Duisburger Johanniter-Krankenhaus erhält Qualitätssiegel

Mit der minimal-invasiven Schlüsselloch-Chirurgie operiert Dr. Anne Sabine Vetter (l.), leitende Oberärztin der Chirurgischen Klinik I, eine Leistenhernie.
Mit der minimal-invasiven Schlüsselloch-Chirurgie operiert Dr. Anne Sabine Vetter (l.), leitende Oberärztin der Chirurgischen Klinik I, eine Leistenhernie.
Foto: Privat
Was wir bereits wissen
Jährlich ber 250 Eingriffe im Bereich der Bauchhöhle leisten die Chirurgen des Johanniter-Krankenhauses. Jetzt erhielten sie ein Qualitätssiegel.

Kommt der Begriff „Hernie“ ins Spiel, spricht der Volksmund oftmals vom Leistenbruch. Doch es gibt noch mehr Brüche und Risse im menschlichen Gewebe, die nicht selten unter anderem das Zwerchfell sowie die Bauchdecke für sich vereinnahmen. In fortgeschrittenen Fällen droht sogar die Gefahr, dass die inneren Organe haltlos werden und aus der Bauchhöhle nach außen unter die Bauchhaut vorfallen können. Egal, ob es sich um eine kleine Vorwölbung oder um fußballgroße Brüche handelt, ist Expertenrat und vor allem eine erfahrene Chirurgenhand gefragt.

Weit über 250 Eingriffe im Jahr

Das Fachärzteteam der Chirurgischen Klinik I rund um Chefarzt Dr. Alexander Meyer erhielt jetzt von der Deutschen Hernien Gesellschaft (DHG) das Siegel über Qualitätsgesicherte Hernienchirurgie im Johanniter-Krankenhaus Rheinhausen. Mit diesem Qualitätssiegel wird zum einen bescheinigt, dass die Johanniter-Chirurgen langjährig erfahrene Hernienoperateure mit weit über 250 Hernieneingriffen im Jahr sind. Zum anderen kann der Patient sicher sein, dass die Behandlungsmethoden nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft und den Leitlinien der Deutschen Herniengesellschaft praktiziert und angewendet werden.

Spezialsprechstunde

Ein weiterer Bestandteil der Auszeichnung ist die Einrichtung einer Spezialsprechstunde in der Patienten mit Verdacht oder bereits bestätigter Diagnose einer Brucherkrankung vorstellig werden können. Damit der Patient so rasch wie möglich wieder mobil nach Hause entlassen werden kann, hat die Viszeral- und Gefäßchirurgische Klinik am Johanniter-Krankenhaus ein spezielles Wundmanagement eingeführt, um die schnelle Wundheilung zu sichern.

Für einen schmerzfreien postoperativen (nach der Operation) Verlauf sorgt ein standardisiertes Schmerzkonzept, das in Zusammenarbeit mit der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin (Chefarzt Dr. Karlheinz Lüdtke) angewendet wird.

Freiwillige Qualitätskontrolle

All diese Merkmale führten zu einer Spezialisierung und Qualitätssteigerung, die mit der Verleihung des Siegels „Qualitätsgesicherte Hernienchirurgie“ durch die Deutsche Herniengesellschaft belohnt wurde. „Damit verbunden ist eine fortwährende freiwillige Qualitätskontrolle der wir uns stellen und die der Deutschen Herniengesellschaft Einblick in unsere Arbeit gewährt. Diese Initiative bedeutet sicherlich auch einen zusätzlichen zeitlichen Aufwand von dem aber nicht nur unsere Patienten, sondern auch der chirurgische Nachwuchs profitiert. Somit sehen wir dies als Investition in eine verbesserte Patientenversorgung und in die chirurgische Zukunft. Mein ausdrücklicher Dank gebührt dabei den Verantwortlichen meines Teams, die sich für dieses Ziel engagiert haben“, so Chefarzt Dr. Meyer. In Deutschland werden jährlich um die 350 000 Menschen an Hernienleiden operiert.

Menschen mit viel Narben betroffen

Die meist bekannte Form ist der Leistenbruch, der oftmals durch starke körperliche Belastung wie schweres Heben verursacht werden kann. Aber auch Menschen mit viel Narbenbildung durch frühere Operationen sind nicht selten von Gewebebrüchen betroffen.

Patienten mit Brucherkrankungen können sich mit einer stationären Einweisung vom Hausarzt in der Sprechstunde der Chirurgischen Klinik I vorstellen, donnerstags mittags ab 13 Uhr nach vorheriger Terminvergabe.