Duisburger Politiker wollen Lkw mit Straßensperren stoppen

Wie die Lkw-Sperre an der Schleusenstraße genau aussehen soll, haben die Bezirksvertreter bewusst offen gelassen, um eine Genehmigung der Stadt nicht zu erschweren. Das Bild zeigt eine Straßenverengung an der A1 in Gevelsberg.
Wie die Lkw-Sperre an der Schleusenstraße genau aussehen soll, haben die Bezirksvertreter bewusst offen gelassen, um eine Genehmigung der Stadt nicht zu erschweren. Das Bild zeigt eine Straßenverengung an der A1 in Gevelsberg.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Trotz Fahrverbot fahren immer wieder Lkw durch Wohngebiete zu Logport. Um die Anwohner zu schützen, beschließt die Bezirksvertretung Lkw-Sperren.

Duisburg.. Die Blitzeranlage auf der Friedrich-Ebert-Straße in Rheinhausen ist scharf gestellt und funktioniert. Nun muss sich in den nächsten Monaten zeigen, ob alle Lastkraftwagen von und zum Logport 1 Rheinhausens Hauptverkehrsader langfristig grundsätzlich meiden und die vorgeschriebenen Fahrtrouten nutzen: Das sind und bleiben bekanntlich die Ost-Tangente von der Brücke der Solidarität sowie die Landesstraße 473n zur Gaterwegbrücke.

Jetzt will die Bezirksvertretung (BV) auch einen zweiten unerlaubten Zufahrtsweg zum Logistikzentrum möglichst bald dicht machen. Einstimmig beschloss das Gremium einen Antrag von SPD, Grünen, Linke und Bürgerlich Liberalen, „an geeigneter Stelle“ der Schleusenstraße in Friemersheim eine bauliche Lkw-Sperre zu errichten.

Beschluss für Lkw-Sperren fällt einstimmig

Die Anwohner würde es wohl freuen, denn gerade Bürger entlang der Dahling-, Adler-, Reichs- und Schleusenstraße hatten sich in den letzten Jahren immer wieder über zahlreiche illegal Lkw beschwert, die an ihren Häusern und Grundstücken bewusst oder unbewusst vorbeibrausten und das längst per Schildern vorgeschriebene Durchfahrtverbot auf dem Weg zu ihrem Zielunternehmen an der Lissabonner Straße auf Logport 1 missachteten. Jetzt soll die Lkw-Sperre den Schwerlastverkehr künftig wirksam stoppen, so wollen es alle Rheinhauser Bezirksvertreter.

Die Begründung: „Zur Akzeptanz des Gewerbegebietes durch die angrenzende Bevölkerung bedarf es eines effektiven Schutzes vor rechtlich unzulässigen Immissionen in deren Wohngebiete.“ Dazu muss, so der in der letzten BV-Sitzung verabschiedete Antrag an den Oberbürgermeister, erst einmal der betroffene Abschnitt der Schleusenstraße zwischen Reichs- und Bliersheimer sowie Lissabonner Straße dem so genannten Vorbehaltsnetz entnommen werden.

Sperren sollen keinen Zeitverlust für Rettungsfahrzeuge bedeuten

Denn, so der Antrag, dieser Bereich „hat weder eine bedeutende Rangstellung für die Versorgung der angrenzenden Gebiete noch wird er für den Nahverkehr genutzt.“ Vielmehr bilde er „den Übergang zwischen dem Gewerbegebiet Logport und dem reinen Wohngebiet Friemersheim-Dorf.“ Noch wichtiger ist für SPD-Ratsherr Manfred Krossa folgendes Argument: „Trotz Lkw-Sperre bleibt die Durchfahrt von Rettungs- und Feuerwehrfahrzeuge ohne Zeitverlust über andere Strecken gewährleistet.“

Die Bezirksvertreter wollten sich in ihrem Antrag bewusst nicht festlegen, wie die geplante Lkw-Sperre baulich genau aussehen soll, ob sie zum Beispiel so wie die funktionierende Laster-Sperre an der Cölve-Brücke zwischen Bergheim und Moers gestaltet werden soll. Der Friemersheimer Gastronom Freddy Driesen hatte dieses Modell wie berichtet, 2015 vorgeschlagen, für gleich vier Lkw-Sperren im Ortsteil. Diese Pläne hatte die Stadt abgelehnt: „Wir haben bewusst keine baulichen Details in den Antrag geschrieben, die die Genehmigung erschweren könnten“, so SPD-Fraktionssprecher Marcus Mellenthin.