Dreck schlägt hier auf
12.06.2008 | 16:34 Uhr 2008-06-12T16:34:00+0200SPD Ortsvereine kritisieren Kathstedes Ja zum Kraftwerk: Emissionen träfen Krefeld ohnehin kaum - aber Rheinhausen um so mehr.
Die Zustimmung von Krefelds OB Gregor Kathstede zum geplanten Uerdinger Kohlekraftwerk (wir berichteten) stößt der Rheinhauser SPD sauer auf. Vor allem dessen Aussage zu den Gesundheitsrisiken findet Ortsverbands-Chef Reiner Friedrich nahezu zynisch: Die Bürger Krefelds seien „ja gut dran. Diese Anlagen haben sie im wesentlichen an die Grenze nach Rheinhausen gebaut, und die vorherrschende Windrichtung gibt ihnen Recht.” Die Emissionen träfen ohnehin nicht auf Krefelder Stadtgebiet sondern auf Rumeln, Friemersheim oder Bergheim.
Man werde sich im Rahmen der Möglichkeiten gegen den Bau des Kohlekraftwerkes und die Erweiterung der Müllverbrennungsanlage wehren” - notfalls auch mit dem politischen Gegner.
Die Genossen „fordern alle auf mit uns, der (von den Grünen intiierten, d.Red.) Bürgerinitiative ,Saubere Luft' oder anderen in der Sache engagierten Gruppen aktiv zu werden. Es geht um unsere Gesundheit und die unserer Kinder.”
Die zwei großen Parteien sind in Sachen Kohlekraftwerk gespalten: Die Krefelder CDU-Ratsfraktion ist dagegen, OB Adolf Sauerland und seine Ratsfraktion (CDU Duisburg) ebenso, OB Kathstede (CDU Krefeld) dafür, genau wie der Rheinhauser Landtagsabgeordnete und Sprecher der SPD-AG Duisburg-West, Rainer Bischoff, sowie dessen Parteifreunde im Krefelder Rat - diese wiederum im Gegensatz zu ihren Rheinhauser und Duisburger Genossen, aber unisono mit dem SPD-nahen DGB und vor allem der Chemie-Gewerkschaft IGBCE.
11:06
1. Wer sagt denn, daß die alten Dreckschleudern dann auch tatsächlich abgeschaltet werden? Die alten Kohlekraftwerke sind schon längst abbezahlt und dienen heute als reine Gelddruckmaschinen. Ein Unternehmen, das nur auf Profit ausgerichtet ist, wird sich wohl kaum den Gewinn entgehen lassen.
2. Wo bleiben denn 1,4 Milliarden Euro in der Umgebung? Die verheizte Kohle macht keinen deutschen Bergmann satt, denn es wird Importkohle aus Kolumbien und Südafrika sein, die dort unter unmenschlichen Bedingungen abgebaut wird. Auch wird kaum ein deutscher Bauarbeiter an dem Kraftwerk arbeiten, sondern polnische, irische, tschechische und sonst woher importierte Leiharbeiter zu Dumpinglöhnen.
3. Ein Gaskraftwerk wäre wesentlich sauberer, würde BAYER genügend Energie liefern und genau so viele oder wenige Arbeitsplätze sichern. Und was die Sicherung von Arbeitsplätzen in der Region angeht, ist NOKIA wohl ein ausreichend warnendes Beispiel. Wenn es woanders billiger ist, werden die Herren Manager nicht lange zögern, die Produktion nach Osteuropa auszulagern. Selbstverständlich auch noch vom Steuerzahler subventioniert.
4. Was soll ein völlig überdimensioniertes Kraftwerk bringen? Hier geht es auch nur um den Verkauf von Strom nach außerhalb und somit um Gewinnmaximierung auf Kosten der umliegenden Bevölkerung. Es kommt gar nicht darauf an, daß wir im Duisburger Westen die Hauptlast der Emmissionen tragen. Den volkswirtschaftlichen Schaden durch höhere Krebs- und Asthmarisiken tragen am Ende alle. Auch der Krefelder Steuerzahler.
5 Und das, was Krefelds Oberbürgermeister Kathstede angeblich von BAYER als Zugeständnisse herausgekitztelt haben soll, ist ja wohl ein Witz. Er war doch unisono mit SPD-DGB-IGBCE-Mann Rainer Bischoff einer der ersten Steigbügelhalter für das Kohlekraftwerk - und zwar so wie BAYER es haben wollte. Einzig die CDU-Ratsfraktion, die Grünen und wenige abtrünnige SPD-Genossen verweigern hier der Allmacht des Kapitals ihre Zustimmung. Noch.
6. Da von der Politik kaum zu erwarten ist, daß hier ein nennenserter Widerstand gegen das Kohlekraftwerk aufrechterhalten wird, müssen sich die Bürger selber gegen diesen Irrsinn wehren. Die Bürgerinitiativen sind kein elitärer Kreis von spinnerten Einsiedlern, die glauben, der Strom käme einfach so aus der Steckdose, sondern stehen jedermann offen. Nur am Rande: auch wenn die Grüne Claudia Leiße hier sehr aktiv ist, ist die BI Saubere Luft kein Ableger der Grünen, sondern sie hat sich aus Menschen ohne und mit verschiedener Parteizugehörigkeit gegründet.
7. Es ist noch nicht zu spät, das Kohlekraftwerk zu verhindern. Der BUND hat sich bereit erklärt, als anerkannte Naturschutzorganisation die Klage zu führen, wenn die Bürgerinitiativen das nötige Geld aufbringen. Bei 100.000 unmittelbar Betroffenen sollte sich jeder Haushalt hier im Westen einmal überlegen, ob er nicht 10 oder 20 Euro aufbringen kann, um die Sache zum Erfolg zu führen. Jeder, der hier Eigentum besitzt, sollte einmal gegen rechnen, wieviel 10 Prozent Wertverlust durch das Kohlekraftwerk bedeuten. Für alle anderen gilt gleichermaßen, daß eine gesunde Umwelt durch nichts zu ersetzen ist.
15:10
Der Dreck von 2 alten Bayer-Kraftwerken schlägt jetzt auch hier auf. Die werden aber abgeschaltet wenn ein Neues kommt was sauberer arbeitet, ist doch besser oder nicht.
08:10
Aber die 1,4 Milliarden Euros die in der Umgebung
bleiben die sind schon interessant von irgendwas muss man ja auch leben.Daran sollten unsere Herren Politiker in Duisburg und in Krefeld mal denken.
Wir leben nicht von Steuergelder wir müssen dafür noch Arbeiten,und Wasser predigen und selber Wein trinken darin sind sie gut.
21:09
Hauptsache nicht mehr Dreck für Krefelder Bürger!
Diese Haltung von Krefelder Seite sind wir ja schon seit Jahren gewohnt und diese haben sich jetzt durch die Aussage des Krefelder Oberbürgermeister wieder einmal bestätigt.
Schade nur, dass auch Duisburger Sozialdemokraten für diese Dreckschleuder Reklame laufen - aus Verbundenheit mit den Gewerkschaften. Es ist zwar kein bedeutendes Argument, weil Gesundheit nun einmal vorgeht; aber gesagt werden soll es schon: der Beschäftigungseffekt dieses Kohlekraftwerks wäre gleich Null.
Werner Jurga