Duisburger Logport - Gefahrstoff-Liste von Talke gefordert

So soll das von Talke geplante Gefahrstofflager an der Europaallee aussehen.
So soll das von Talke geplante Gefahrstofflager an der Europaallee aussehen.
Was wir bereits wissen
Neuer Ärger: Die Bezirksregierung fordert eine Stoffliste von Talke, Betreiber des Gefahrstofflagers im Duisburger Logport. Talke lehnt dieses ab.

Duisburg.. Die Bezirksregierung Düsseldorf hat dem Chemie-Logistiker Talke aufgegeben, die Zahl ihrer gefährlichen Güter, die sie in ihrem umstrittenen Lager auf Logport I lagern und umschlagen will, zu reduzieren. Pressesprecherin Stefanie Klokhaus stellte klar, das nach Auswertung der Einwendungen und der Ergebnisse im Erörterungstermin „der ursprüngliche Antrag so nicht genehmigungsfähig wäre“. Die Bezirksregierung habe Talke darüber Anfang Dezember bei einem Gespräch informiert.

Daher plane Talke nun sein Vorhaben um, so die Bezirksregierung. So soll jetzt die Anzahl der zu lagernden und umzufüllenden Stoffe „unter Berücksichtigung von deren Gefährlichkeit“ reduziert werden. Sprecherin Stefanie Klokhaus: „Daraus ergeben sich dann wiederum erhebliche Änderungen bei der Prüfung und Bewertung der zu betrachtenden so genannten Szenarien.“

Gemeint sind Störfallszenarien wie ein Brand, eine Verpuffung, eine Leckage oder eine Überschwemmung. „Dabei muss an Hand konkreter Beispiele ermittelt werden, welche Auswirkungen Stofffreisetzungen, etwa durch eine Leckage, haben. Auch die Beschreibung technischer oder organisatorischer Gegenmaßnahmen ist entsprechend anzupassen.“ Anders gesagt: Talke muss der Behörde genau darstellen, wie sein Personal bei Störfällen konkret handelt.

„Wollen jeden Stoff wissen“

Bernhard Hamacher, ebenfalls Sprecher der Bezirksregierung, machte deutlich, dass Talke seiner Behörde auch eine vollständige Liste sämtlicher chemischen Stoffe liefern muss, die auf Logport I gelagert werden sollen: „Wir wollen jeden einzelnen Stoff wissen.“ Eine allgemeine Angabe in Gefahrstoffklassen reiche nicht.

Dominique Piterek, Sprecher der Firma Talke, ist da anderer Auffassung: „Der Gesetzgeber erlaubt es, in Deutschland Vielstofflager zu bauen. Ein solches beantragen wir auch.“ Dafür sei es notwendig, die Gefahrstoffklassen zu nennen, die man dort zu lagern gedenke, nicht aber alle einzelnen Stoffe. Wie bereits beantragt, wolle Talke unter anderem giftige, sehr giftige und entzündliche Stoffe lagern.

Komme die Bezirksregierung Düsseldorf bei ihrer Prüfung zu dem Schluss, dass einige Stoffe nicht gelagert werden dürften, so würde sie das Talke sicher mitteilen, „dann haben wir etwas, womit wir arbeiten könnten“, sagt Piterek. Das heißt: Man müsste dann entscheiden, ob und in welcher Form man ein Lager auf dem Logport-Gelände hochziehen würde. Aktuell sei ihm aber nichts von einer Liste von Stoffen bekannt, die nicht ins geplante Lager gebracht werden dürften.