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Krawallnacht

Ein Fall für den Staatsanwalt

07.01.2008 | 18:21 Uhr
Ein Fall für den Staatsanwalt

Einsatzkommission „Silvester” ermittelt wegen Landfriedensbruch. Integrationsbeauftragter: „Grenzen sind für alle da”.

Die Krawallnacht am Jahreswechsel in Hochheide beschäftigt inzwischen auch die Staatsanwaltschaft Duisburg. Sie ermittelt wegen Landfriedensbruch. So lautet die juristische Bezeichnung für eine Straftat gegen die öffentliche Ordnung, die durch aktive Beteiligung an gewalttätigen Ausschreitungen aus einer Menschenmenge heraus begangen wird. Die Schwierigkeit: Die Straftaten müssen den einzelnen Tätern zugeordnet werden. Und das gestaltet sich bei einem Mob aus rund 100 Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die auf dem Marktplatz randaliert und Polizisten angriffen haben, sehr problematisch. „Wir stehen noch am Anfang der Ermittlungen”, lautete daher gestern auch das nüchterne Resümee von Oberstaatsanwalt Detlef Nowotsch.

Die Polizei hat inzwischen die Einsatzkommission „Silvester” gegründet. Die Beamten versuchen im Auftrag der Staatsanwaltschaft, die Rädelsführer der Krawallnacht ausfindig zu machen, denen bis zu drei Jahren Haft oder Geldstrafen blühen. „Wir sind auf die Hilfe von Zeugen angewiesen”, betont Polizeisprecher Achim Blättermann. Wer einzelne Täter beschreiben kann, wird gebeten sich unter  0203/280-0 zu melden.

Kriminalitätsstatistik 2007
Hochheide liegt im oberen Drittel

Homberger Ortsteil auf Platz 13 von 47 Stadtteilen

Die Reaktionen von Anwohnern und Einzelhändlern zeigt, dass sie sich lange Zeit von Polizei und Politik im Stich gelassen fühlten. Hochheide sei schon lange ein „Angstraum”, Pöbeleien auf der Straße üblich, die Kriminalität hoch. Das subjektive Sicherheitsempfinden lässt sich mit der nackten Statistik der Duisburger Polizei allerdings nicht belegen.„Hochheide liegt in der Gesamtkriminalität zwar im oberen Drittel, ist aber keinesfalls besonders auffällig”, erklärt Polizeisprecher Achim Blättermann auf Nachfrage.  In der Gesamtkriminalität liegt Hochheide im Jahr 2007 auf Platz 13 von 47 Stadtteilen. In der Strafkriminalität findet sich der Homberger Stadtteil Platz acht wieder, bei Raubüberfällen ist es Platz neun, bei Körperverletzungen Platz 18. Im Dezember 2007 gab es elf Wohnungseinbrüche und sieben Einbrüche in Geschäfte, Garagen oder ähnliches. Vor einem Jahr waren es im gleichen Zeitraum insgesamt 15 Einbrüche. Im Vergleich zu den anderen 46 Stadtteilen liegt Hochheide alleine bei den Einbrüchen im Dezember 2007 damit auf Platz 16.

Augenzeugen sollte es genug geben, alleine auf diesemInternetportal schildern Leser in ihren Kommentaren zu den Artikeln, wie sie die Nacht speziell und die Situation in Hochheide allgemein erleben. Die Ausschreitungen haben vor Ort eine Debatte entfacht, die mitten in den bundesweiten Kontext passt: Bei den Tätern soll es sich um Jugendliche muslimischer Herkunft handeln. Der Vorfall in der Ladenstadt reiht sich damit ein in die Diskussion über die Schlägerei bei einem Mülheimer Hallenfußballturnier und den Übergriff auf einen Renter in der Münchener U-Bahn.

In Duisburg heizte am Wochenende der stellvertretende CDU-Vorsitzende, Volker Mosblech, das Wortgefecht an. „Wir haben zu viele junge kriminelle Ausländer”, sagte er und schlug sich damit auf die Seite des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch. „Wir können nicht länger dulden, dass sich Parallelgesellschaften in einigen Bereichen Duisburgs bilden, in denen Teile der ausländischen Jugendlichen glauben, sich unsanktioniert außerhalb unserer Gesetze bewegen zu dürfen”, so Mosblech weiter, der für seine Äußerung zwei Tage später die harsche Kritik der Grünen erntete. „Dass bei der CDU Duisburg so eine platte und undifferenzierte Position möglich ist, ärgert uns sehr”, sagte Adlan Manai vom Parteivorstand. In einer Stadt, in der fast jeder zweite Jugendliche einen Migrationshintergrund habe, sei es geradezu fahrlässig, mit derartigen Stigmatisierungen zu arbeiten, so Manai.

