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Ein-Euro-Jobber helfen Hartz IV-Empfängern sparen

04.02.2010 | 12:17 Uhr
Ein-Euro-Jobber helfen Hartz IV-Empfängern sparen

Duisburg. Die Caritas hat 30 Ein-Euro-Jobber zu „Energiesparhelfern” ausbilden lassen. Sie besuchen - kostenlos - Haushalte, die jeden (eingesparten) Cent gut gebrauchen können: solche, die von Arbeitslosengeld II oder Sozialhilfe leben. Die größten Stromfresser: Fernseher, DVD-Player und Computer.

Im Rahmen eines Caritas-Projektes zeigen "Energiesparhelfer" Geringverdiener-Haushalten, wie sie rund 150 Euro pro Jahr bei Strom, Heizung und Wasser sparen können. Verantwortliche betonen: Beim Hausbesuch herrscht Schweigepflicht!

Sie verbrauchen Energie, auch wenn sie gar nicht gebraucht werden. Computer und andere Elektrogeräte sind wahre Stromfresser.

„Es sind auf den ersten Blick Pfennigbeträge. Aber aufs Jahr umgerechnet, können die Kunden mit unserer Hilfe rund 150 Euro sparen.” Und „die Kunden” von Energieberater Udo Warstatt können jeden Pfennig gebrauchen: Er koordiniert für die Caritas das Projekt „EnergieSparService für Duisburger Transferhaushalte” - sprich: Haushalte, die von Arbeitslosengeld II oder Sozialhilfe leben müssen.

Energiesparlampen und Steckdosenleisten als Geschenk

30 zu „Energiesparhelfern” fortgebildete Ein-Euro-Jobber, zehn davon in den West-Bezirken, besuchen kostenlos die Haushalte, nehmen mit Augenmaß und Messgeräten Stromverbraucher, Heizung und Wasseranschlüsse unter die Lupe, geben Tipps und sorgen mit einem gesponsorten „Sofortpaket” für Abhilfe. Darin enthalten: schaltbare Steckdosenleisten, Energiesparlampen, Sparperlatoren für den Wasserhahn und Sparbrause für die Dusche.

Karin Biermann-Hufnagel von der Caritas betont: „Die Leute, die die Kunden immerhin in die Privatwohnung lassen müssen, haben natürlich strikte Schweigepflicht. Niemand muss befürchten, dass da zum Beispiel eine versteckte Wohnungskontrolle für die Arge hintersteckt!”

Der größte Stromfresser im durchschnittlichen Privathaushalt ist laut Warstatt immer noch der scheinbar ausgestellte Fernseher.

Der größte Stromfresser im durchschnittlichen Privathaushalt ist laut Warstatt immer noch der scheinbar ausgestellte Fernseher, Receiver, DVD-Player, Computer oder Drucker: „So ein Gerät zieht im ,Standby'-Modus mal locker 27 Watt. Und jedes Watt Stromaufnahme summiert sich übers Jahr auf zwei Euro.” Besonders ärgerlich: Viele Geräte haben gar keinen Schalter mehr, der sie tatsächlich vom Netz trennt: „Da denkt man, man hätte alles ausgeschaltet, aber in Wirklichkeit ist der Apparat immer noch in Bereitschaft - und zieht Strom.” Auch Netzteile - etwa Handy- oder Laptop-Ladegeräte - ziehen Strom, selbst wenn kein Gerät angeschlossen ist. Die Lösung: Stecker raus - oder eine Steckdosenleiste mit Schalter verwenden. Wenn die ausgeschaltet ist, dann sind auch alle angeschlossenen Geräte tatsächlich aus.

Uralte Kühlschränke verursachen Extrakosten

Ein weiteres Problemgerät: der Kühlschrank. „Ein zehn Jahre altes Gerät zieht übers Jahr Strom für 120 bis 130 Euro. Da kann man mit modernen Geräten einiges sparen.”

Die Beratenen bekommen in Duisburg Energiesparlampe geschenkt.

Aber was tun, wenn ein neuer Kühlschrank einfach nicht im Budget ist? „Das ist in der Tat oft ein Problem. Allerdings hilft manchmal eine Innentemperatur-Messung: Sieben Grad sind völlig ausreichend. Ist es im Schrank kälter - was oft vorkommt - kann man immerhin etwas sparen, indem man eine oder zwei Stufen zurückdreht.

Und dann sind da natürlich noch die Glühbirnen: Deren Austausch gegen Energiesparlampen bringt bei einer 60-Watt-Birne rund sieben Euro pro Jahr. „Die kleinen Dinge bringen in der Addition große Einsparungen - und zwar ohne Komfort-Verlust”, sagt Hans-Jürgen Schick von der Caritas.

Das Thema Anbieterwechsel kommt bei der Energiekosten-Beratung nicht vor. Das sei aber kein Einknicken vor dem Sponsor Stadtwerke, so Schick. Vielmehr sei „das Einsparpotential bei verändertem Handeln viel höher”, und ohnehin fahre man mit einem unkompliziert erreichbaren Grundversorger vor Ort oft besser als mit einem Konkurrenten, der „ein paar Pfennige billiger ist”.

Die Caritas-Energieberatung informiert heute und morgen sowie vom 10. bis 12. und 24. bis 26. Februar,jeweils von 11 bis 17 Uhr, im Vereinsheim von „Bürger für Bürger” an der Brahmsstraße 5a in Rheinhausen und ist täglich unter 0203 99406446 erreichbar.

Matthias Oelkrug

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