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Drei Generationen auf einer Schule

02.03.2013 | 00:22 Uhr

Das Krupp-Gymnasium in Duisburg-Rheinhausen feiert sein 100. Jubiläumsjahr. Ursprünglich, ab 1913, war das Gymnasium eine Realschule, später eine Oberrealschule. Diese Realschule teilte sich mit einer höheren Mädchenschule das Schulgebäude, das heutige Rathaus am Körnerplatz. Die Schülerzahlen stiegen und so entstand Raumnot. Also zog zunächst 1929 die Oberrealschule in das neue Gebäude an der Schwarzenberger Straße ein, später auch die Mädchenschule (in dem Backsteinbau befindet sich heute unter anderem das Komma-Theater).

Der Schule treu geblieben

Nach dem Krieg wurden die Schulen zum Naturwissenschaftlichen Gymnasium für Jungen und zum Neusprachlichen Gymnasium für Mädchen umgewidmet. Günter Meskendahl, der 2011 verstarb, bestand sein Abitur 1946 in einem Sonderlehrgang auf dieser Schule. Er blieb seiner Schule treu und kam nach seinem Studium 1954 zurück - als Lehrer in den Fächern Mathematik, Physik und vor allem Chemie.

Im Schulgebäude an der Schwarzenberger Straße entstand erneut Raumnot. Am Flutweg wurde 1964 bis 1966 ein neues Gebäude für das damalige Jungen-Gymnasium errichtet, das 1966 mit Hilfe aller Schüler und Lehrer bezogen wurde. „Ich bin mit meinem Vater noch durch den Rohbau gelaufen als ich vier oder fünf war. Vorher waren dort eine alte Ziegelei und eine Villa“, berichtet Ingo Meskendahl, Günters Sohn. 1972/73 wurde das Kurssystem in der Oberstufe der Schule eingeführt, das längst nicht mehr nur Jungen vorbehalten war. Das Mathematisch-Naturwissenschaftliche Gymnasium (Originalname), in Städtisches Krupp-Gymnasium umbenannt - vor allem, da die Schule von der Krupp AG finanzielle Unterstützung erhielt und mit dem Rheinhauser Hüttenwerk zusammenarbeitete.

Zum Beispiel besichtigten Schüler die Krupp-Lehrwerkstatt an der Kruppstraße. Günter Meskendahl war von 1973 bis zu seinem Ruhestand 1989 stellvertretender Schulleiter und lebenslang Mitglied und Vorstand im Verein der Freunde und Förderer des Krupp-Gymnasiums. Die Schulleitung achtete stets darauf, dass die Schüler gefordert und bei Bedarf auch finanziell gefördert wurden.

Kontakte zu Firmen

Meskendahl, dessen Markenzeichen bei seiner Arbeit im Gymnasium stets ein weißer Laborkittel war, pflegte Kontakte zu verschiedenen Firmen. Aufgrund der fehlenden Fachkräfte holte er zum Beispiel Chemiker, z. B. von der Bayer AG in Krefeld-Uerdingen, als Ersatzlehrer auf die Schule. (ich hatte auch zwei von diesen Spezis) Im Keller wurde ein Fotoarchiv errichtet, eine Foto-AG entwickelte Filme, die Chemie- und Physiksammlung wurde großzügig ausgestattet, die Sternwarte und Strahlenquelle (?) auf dem Dach der Schule eingerichtet. Auch das Orchester und der Chor des Gymnasiums haben schon eine lange Tradition.

Ingo Meskendahl absolvierte sein Abitur 1981 auf dem Krupp-Gymnasium und ist heute Arzt. Seine drei Kinder lernen ebenfalls auf dem Krupp-Gymnasium. Familie Meskendahl ist also seit drei Generationen auf dem Gymnasium, durchaus kein Einzelfall auf dem Krupp-Gymnasium. „Es gab genauso wie heute Frontalunterricht, Gruppenarbeit oder Einzelarbeit“, berichtet Ingo Meskendahl und ergänzt: „Damals gab es jedoch noch Samstagsunterricht und mit manchen Lehrern haben wir uns geduzt. Ansonsten kann ich nicht viel vergleichen.“ Sein 100-jähriges Jubiläum feiert das Krupp-Gymnasium in diesem Jahr über mehrere Monate mit einem abwechslungsreichen Programm.

Von Anika Berns


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