem Jahr soll die Auskiesung im Homberger Rheinvorland beginnen.

Ingo Blazejewski

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