„Ein Stück sprachlos und erschrocken” hinterlassen die Ausschreitungen Marijo Terzic, stellvertretender Integrationsbeauftragter der Stadt. Es habe mahnenden Stimmen gegeben, dass so etwas passieren würde. Terzics Beobachtung: In Hochheide treffen sich anscheinend nicht nur Jugendliche aus Duisburg, die Kennzeichen der Autos weisen auf das ganze Ruhrgebiet und den Niederrhein hin.

Stellvertretender Integrationsbeauftragter der Stadt Duisburg Mario Terzic

Auch Terzic lässt keine Missverständnisse aufkommen: Die Krawallmacher müssen Sanktionen zu spüren bekommen. „Grenzen sind für alle da.” Allerdings: Kriminalität hänge sehr stark mit dem sozialen Gefüge zusammen. Und der Integrationsbeauftragte sagt etwas Erstaunliches: „Ich bin fast ein wenig froh darüber, dass über dieses Thema jetzt diskutiert und es nicht tabuisiert wird.”

Auch wenn es in Hochheide den Anschein habe, als sei das Kind der Integration in den Brunnen gefallen, so müsse man es quasi wieder herausziehen. „Integration ist ein mühsamer Prozess, aber es führt einfach kein Weg daran vorbei”, ist Terzic überzeugt. Chancen böte der Dialog mit Betroffenen wie den Moscheevereinen, diese hätten einen anderen Zugang als Behörden. Auch die Elternkompetenz müsse gestärkt werden. Generell gelte: Integration muss so früh wie möglich beginnen, also schon im Kindergarten. Der wichtigste Schlüssel zur Integration und zur Vermeidung von Jugendkriminalität sei: „Bildung, Bildung, Bildung.”

Ingo Blazejewski, Tobias Bolsmann

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Kommentare
03.02.2008
16:45
Ein Fall für den Staatsanwalt
von Rainer Grün | #55

Tut mir leid! Aber an den Namen erinnere ich mich nicht!

01.02.2008
14:41
Ein Fall für den Staatsanwalt
von bruno conti | #54

giacomo zarbo

31.01.2008
13:27
Ein Fall für den Staatsanwalt
von Rainer Grün | #53

Wie schön, dann kannst du auch deinen richtigen Namen nennen alter Klassenkamerad!

Und überlege dir mal wie schlimm es wirklich stünde wenn 2,5 Millionen Muslime in diesem Lande diese Gesellschaftsordnung nicht akzeptieren würden!

Seien wir froh, dass die Schreckgespenster der Islamhasser nicht mit der Realität übereinstimmen!

30.01.2008
13:56
Ein Fall für den Staatsanwalt
von bruno conti | #52

achso warum ich du zu dir sage.
wir waren in einer klasse......

30.01.2008
13:53
Ein Fall für den Staatsanwalt
von bruno conti | #51

Rainer! zufrieden
ich habe mitleid mit dir RAINER
du glaubst an was, das nie passieren wird
integration der muslimischen mitbürgern.
also dann träum mal weiter, bin gespannt wann dein wecker klingelt und du wach wirst, oder du wach werden solltest dann mach mal die AUGEN AUF
mfg; ein kleiner italiener

23.01.2008
15:09
Blockierter Kommentar.
von bruno conti | #50

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

23.01.2008
14:57
Blockierter Kommentar.
von bruno conti | #49

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

22.01.2008
02:18
Ein Fall für den Staatsanwalt
von Rainer Grün | #48

Zu blöd wenn man auch Namen nicht richtig schreiben kann, Herr Grambusch!

21.01.2008
20:10
Ein Fall für den Staatsanwalt
von bruno conti | #47

reiner harald erol grün???????

21.01.2008
00:38
Ein Fall für den Staatsanwalt
von Rainer Grün | #46

Wie kann man nur so bekloppt sein und zu den schon bestehenden Problemen auch noch einen Krieg herbeischreiben?!

Und im Moment verschleiert sich hier nur ein Grambusch unter mehreren Synonymen! Andere Leute zu beleidigen und falsche Behauptungen zu verbreiten zeigt schon warum gewisse Menschen nur hinterhältig aus der Anonymität heraus angreifen können.

Übrigens waren bei der Gründung der DaL auch SPD-Leute und andere Linke beteiligt! Zu blöd wenn man kein echtes Hintergrundwissen hat!

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