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Tierschutz

Ein Reihenhaus für Familie Spatz in Rheinhausen

30.11.2010 | 16:10 Uhr
Ein Reihenhaus für Familie Spatz in Rheinhausen
Foto: Udo Kreikenbohm/WAZ FotoPool

Duisburg.Linda Broszeit aus Duisburg-Rheinhausen beklagt, dass es immer weniger Spatzen gibt. Deshalb rief sie die Aktion „Rettet die Spatzen“ ins Leben. In einem ersten Schritt ließ sie 30 Vogel-Reihenhäuser bauen.

„Lieber den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach“, so ein altes Sprichwort. Sinngemäß steht es dafür, dass man mit dem zufrieden sein sollte, was man sicher hat, sei es auch noch so klein, als nach großen, riskanten Dingen zu streben. Es gab also mal Zeiten, als Tauben eher selten waren, die Spatzen aber zum allgemeinen Stadtbild gehörten. Und heute?

Linda Broszeit verkauft sogenannte Spatzenhäuser. Foto: Lars Fröhlich / WAZ FotoPool

Die gefiederten Freunde sind nur noch selten zu sehen. Und deshalb startete Linda Broszeit jetzt die Aktion „Rettet die Spatzen“ und hat schon zwei Mitstreiter im Boot: Dr. Alfred Gerlach vom Damwildgehege im Rheinhauser Volkspark und Christine Scherer, Direktorin der Friemersheimer Marktschule.

Die Idee dazu geht eigentlich weit in die 90er Jahre zurück, auf ein privates Erlebnis von Linda Broszeit. Zu dem Zeitpunkt wohnte sie schon in Kaldenhausen, erfreute und amüsierte sich über die rund 20 Spatzen, die dort ihr zu Hause hatten. Eines Tages waren sie nicht mehr da. Ein Nachbar hatte die Grünbepflanzung seines Hauses entfernen lassen. Und eben dieses Grün waren die Behausung der Tiere. „Ich erinnere mich heute noch gut daran, wie traurig ich damals war“, erzählt Linda Broszeit.

Bestand geht seit Jahren zurück

Vor einiger Zeit surfte sie im Internet und stieß auf die Seite der Deutschen Wildtierstiftung. Und die dort vorgefundenen Zahlen erschreckten die Bücherinsel-Inhaberin: In den letzten 25 Jahren ging der Bestand der Spatzen deutschlandweit um 50 Prozent zurück, in NRW um 60 Prozent, ganz dramatisch in Hamburg mit über 80 Prozent. Eine ähnliche Entwicklung stellte die engagierte Frau auch in Rheinhausen fest, beließ es aber nicht dabei, sondern setzte jetzt „Himmel und Erde“ in Bewegung.

Linda Broszeit knüpfte Kontakte zu den Caritaswerkstatten und ließ dort in einem ersten Schritt 30 Spatzen-Reihenhäuser im Ausmaß von 45 mal 30 Zentimetern bauen: „Spatzen sind gesellig und leben gern mit zwei Familien zusammen. Deshalb zwei Häuschen nebeneinander, abgetrennt durch eine Wand und mit zwei seitlichen Eingängen.“ Die Architektur der Häuschen hatte sie auf der Internetseite der Wildtierstiftung entdeckt, die übrigens 2008 die Rettungsaktion gestartet hat, die nun Linda Broszeit auf Rheinhauser Gebiet fortführt.

Dr. Gerlach vom Damwildgehege war sofort begeistert, und Christine Scherer war ebenfalls Feuer und Flamme, sagte zu, mit der Marktschule auch im Boot zu sein. Im Damwildgehege werden zehn Reihenhäuschen aufgehängt, die Schule bekommt zwei der Häuschen. Und: Gemeinschaftlich wurde der 20. Januar nächsten Jahres zum Rheinhauser Aktionstag erkoren. An dem Tag werden alle Jungen und Mädchen der Marktschule sich mit dem Thema Spatzen befassen: Sie wollen Spatzenpuppen nähen, Spatzengedichte verfassen, ein Bilderbuch gestalten und selber Vogelfutter herstellen. Linda Broszeit hofft, dass sich weitere Schulen an dem Aktionstag beteiligen (Anmeldung bis 20. Dezember in der Bücherinsel).

