Die Krönung des Straßenkarnevals

Mit dem traditionellen Nelkensamstagszug erreichte der Moerser Straßenkarneval auch in diesem Jahr wieder seinen Höhepunkt. Seit 1959 zieht der jecke Lindwurm am Samstag vor Rosenmontag von Homberg nach Moers. Bei strahlendem Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen wurde er auch diesmal von Tausenden Narren am Straßenrand begleitet. Wobei die Kostüme der Zuschauer vielfach erheblich phantasievoller waren als die der professionellen Narren auf den Wagen...

Unter Leitung des Kulturausschusses Grafschafter Karneval (KGK) zogen rund 30 Festwagen, acht Musikzüge und fast 1.000 aktive Teilnehmer mit. Angeführt vom Spielmannszug Vierbaum kam gleich am Anfang das erste „Highlight“ – eine vom Schlosstheater Moers gecharterte schwarze Stretchlimousine mit Mafiabegleitung und „dem kleinen Mann“ im Kofferraum. Ein Auftritt, dessen humoriger Hintergrund sich allerdings nur Insidern erschloss.

Dann gab’s endlich das immer noch heiß begehrte „Wurfmaterial. Dabei zeigten sich die Musketiere und Marketenderinnen auf dem „Piratenschiff“ der KGK bereits ziemlich freigebig. Gleichfalls nicht kleinlich streuten, um nur einige zu nennen, die „Rebellinnen“ der KG Lusticana Barbara, der Fidelio-Tross, die Möhnen von Rot-Weiß Rheinhausen sowie die Amazonen und Golden Girls von Humorica Kamelle unters Volk. Wobei „Kamelle“ nur den kleinsten Teil ausmachten. Inzwischen reichen die Geschenke von Popcorntüten und Schokoriegeln bis zu Baseball-Kappen, Teddybären und T-Shirts: „Einfache Bonbons, danach bückt sich heute fast niemand mehr. Zumindest Tüten mit Gummibärchen oder Popcorn müssen es schon sein“, bestätigt KGK-Sprecher Hans-Peter Engfeld.

Die in früheren Zeiten so beliebten, mit viel Mühe und Pappmasche zusammengebastelten „Motivwagen“ gibt es leider auch kaum noch. Einer der ganz wenigen im Zug nahm unter dem Motto „Beim Zebra und im Affenstall, Duisburg feiert Karneval“ mit lebensgroßem Zebra, Affe und Elefant den MSV Duisburg aufs Korn und kam von der KG Narrenzunft Homberg.

Der Zoch verlief aus Behörden- und Sanitätersicht vorbildhaft: „Die Einsatzhäufigkeit lag zwar etwas höher als an normalen Tagen, aber insgesamt ist alles ziemlich glatt gelaufen“, war Andre Gesthuysen, Einsatzleiter der Feuerwehr nach Schluss des Zuges erleichtert. Auch das DRK, das mit 75 Helfern angetreten war, hatte nicht übermäßig viel zu tun. „Keine besonderen Vorkommnisse“, meldete ebenfalls die Polizei.

Ein Motto hatte der Zug diesmal übrigens auch: Wer es erfahren wollte, musste allerdings bis zum letzten Wagen des Zuges, dem des Moerser Prinzenpaares Prinz Markus I. und Prinzessin Sabine I., warten. Es lautet: „Moerser Karneval – dat is die Krönung“. Wer hätte das gedacht??