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Umweltpolitik

Duisburger beim Klimagipfel von Polizeiaufmarsch überrascht

14.12.2009 | 13:35 Uhr
Duisburger beim Klimagipfel von Polizeiaufmarsch überrascht

Duisburg-Rheinhausen/Kopenhagen. Friedlich sei der Protestzug der 100.000 Umweltschützer beim Weltklimagipfel gewesen, berichtet eine kleine Gruppe aus Rheinhausen, die in Kopenhagen mitmarschierte. Dann allerdings habe die Polizei scheinbar grundlos 400 Menschen eingekesselt...

Rund 100.000 Menschen haben am Samstag zur Halbzeit der Weltklimakonferenz in Kopenhagen demonstriert. Mittendrin: eine kleine Gruppe aus Rheinhausen. Friedlich und freundlich, gelassen und heiter sei die Atmosphäre gewesen, berichten die Rheinhauser Norbert Bömer und Harald Jochums. Sie zogen beim Protestzug vom Schlossplatz zum Kongress-Center mit. Doch plötzlich marschierten neben ihnen jede Menge Polizisten auf, schnitten direkt hinter ihnen den Demonstranten den Weg ab, kesselten geschätzte 400 Menschen ein und nahmen sie fest.

"Nichts getan, und plötzlich mittendrin"

Rheinhauser von der Bürgerinitiative Saubere Luft beim Weltklimagipfel in Kopenhagen. (Fotos: privat)

„Wir sind ganz schnell weit weg”, berichten die beiden. „Im Vorfeld war nichts zu erkennen, was einen Grund für diesen Einsatz gerechtfertigt hätte. Wir haben uns ja vorher extra umgeschaut, wo wir uns hinstellen”, sagt Bömer. In einigen Berichten hieß es, die Polizei habe „vorbeugend” gehandelt. „Da hast Du nichts getan, und plötzlich bist Du mittendrin”, sagt Jochums. „Ein scheußliches Gefühl.” Er hat Fotos gemacht, sie sind in der Aufregung stark verwackelt. Fotos von den Einsatzwagen der Hundertschaften, von den Bussen, die vorfahren, um die Festgenommenen abzutransportieren.

Bömer ärgert sich über die Aktion: „Jetzt wird wieder über Chaoten und Polizisten diskutiert und nicht über das eigentlich Thema”.

Kleiner, unangenehmer Ausschnitt einer einmaligen Erfahrung

„Die Inhalte der Demo werden dadurch verdeckt”, sagt Bömer, Vorsitzender der Rheinhauser Bürgerinitiative „Saubere Luft”, die gegen das geplante Kohlekraftwerk im benachbarten Uerdingen kämpft. Der Vorfall sei schließlich nur „ein kleiner, unangenehmer Ausschnitt” einer ansonsten einmaligen Erfahrung gewesen.

Eine kleine Gruppe aus Duisburg-Rheinhausen demonstrierte in Kopenhagen mit. (Foto: privat)

Breit, bunt, friedlich und phantasievoll seien Menschen aus allen Erdteilen für Klimagerechtigkeit und besseren Umweltschutz auf die Straße gegangen und hätten der Politik ideenreich den Spiegel vorgehalten. Mit vielen Leuten haben sich die Rheinhauser ausgetauscht, mit einer Aktivistin aus China haben sie ein Erinnerungsfoto gemacht, ebenso mit einem Ostfriesen, der ebenfalls gegen ein Kohlekraftwerk vor der eigenen Haustür kämpft, oder mit den Umweltschützern aus London, die mit ihnen gestern im Zug zurückgefahren sind. Beeindruckt waren die Beiden, dass die jüngere Generation in Kopenhagen in der Mehrheit war, „wo wir doch in unserer Bürgerinitiative eher alle 50 plus sind”, sagt Bömer.

Bürgerinitiative: 30.000 Klimaflüchtlinge pro Kohlekraftwerk

Es gebe vieles, was man von Kopenhagen mit nach Hause nehme. In einem Fachvortrag haben Experten erklärt, dass jedes Kohlekraftwerk 30.000 Menschen zu Klimaflüchtlingen macht, die ihr Land wegen Dürre oder Überschwemmung verlassen müssen. „Die Zahl haben wir auch noch nicht gehört. Sie zeigt, was unser Handeln woanders auslöst”, sagt Bömer. Auftrieb habe auch die Nachricht gegeben, dass jetzt weitere geplante Kohlekraftwerke in Lubmin bei Greifswald und im niedersächischen Dörpen gestoppt wurden.

