Diskussion über Fachmarktcenter in Duisburg-Homberg

Das Gelände des künftigen Fachmarktcenters aus Sicht der Moerser Straße.
Das Gelände des künftigen Fachmarktcenters aus Sicht der Moerser Straße.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Bürgeranhörung zum Thema „Fachmarktcenter Hochheide“ mobilisierte rund 150 Menschen und sprengte fast den Veranstaltungsort.

Duisburg-Homberg.. Schier aus seinen Nähten platzte der Awo-Treff in Hochheide an der Ehrenstraße. Mit derart vielen Besuchern der Bürgeranhörung im Rahmen der Sondersitzung der Bezirksvertretung Homberg/Ruhort/Baerl hatte wohl niemand bei der Auswahl des Sitzungsortes gerechnet. Rund 150 Bürger wollten Informationen zum geplanten Fachmarktcenter an der Moerser Straße hören und ihre Fragen stellen. Wie sehr den Menschen das Thema auf den Nägeln brennt, zeigt wohl auch, dass eine nicht unerhebliche Anzahl der Besucher in einer Art Warteschlange auf dem Flur des Awo-Treffs stehen musste.

Bernd Welke vom Amt Stadtentwicklung und Projektmanagement erläuterte zunächst das Verfahren. Kurz und knapp hörten die Bürger die wichtigsten Punkte: die Bauleitplanung, die der Steuerung der Nutzung und Planung eines Gebietes dient; der Flächennutzungsplan, der die vorbereitende Bauleitplanung ist und kein Planungsrecht hat; die Bebauungspläne, die rechtsverbindlich sind und für jedermann gelten; der Aufstellungsbeschluss, der nur eine Signalwirkung hat und schließlich die frühzeitige Beteiligung, die in einem ersten Schritt mit der Bürgeranhörung umgesetzt wurde. Die zweite Möglichkeit, Stellung zu beziehen, haben Bürger während der öffentlichen Auslegung. Das gesamte Verfahren wird zwischen anderthalb und zwei Jahren dauern und mit dem Satzungsbeschluss enden. Danach kann der Investor den Bauantrag einreichen.

170 Parkplätze

Jochen Füge, für Investor Dr. Hans Nühlen als Planer tätig, erläuterte, dass das Konzept 2027 der Stadt Duisburg aussage, im Bereich Moerser Straße ein Versorgungszentrum zu errichten, da Hochheide wieder als Versorgungs- und Lebensstandort gestärkt werden soll. Jochen Füge stellte den Plan vor mit Vollsortimenter, Discountmarkt und Drogeriemarkt, 170 Parkplätzen, teilweise unter Bäumen im Randbereich. Die verkehrliche Erschließung soll zu zwei Dritteln über die Moerser Straße und zu einem Drittel über die Rheinpreußenstraße erfolgen. Etliche Gutachten, wie zur Einzelhandelsverträglichkeit, zum Straßenverkehr, zur Lärmbelästigung, zum Boden- und Artenschutz sind in der Bearbeitung.

Die Fragen der Bürger richteten sich unter anderem nach der Bauhöhe (eingeschossige Bauweise), nach der Lärmbelästigung speziell zur Eberhardstraße hin (in der Richtung wird die Rückseite des Marktes stehen, so dass die Anlieferung nicht zu bemerken ist; Belüftungsanlagen sind geräuscharm und werden eingehaust). Einige Anregungen kamen zur Verkehrslenkung, unter anderem der Wunsch nach einem Zebrastreifen, Einrichtung einer Bushaltestelle hinter Ottostraße/Moerser Straße, spezielle Ampelphasen.

Schwächung des Einzelhandels befürchtet

Auch die ein oder andere Befürchtung wurde formuliert, etwa, dass aufgrund des neuen Fachmarktcenters die Ladenstadt stirbt, das Zentrum Hochheide mit dem kleinen Einzelhandel insgesamt geschwächt würde. Bedenken gegen den Standort wurden auch mit der Begründung laut, dass die Kaufkraft sinken würde, schließlich seien Edeka und Netto weg gegangen. Gerade Letzterem hielt Jochen Füge entgegen: „Mit den neuen Lebensmittelgeschäften wird eine Kaufkraftdeckung von 95 Prozent erreicht.“ Mit Blick auf so manche Ungereimtheit (unauffindbare Investoren) bei den Weißen Riesen konnte den Bürgern eine große Sorge genommen werden. Die neu zu bauenden Gebäude bleiben im Besitz des Investors. Insgesamt kristallisierte sich am Ende eine positive Haltung der Bürger zum Fachmarktcenter heraus. Auch die Bezirksvertretung gab anschließend ihre Zustimmung.