Nistkästen im Januar aufhängen

Und um das Bewusstsein der Bevölkerung zu wecken, veranstaltet die Bücherinsel eine Verlosung von fünf Spatzen-Reihenhäusern. Bis einschließlich 6. Dezember können Lose zum Preis von fünf Euro erworben werden. Am 7. Dezember um 17 Uhr werden die Gewinner ermittelt. Darüber hinaus verkauft Linda Broszeit diese Nistkästen zum Selbstkostenpreis von 20 Euro.

Spätestens im Januar sollten die Behausungen aufgehängt sein. Dann nämlich machen sich die Spatzen auf die Suche nach geeigneten Brutplätzen. Denn zwischen April und Ende August kommt der Nachwuchs.

Petra Schmidt

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Kommentare
06.12.2010
12:00
Ein Reihenhaus für Familie Spatz in Rheinhausen
von mondsteinchen | #16

Zu dem Thema ist mir im Herbst positiv aufgefallen, dass es in der ZOOM Erlebniswelt in Gelsenkirchen viele viele freche Spatzen gibt. Diese kleinen lustigen Gesellen sind überall dabei, wo draußen gegessen wird - man ist nie allein. Und die besonders vorwitzigen stiebitzen sich die Krümel oder was sie auch immer erwischen können vom Teller oder fressen sogar aus der Hand.
Ich habe sehr genossen, denn auch ich vermisse sie in unserem STadtbild.

06.12.2010
09:24
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von Name erforderlich aber ikognito | #15

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03.12.2010
15:49
Ein Reihenhaus für Familie Spatz in Rheinhausen
von Thomas Oberländer | #14

@abcsagt: Welche Bücher welcher Autorin?

Soweit ich das verstanden habe, soll man dem Problem der zurückgehenden Spatzenpopulation begegnen können, indem man besagten Spatzen Spatzenhäuser zur Verfügung stellt.

Diese Spatzenhäuser kann man zum Selbstkostenpreis bei einer Buchhändlerin erwerben. Wenn man bei der Gelegenheit ein Buch kauft, kann das schön für einen selber und die Buchhändlerin sein, ist aber nicht zwingend erforderlich.

Was erschließt sich da nicht?

Mir gefällt die Aktion, und so ein Spatzenhaus werden wir auch kaufen.

03.12.2010
14:00
Ein Reihenhaus für Familie Spatz in Rheinhausen
von abcsagt | #13

Geht es hier um das Problem fehlende Spatzenpopulation ode um wie kaufe ich bestimmte Bücher einer Autorin?
Bis jetzt erschließt sich mir noch nicht so richtig wie wir dem Problem fehlende Spatzenpopulation begegnen können.

02.12.2010
19:33
Ein Reihenhaus für Familie Spatz in Rheinhausen
von Tysso | #12

Wenn wundert es das die Spatzen verschwinden, alles wird zugebaut geflastert...und Hecken und Buesche verschwinden immer mehr aus dem Stadtbild. Die brauchen sie aber um sich zurueckziehen zu koennen.
Ich lebe schon laengere Zeit nicht mehr in Rheinhausen und auch nicht mehr in Deutschland, aber hier wo ich lebe gibt es noch diese frechen kleinen Gesellen. Hier haben sich sich darauf spezialisiert Autofahrer zu belagern die mit der Faehre ueber den Fjord wollen. Es faellt immer was zum fressen ab..und manchmal hat man Glueck und sie kommen sogar freiwillig auf die Hand zum Essen stibizen durch ihre Neugierde.

01.12.2010
22:20
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von Gruenkohl7 | #11

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01.12.2010
11:02
Ein Reihenhaus für Familie Spatz in Rheinhausen
von Timm Tüttebell | #10

# Grünkohl
wusste garnicht , das du des lesens mächtig bist .

01.12.2010
09:45
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von Drive by shooting | #9

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01.12.2010
07:52
Ein Reihenhaus für Familie Spatz in Rheinhausen
von banane666 | #8

es sollte doch ´mal angesprochen werden warum wir keine Spatzen mehr haben?
da in den letzten zig Jahren immer weniger Zugvögel wegziehen besetzen diese die Nistmöglichkeiten und Reviere der Spatzen sodass diese keine Bleibe finden...
vor ca. 30 Jahren konnte ich meinen Mittagsschlaf im Garten nicht machen, weil in den Hecken rechts und links die Spatzen so ein Palver machten, dass ich sie hätte umbringen konnte.

Heute fehlen sie in unserem Stadtbild (bei mir in Neudorf), als wir jetzt in Berlin waren, waren so viele und dazu freche, dass sie sich vom Teller Kuchen klauten, wir haben es genossen...
klaus h aus DU

30.11.2010
23:14
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von Stoffelboy | #7

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