Die Reise nach Kopenhagen gebe der Gruppe und letztlich auch der heimischen Initiative neuen „Rückenwind”, sagt Bömer. „Für uns hat sich unmittelbar der Eindruck verstärkt, dass wir nicht alleine da stehen, sondern dass sich weltweit ganz viele Menschen mit dem Thema intensiv auseinander setzen und sich für Alternativen ins Zeug legen.”

Ingo Blazejewski

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Kommentare
15.12.2009
17:46
Blockierter Kommentar.
von udo.michel | #9

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15.12.2009
00:10
Duisburger beim Klimagipfel von Polizeiaufmarsch überrascht
von jojo2008 | #8

Anonym irgendwelche Unterstellungen von sich zu geben, kanns ja wohl nich bringen. Das hat mit Diskussion nichts zu tun und mit Kommentieren schon garnicht. Informationen sind scheints auch unerwünscht. Zu sowas hab ich weder Zeit noch Lust.
Dann sondert mal weiter fröhlich ab, jagt gute Menschen und bleibt dumm. -
Harald Jochums / Architekt für Ökologisches Bauen / Duisburg-Rheinhausen

14.12.2009
23:15
Blockierter Kommentar.
von dumm wie ein linker | #7

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14.12.2009
22:42
Duisburger beim Klimagipfel von Polizeiaufmarsch überrascht
von Gandalf111 | #6

Für die, die jetzt immer noch schlafen, wird es ein böses Erwachen geben, wenn ihnen der Orkan um die Ohren pfeift und das Wasser bis zum Halse steht. Die sagen dann: Das konnte man doch nicht wissen dass es so kommt. Bis dahin angenehme Ruhe.

14.12.2009
22:14
Duisburger beim Klimagipfel von Polizeiaufmarsch überrascht
von gutmenschjaeger | #5

...berichtet eine kleine Gruppe aus Rheinhausen, die in Kopenhagen mitmarschierte....
Hoffentlich sind diese unerträglichen Spinner schön zu Fuß nach Kopenhagen gelaufen, um möglichs umweltverträglich zu sein!
Man möchte denjenigen, die sich als selbsternannte Weltretter sehen, nur noch vor die Füsse vomitieren!

14.12.2009
18:47
Duisburger beim Klimagipfel von Polizeiaufmarsch überrascht
von jojo2008 | #4

Zu feder24:
Selbst der neue Umweltminister Röttgen hat gesagt, wir müßten bis 2050 fast weg sein von Fossilen Brennstoffen wie z.B. Kohle. Mit neuen Kohlekraftwerken schaffen wir das aber nicht: Die laufen 5o Jahre und mehr. Und auch wenn sie im Augenblick effizienter erscheinen: In ein paar Jahren sind sie total ineffizient und unökonomisch, weil sie viel zu viel CO2 ausstoßen im Vergleich zu Erneuerbaren Energien. Die großen Energiekonzerne haben die Energiewende schon viel zu lange herausgezögert. Wir müssen jetzt umdenken und umsteuern. Sonst wirds richtig teuer, von den Klimaflüchtlingen mal ganz abgesehen; das sagen mittlerweile sogar konservative Ökonomen. -
Und zu den beiden anderen: Klimaspinner und Linksextremisten: Was tragen solche dumpfen, nichtssagenden Angriffe zur Diskussion bei? Nix, aber auch garnix. Ward Ihr eigentlich jetzt in Kopenhagen?
Harald Jochums / Architekt für Ökologisches Bauen / Duisburg-Rheinhausen

14.12.2009
15:14
Duisburger beim Klimagipfel von Polizeiaufmarsch überrascht
von prosiebende | #3

Wieso überrascht? Gegen Linksextremisten muss die Polizei immer auf der Hut sein,

14.12.2009
14:51
Duisburger beim Klimagipfel von Polizeiaufmarsch überrascht
von feder24 | #2

Zitat aus einem aktuellen Zeitungsbericht:
...Vertreter des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) überreichten Röttgen am Montag eine von mehr als 10.000 Deutschen unterzeichnete Petition...

Von den 10 in Deutschland z.Zt.- im Bau befindlichen Steinkohlenkraftwerken ( d. h. die haben Baugenehmigungen und sind keine Schwarzbauten) werden 8 beklagt ( überwiegend durch den BUND).
Das verzögert meist den Ablauf und somit steigert letztendlich die Stromkosten. Ob das weiter Arbeitsplätze fördert?
Und die deutsche Wirtschaft konkurrenzfähig macht?

14.12.2009
14:07
Duisburger beim Klimagipfel von Polizeiaufmarsch überrascht
von Energiesparhirn | #1

Richtig so, gleich wegsperren die ganzen Klimaspinner.

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